Zukunftssorge Altersarmut: Junge Menschen setzen auf Aktien und Eigeninitiative
Junge Menschen in Deutschland blicken zunehmend besorgt auf ihre finanzielle Zukunft. Laut Anlegerbarometer von Union Investment fürchten 53 Prozent der 20- bis 29-Jährigen, im Alter von Armut betroffen zu sein – fast doppelt so viele wie in der Generation 50+. Nur ein Viertel der jungen Befragten glaubt, bereits gut fürs Alter vorgesorgt zu haben.
Dabei mangelt es nicht an Einsicht: 78 Prozent der jungen Erwachsenen sind überzeugt, dass die gesetzliche Rente nicht reichen wird, um den Lebensstandard zu sichern. Gleichzeitig zeigen sich viele bereit, Verantwortung zu übernehmen. 69 Prozent glauben, dass private Altersvorsorge helfen kann, finanzielle Engpässe im Alter zu vermeiden. Über ein Drittel (35 Prozent) hat bereits vorgesorgt, sei es über Versicherungsprodukte oder Kapitalmarktanlagen.
Auffällig ist der Anlagenfokus: 39 Prozent der jungen Befragten halten Aktien- und Investmentfonds für das beste Vorsorgeinstrument – mehr als doppelt so viele wie in älteren Altersgruppen. Dabei sind die Jüngeren auch bereit, auf Konsum zu verzichten: 61 Prozent sparen bewusst mehr für später.
„Diese Bereitschaft, sich den finanziellen Herausforderungen im Alter bereits heute zu stellen, zeigt, dass junge Menschen proaktiv an ihrer finanziellen Sicherheit arbeiten“, sagt Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf nach verlässlichen Vorsorgemodellen für die junge Generation – wie etwa der geplanten Frühstartrente, die frühzeitig finanzielle Bildung und Vermögensaufbau fördern soll.
Über die Studie:
Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Mai 2025 im Auftrag von Union Investment 1.006 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.
Themen:
LESEN SIE AUCH
Vom Sparbuch zum Fonds: 25 Jahre Anlegermentalität im Wandel
Angst vor Altersarmut trifft auf mangelnde Vorsorge
Die Bayerische warnt vor steigender Altersarmut
Finanztip zieht „fünf Lehren aus dem Riester-Desaster“
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
Das Altersvorsorgedepot: ETF-Rente mit Staatsförderung?
Reform der gesetzlichen Rente: Weg vom Eckrentner
Altersvorsorge: Warum viele Frauen nicht sparen – obwohl sie wollen
Rentenillusion hält sich: Viele setzen weiter auf den Staat
Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk
Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.














