Die Bayerische warnt vor steigender Altersarmut

Veröffentlichung: 26.09.2025, 09:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Altersarmut in Deutschland nimmt zu: Fast jeder fünfte Rentner gilt inzwischen als armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Frauen, viele Ruheständler arbeiten über das Rentenalter hinaus. Die Bayerische startet vor diesem Hintergrund eine bundesweite Initiative – mit einem klaren Appell an Politik, Branche und Verbraucher.

(PDF)
Fast jeder fünfte Rentner gilt inzwischen als armutsgefährdet.Fast jeder fünfte Rentner gilt inzwischen als armutsgefährdet.DALL-E

Die Lage der Altersversorgung in Deutschland spitzt sich weiter zu. Nach aktuellen Daten gilt inzwischen fast jeder fünfte Rentner als armutsgefährdet. Im Jahr 2024 lag die Quote bei 19,4 Prozent der über 65-Jährigen – das entspricht rund 3,5 Millionen Menschen. Es ist der höchste Wert seit 2020. Besonders Frauen sind von Altersarmut betroffen.

Auch die Erwerbstätigkeit im Ruhestand nimmt zu: Mehr als 1,4 Millionen Rentner in Deutschland gehen weiterhin einer Arbeit nach, davon rund 375.000 in regulären Beschäftigungsverhältnissen. Laut Statista übt nur knapp ein Drittel diesen Nebenverdienst aus freien Stücken aus, ein weiteres Drittel arbeitet aus finanzieller Notwendigkeit. Zudem erhält die Hälfte aller Rentner weniger als 1.250 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rente. Fachleute schätzen, dass Arbeitnehmer zwischen zehn und fünfzehn Prozent ihres Nettoeinkommens zusätzlich sparen müssten, um den Lebensstandard im Alter abzusichern.

Verantwortung der Branche

Vor diesem Hintergrund fordert die Bayerische ein stärkeres Bewusstsein für die private Vorsorge.

„Wir dürfen diese Entwicklung nicht hinnehmen. Als Branche tragen wir Verantwortung, die Menschen wachzurütteln und klarzumachen, wie wichtig es ist, rechtzeitig zu handeln. Wer im Alter frei und selbstbestimmt leben möchte, muss heute die richtigen Schritte gehen. Besonders junge Berufsanfänger und Menschen kurz vor dem Renteneintritt brauchen individuelle Unterstützung. Für beide ist persönliche professionelle Beratung entscheidend, weil sie Orientierung gibt und konkrete Lösungen aufzeigt, die keine App und kein Standardrechner ersetzen kann“, erklärt Martin Gräfer, Vorstand bei die Bayerische.

Bundesweite Kampagne gestartet

Um den Appell in die Öffentlichkeit zu tragen, hat die Bayerische eine bundesweite Initiative gestartet. Seit dieser Woche werden die Kampagnenfilme online, im TV, auf Streamingplattformen und in den sozialen Medien ausgespielt. Im Zentrum stehen Menschen, die auch im Alter einer Tätigkeit nachgehen – einerseits aus Leidenschaft, andererseits aus finanziellen Gründen.

Damit sollen abstrakte Statistiken durch persönliche Geschichten ergänzt und für ein breites Publikum nachvollziehbar gemacht werden. Der Abbinder „Besser vorsorgen“ fasst die Botschaft zusammen: Wer morgen selbstbestimmt leben will, muss heute handeln.

Weitere Informationen und alle Filme zur Kampagne sind unter www.diebayerische.de/besser-vorsorgen abrufbar.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Die Einkommensschere unter Deutschlands Seniorinnen und Senioren bleibt groß.Die Einkommensschere unter Deutschlands Seniorinnen und Senioren bleibt groß.DALL-E
Fürs Alter

Jeder Fünfte lebt von weniger als 1.400 Euro im Monat

Die Einkommensschere unter Deutschlands Seniorinnen und Senioren bleibt groß. Laut einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamts verfügen 20 Prozent der Ruheständler über höchstens 1.400 Euro im Monat – jeder Fünfte gilt damit als potenziell armutsgefährdet.
Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment.Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment.Union Investment
Fürs Alter

Private Vorsorge bleibt Pflicht – auch für Ältere

Nicht nur junge Menschen blicken skeptisch auf ihre Altersvorsorge – auch in der Generation 50+ herrscht kein Grund zur Entwarnung. Das aktuelle Anlegerbarometer von Union Investment zeigt: 79 Prozent aller Befragten glauben nicht, dass die gesetzliche Rente zur Sicherung ihres Lebensstandards ausreicht. Über alle Altersgruppen hinweg erwarten 72 Prozent, dass sie im Ruhestand auf Ersparnisse zurückgreifen müssen.
Junge Menschen in Deutschland blicken zunehmend besorgt auf ihre finanzielle Zukunft.Junge Menschen in Deutschland blicken zunehmend besorgt auf ihre finanzielle Zukunft.DALL-E
Fürs Alter

Zukunftssorge Altersarmut: Junge Menschen setzen auf Aktien und Eigeninitiative

Junge Menschen in Deutschland blicken zunehmend besorgt auf ihre finanzielle Zukunft. Laut Anlegerbarometer von Union Investment fürchten 53 Prozent der 20- bis 29-Jährigen, im Alter von Armut betroffen zu sein – fast doppelt so viele wie in der Generation 50+. Nur ein Viertel der jungen Befragten glaubt, bereits gut fürs Alter vorgesorgt zu haben.
Viele Menschen setzen weiterhin auf den Staat bei der Altersvorsorge – gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Grenzen des Systems.Viele Menschen setzen weiterhin auf den Staat bei der Altersvorsorge – gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Grenzen des Systems.Redaktion experten.de / KI-generiert
Fürs Alter

Rentenillusion hält sich: Viele setzen weiter auf den Staat

Die Verantwortung für die Altersvorsorge wird weiterhin stark beim Staat gesehen – besonders von jungen Menschen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Grenzen des Systems.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht