Wie KI-Agenten den Beratungsalltag neu definieren
Die Maklerarbeit verändert sich rasant: Digitale Assistenten auf KI-Basis übernehmen Routinetätigkeiten und ermöglichen so mehr Fokus auf Beratung und Beziehungspflege. Jonathan Posselt, Teamleiter KI bei Fonds Finanz, zeigt im Gastbeitrag, wie Maklerbüros schon heute die Weichen für die Zukunft stellen können. Der Text erschien zuerst im expertenReport 07/25.
Die Versicherungswelt befindet sich im Umbruch. Prozesse werden weiter digitalisiert und automatisiert, Kundenerwartungen steigen – und technologische Entwicklungen eröffnen neue Chancen. Besonders ein Trend wird den Maklerberuf in den kommenden Jahren grundlegend verändern: der Einsatz von KI-Agenten.
Was sind KI-Agenten eigentlich?
KI-Agenten sind digitale Assistenten, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Sie können eigenständig Aufgaben übernehmen, Entscheidungsgrundlagen vorbereiten und mit anderen Systemen kommunizieren – ähnlich wie ein virtueller Kollege, der rund um die Uhr verfügbar ist.
Diese digitalen Helfer entfalten ihr volles Potenzial, wenn sie auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen können – sei es für Angebotsberechnungen, die Analyse von Kundenprofilen oder die automatisierte Kommunikation.
Schon heute lohnt es sich, bei der Auswahl von Systemen und Partnern darauf zu achten, dass diese miteinander kompatibel sind. Denn nur so entsteht Schritt für Schritt die Grundlage für ein intelligentes Zusammenspiel von KI-Agenten – und damit für eine spürbare Entlastung im Alltag.
Maklerarbeit im Team mit digitalen Assistenten
Für den Makler bedeutet das: Sein Berufsalltag wird rund um die Uhr und ohne Wartezeiten von einem digitalen Team begleitet:
- Einem MVP-Agent, der Kundendaten aktuell hält, Gespräche vorbereitet und proaktiv auf Beratungsbedarfe hinweist.
- Einem Analyse-Agent, der mit einem Klick erkennt, wo Absicherungsbedarf besteht – individuell und datenbasiert.
- Einem Vergleichs-Agent, der Alttarife analysiert, Tarife optimiert und die Ergebnisse übersichtlich aufbereitet.
- Einem Verwaltungs-Agent, der Ergebnisse dokumentiert und die Kundenkommunikation automatisiert übernimmt.
Warum die Datenbasis der Schlüssel ist
Damit KI-Agenten sinnvoll arbeiten können, benötigen sie Zugang zu strukturierten, vollständigen und vernetzten Daten: Kundendaten, Vertragsdetails, Produktinformationen, Kommunikationsverläufen.
In vielen Maklerbüros sind diese Daten noch fragmentiert – das MVP auf der einen Plattform, die Vergleichsberechnungen auf der anderen, Analysen wieder woanders. Zudem sind die Kunden auch noch über mehrere Maklerpools und/oder Direktanbindungen verteilt.
Genau hier liegt das größte Potenzial:
Wer diese Daten zusammenführt – über gemeinsame Plattformen oder standardisierte Schnittstellen –, schafft die Grundlage für ein leistungsfähiges, abgestimmtes System. Denn nur wenn alle Agenten auf dieselbe Datenbasis zugreifen und untereinander kommunizieren können, entsteht ein echtes digitales Team. Die Agenten arbeiten intelligent zusammen, tauschen Informationen aus und übergeben Aufgaben nahtlos. So entsteht ein durchgängiger, automatisierter Prozess – ohne Medienbrüche und doppelte Eingaben. Der größte Gewinn dabei ist, dass Maklerinnen und Makler von zeitintensiven Routinetätigkeiten entlastet werden und sich auf das konzentrieren können, was kein Computer leisten kann: persönliche Beratung, Vertrauen und Beziehungspflege.
Der Makler bleibt unersetzlich – aber seine Rolle verändert sich
Trotz aller Technologie bleibt der Makler das zentrale Element im Kundenkontakt. KI-Agenten ersetzen keine menschliche Beratung – sie ergänzen sie. Sie liefern fundierte Analysen, schlagen Optionen vor und halten Prozesse im Fluss. Die Aufgabe, das richtige Produkt zu empfehlen, Vertrauen aufzubauen und die Kundenbeziehung zu pflegen, übernimmt weiterhin der Makler.
Warum es sich lohnt, schon heute die richtigen Weichen zu stellen
Die Digitalisierung schreitet stetig voran und mit ihr wachsen die Möglichkeiten, Prozesse intelligenter, schneller und individueller zu gestalten. KI-Agenten sind dabei kein ferner Zukunftstrend, sondern ein vielversprechender nächster Schritt. Damit solche Technologien ihr volles Potenzial entfalten können, braucht es als Grundlagen eine klare Datenbasis, vernetzte Systeme und vor allem starke Partner.
Denn die Entwicklung leistungsfähiger KI-Agenten ist aufwendig, kostenintensiv und nur im Zusammenschluss realisierbar.
Nur Pools, Verbünde oder Plattformanbieter mit entsprechender Finanzkraft, den richtigen Systemen und strategischer Ausrichtung sind in der Lage, echte Innovationen in die Fläche zu bringen – von der intelligenten Datenvernetzung bis zur nahtlosen Integration KI-gestützter Prozesse.
Maklerhäuser, die sich frühzeitig einem solchen Netzwerk anschließen, sichern sich langfristige Wettbewerbsvorteile durch Zugang zu Technologien, die den Beratungsalltag wirklich entlasten und gleichzeitig Raum für das schaffen, was den Makler unersetzlich macht: persönliche Nähe, fundierte Empfehlungen und echtes Vertrauen.
In einer zunehmend digitalen Branche kann der Einsatz intelligenter Assistenten zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden – für mehr Effizienz, stärkere Kundenbindung und nachhaltigen Markterfolg.
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