Inflation bremst Altersvorsorge: 41 Prozent sparen weniger fürs Alter

Veröffentlichung: 27.04.2026, 11:04 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre wirken zunehmend auf die private Altersvorsorge durch. Immer mehr Menschen reduzieren ihre Sparanstrengungen – trotz wachsender Reformdebatten und steigender Versorgungslücken.

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Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung bei AXA DeutschlandKarsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung bei AXA DeutschlandAXA

Etwa vier von zehn Menschen in Deutschland sorgen aktuell weniger für den Ruhestand vor – und das ausgerechnet wegen der Preissteigerungen der vergangenen Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Vorsorge-Report der AXA auf Basis einer repräsentativen Befragung durch YouGov.

Demnach geben 41 Prozent der Befragten an, ihre Altersvorsorge aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten eingeschränkt zu haben. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2023 (32 Prozent) und markiert eine kontinuierliche Verschärfung der Entwicklung über die vergangenen Jahre.

Preissteigerungen verdrängen langfristige Vorsorge

Die Zahlen deuten auf ein strukturelles Problem hin: Kurzfristige finanzielle Belastungen verdrängen langfristige Vorsorgeentscheidungen. Während die Inflation den Alltag verteuert, geraten Sparprozesse für den Ruhestand unter Druck. „Die private Altersvorsorge in Deutschland leidet unter den Preissteigerungen der letzten Jahre. Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge war daher dringend nötig. Durch sie können wir vielen Sparerinnen und Sparern attraktivere Angebote mit besseren Renditechancen machen“, sagt Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung bei AXA Deutschland.

Reform soll neue Impulse setzen

Der politische Rahmen verändert sich bereits: Der Bundestag hat Ende März eine Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen. Ab Januar 2027 soll ein Altersvorsorgedepot das bisherige Riester-System ablösen. Ob diese Reform ausreicht, um den Rückgang der Vorsorgeaktivität zu stoppen, bleibt offen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedenfalls, wie sensibel das Vorsorgeverhalten auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagiert.

Über die Studie:
Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von AXA 2.044 Personen in Deutschland online befragt. Die Ergebnisse der Befragung zwischen dem 18. und 20. März 2026 sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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