Angst vor Altersarmut trifft auf mangelnde Vorsorge

Veröffentlichung: 04.08.2025, 10:08 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Altersarmut ist längst kein Randphänomen mehr – besonders Menschen ohne private Vorsorge oder Wohneigentum sind betroffen, zeigt die HDI Rentner-Studie 2025. Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf die strukturellen Schwächen der deutschen Altersvorsorge.

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Altersarmut ist längst kein Randphänomen mehr – besonders Menschen ohne private Vorsorge oder Wohneigentum sind betroffen, zeigt die HDI Rentner-Studie 2025.Altersarmut ist längst kein Randphänomen mehr – besonders Menschen ohne private Vorsorge oder Wohneigentum sind betroffen, zeigt die HDI Rentner-Studie 2025.DALL-E

Altersarmut beschäftigt die Mehrheit der Ruheständler – das zeigt die HDI Rentner-Studie 2025, die in Zusammenarbeit mit YouGov erhoben wurde. Insgesamt 57 Prozent der Befragten zwischen 63 und 70 Jahren äußern zumindest teilweise große Sorgen vor finanzieller Not im Alter. Besonders alarmierend: Unter denjenigen, die ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sind, steigt dieser Anteil auf 66 Prozent.

Nur 36 Prozent der Befragten mit zusätzlicher privater Absicherung teilen diese Sorge. Als private Vorsorgeformen wurden vor allem Betriebsrenten (47 Prozent), Lebens- oder Rentenversicherungen (41 Prozent) sowie Wohneigentum (41 Prozent) genannt. Mieter sind dabei besonders gefährdet – knapp drei Viertel von ihnen haben keinerlei zusätzliche Altersvorsorge.

Die durchschnittliche monatliche Rente liegt zwischen 1.201 und 1.500 Euro. Für viele reicht das kaum aus: Besonders bei Mietern bleibt nach Abzug der Wohnkosten wenig Spielraum. Nur 24 Prozent der Rentner können ihren Lebensstandard halten, unter Mietern sind es sogar nur 17 Prozent. 12 Prozent mussten wegen zu hoher Miete ihre Wohnung aufgeben.

„Altersarmut ist kein Ausnahmefall mehr. Sie trifft die Mitte unserer Gesellschaft“, ordnet Fabian von Löbbecke, Vorstand der HDI Lebensversicherung AG, verantwortlich für den Bereich Neugeschäft Leben und betriebliche Altersversorgung, die Studienergebnisse ein. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass private Vorsorge kein optionaler Zusatz, sondern notwendige Ergänzung zur gesetzlichen Rente ist – ganz besonders für Menschen ohne Eigentum oder familiären Rückhalt.“

Zudem zeigt die Studie eine hohe emotionale Belastung: Über die Hälfte der Befragten fürchtet, ihren Kindern im Alter zur Last zu fallen. Gleichzeitig bleibt familiäre Unterstützung oft aus – 56 Prozent der Ruheständler erwarten keine Hilfe ihrer Kinder im Alter.
Auch das Thema Pflege bewegt viele: 49 Prozent haben Angst, zum Pflegefall zu werden – aber 60 Prozent haben dafür keine Vorsorge getroffen.

Über die Studie:
Die HDI Rentner-Studie wurde im Mai 2025 von YouGov im Auftrag von HDI Deutschland durchgeführt. Befragt wurden 1.094 Personen zwischen 63 und 70 Jahren, die bereits im Ruhestand leben.

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