cms.ykhym

Sichere Rente trotz Inflation? So groß ist die Lücke wirklich

Veröffentlichung: 01.09.2025, 06:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die gesetzliche Rente deckt im Schnitt nicht einmal die Hälfte des letzten Gehalts ab – und die Inflation vergrößert die Lücke Jahr für Jahr. Warum klassische Sparformen keine Lösung sind und welche Strategien wirklich tragen könnten.

(PDF)

Niedrige Geburtenraten, steigende Lebenserwartung und die Inflation – das deutsche Rentensystem steht vor massiven Herausforderungen. Sicher ist bereits heute: Für viele Menschen reicht die gesetzliche oder berufsständische Altersversorgung nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern.

„Viele Menschen möchten möglichst früh in den Ruhestand – oder zumindest die Wahl haben“, sagt Vito Micoli, Betriebswirtschafter und Geschäftsführer bei FI Investments. „Um ausreichend Vermögen aufzubauen, benötigt es daher eine Strategie abseits von Spareinlagen und dem Prinzip Hoffnung.“

Zentrale Voraussetzung ist Transparenz. Neben der gesetzlichen Rente existieren meist zusätzliche Ansprüche aus betrieblicher oder privater Vorsorge sowie weitere Vermögenswerte. Doch die Übersicht fehlt. „Nur wer die exakte Höhe seiner zukünftigen Rentenbezüge kennt, kann sein Optimierungspotenzial genau definieren“, so Micoli. Digitale Programme und Apps können hier helfen.

Der Handlungsdruck ist hoch: Das Rentenniveau liegt aktuell bei rund 48 Prozent. „Um seinen Lebensstandard zu halten, hat die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest etwa 80 Prozent des letzten Netto-Einkommens als gängigen Richtwert ermittelt“, erklärt Micoli. Die Differenz müsse durch private und betriebliche Vorsorge geschlossen werden. Inflation verschärft die Lücke zusätzlich. „Selbst bei einer moderaten Inflationsrate von zwei Prozent benötigt es mindestens sieben bis acht Prozent Zinsen, um einer Entwertung des eigenen Vermögens entgegenzuwirken.“

Dabei zählt vor allem der frühe Start. „Wer mit 40 Jahren anfängt, Geld anzulegen, kann noch alle Möglichkeiten ausschöpfen“, sagt Micoli. Für langfristige Anleger bieten sich hohe Aktienquoten an, während Anleger mit kürzerem Anlagehorizont eher auf Anleihefonds setzen sollten. Wichtig sei, Strategien regelmäßig an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Klar ist auch: klassische Sparformen reichen nicht mehr. „Wer sein Geld in vermeintlich sichere Anlageformen wie Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld steckt, erhält in der Regel wenig Rendite – inflationsbedingt werden dabei sogar reale Verluste eingefahren“, warnt Micoli. Moderne Investmentfonds oder KI-gestützte Anlagestrategien könnten hingegen Chancen bieten – vorausgesetzt, Transparenz und Kosten bleiben im Blick.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung bei Axa DeutschlandKarsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung bei Axa DeutschlandAXA
Fürs Alter

„Die gesetzliche Rente reicht schon heute nicht aus“ – Vier von zehn Deutschen sparen weniger fürs Alter

Preissteigerungen fressen die Altersvorsorge auf: Immer mehr Menschen sparen weniger für den Ruhestand – und ein Drittel gar nichts. Der neue AXA Vorsorge Report zeigt, wie dramatisch die Entwicklung ist. Und warum kleine Beträge über Zeit den entscheidenden Unterschied machen können.
Altersarmut ist längst kein Randphänomen mehr – besonders Menschen ohne private Vorsorge oder Wohneigentum sind betroffen, zeigt die HDI Rentner-Studie 2025.Altersarmut ist längst kein Randphänomen mehr – besonders Menschen ohne private Vorsorge oder Wohneigentum sind betroffen, zeigt die HDI Rentner-Studie 2025.DALL-E
Fürs Alter

Angst vor Altersarmut trifft auf mangelnde Vorsorge

Altersarmut ist längst kein Randphänomen mehr – besonders Menschen ohne private Vorsorge oder Wohneigentum sind betroffen, zeigt die HDI Rentner-Studie 2025. Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf die strukturellen Schwächen der deutschen Altersvorsorge.
Beautiful young brunette woman sitting on the sofa using computer laptop at home covering eyes with hands and doing stop gesture with sad and fear expression. embarrassed and negative concept.Beautiful young brunette woman sitting on the sofa using computer laptop at home covering eyes with hands and doing stop gesture with sad and fear expression. embarrassed and negative concept.Krakenimages.com – stock.adobe.com
Finanzen

Jede zweite Frau verschleppt die finanzielle Altersvorsorge

Fatal: Knapp die Hälfte der Bundesbürgerinnen weiß, dass sie sich mehr mit ihrer finanziellen Ruhestandsplanung beschäftigen sollte, schiebt das Thema allerdings vor sich her. Bei jungen Frauen liegt die Zustimmung mit 56 Prozent sogar noch höher – oft aufgrund fehlenden Finanzwissens.
Gebühren als Renditefresser: Hohe Kosten können die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot deutlich reduzieren oder sogar vollständig aufzehren.Gebühren als Renditefresser: Hohe Kosten können die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot deutlich reduzieren oder sogar vollständig aufzehren.Redaktion experten.de / KI-generiert
Fürs Alter

Altersvorsorgedepot: Kosten können Rendite auffressen

Das geplante Altersvorsorgedepot soll die private Vorsorge stärken. Modellrechnungen zeigen jedoch: Werden die erlaubten Gebühren ausgeschöpft, kann die staatliche Förderung vollständig verpuffen.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht