Hagelschäden am Auto: Wie Versicherer Technik und Service für schnelle Hilfe kombinieren
Immer häufiger führen Hagelstürme zu teuren Kfz-Schäden. Doch innovative Lösungen wie KI-Hagelscanner, präventive Tipps und digital unterstützte Regulierung versprechen schnellere und fairere Hilfe – wenn Mensch und Maschine optimal zusammenspielen.
Die Zahl schwerer Hagelstürme nimmt in Deutschland zu – und damit auch die Zahl beschädigter Fahrzeuge. Besonders häufig betroffen: Windschutzscheiben und Karosserien. Während Anbieter wie Carglass auf Prävention und frühzeitige Schadenerkennung setzen, optimieren Versicherer wie die VHV Allgemeine Versicherung AG die Schadenregulierung mithilfe digitaler Innovationen wie KI-Hagelscannern – kombiniert mit menschlicher Expertise.
Bereits kleine Eiskörner können die Windschutzscheibe so beschädigen, dass ein Austausch notwendig ist. Hinzu kommt: Temperaturunterschiede zwischen Innenraum (klimatisiert) und Außentemperatur erhöhen das Risiko für Risse. „Glas dehnt sich bei Wärme aus und wird anfälliger“, erklärt Carglass-Experte André Lautenschläger. Besonders kritisch: vorhandene Steinschläge aus dem Winter, die sich bei Hitze und Hagel zu gefährlichen Rissen ausweiten können. Deshalb sollten Autobesitzer ihre Scheiben regelmäßig kontrollieren lassen – vor allem vor Beginn der warmen Jahreszeit.
Doch was, wenn der Schaden bereits eingetreten ist? Die VHV hat ihr Kumulschadenkonzept für Großereignisse wie Hagelstürme digitalisiert und setzt seit 2024 auf den Einsatz KI-gestützter Hagelscanner. Diese scannen binnen Sekunden die gesamte Fahrzeugoberfläche, projizieren ein Raster, erfassen Dellenanzahl und -tiefe, analysieren automatisch per Software die Schadenhöhe – und ersparen so das manuelle Zählen der Dellen. Entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel mit erfahrenen Sachverständigen: „Technik allein reicht nicht“, sagt Stefanie Aigner, Leiterin Schaden bei der VHV solutions GmbH. „Unsere Kfz-Gutachter prüfen die Daten, erstellen Gutachten und beraten Kunden direkt vor Ort.“
Laut VHV können Kundinnen und Kunden in vielen Fällen direkt vor Ort mit einem Reparaturtermin oder einer Auszahlung rechnen. Friedrich von Wrede, Geschäftsführer Schaden der VHV solutions GmbH, ergänzt: „Mit dem Kumulschadenkonzept setzen wir neue Maßstäbe. Die Kunden profitieren von kurzen Wartezeiten und verbindlicher Schadenbearbeitung.“
Hagelschäden am Fahrzeug sind in der Regel über die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Der Schadenfreiheitsrabatt bleibt unberührt, die Kosten trägt die Versicherung abzüglich etwaiger Selbstbeteiligung. Wichtig: Schäden sollten sofort dokumentiert und gemeldet werden – idealerweise über die digitale Schadensmeldung der Versicherung.
Die Kombination aus Frühwarnung, digitaler Prävention und optimierter Schadenbearbeitung zeigt: Der Umgang mit Hagelschäden wird zunehmend effizienter – wenn Technologie und persönliche Betreuung Hand in Hand gehen.
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