Mit der Umstellung auf die Winterzeit steigt auch die Gefahr von Wildunfällen. Laut Verti Versicherung AG sind Tierkollisionen in den Herbstmonaten deutlich häufiger: In den vergangenen drei Jahren war im November bei rund zwölf Prozent aller Vollkaskoschäden ein Tier beteiligt, in der Teilkasko lag die Quote sogar über 15 Prozent.
Wildunfälle gehören zu den häufigsten und teuersten Schadensereignissen in der Kfz-Versicherung – und ihre Zahl nimmt mit Beginn der dunklen Jahreszeit deutlich zu. Nach Auswertungen der Verti Versicherung AG kommt es besonders im Frühjahr und Herbst zu einem sprunghaften Anstieg tierbedingter Kollisionen. Während im Sommer weniger als zehn Prozent aller Vollkaskoschäden auf Wildtiere zurückgehen, steigt der Anteil im November auf rund zwölf Prozent. In der Teilkasko liegt er mit über 15 Prozent noch höher. Der Spitzenwert wird im April erreicht: Nach der Umstellung auf die Sommerzeit war in diesem Monat in fast jedem fünften Teilkaskoschaden ein Tier beteiligt.
Mehr als eine Milliarde Euro Schaden pro Jahr
Die finanziellen Folgen sind erheblich. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) regulierten die Autoversicherer im Jahr 2024 Wildunfall-Schäden in Höhe von über einer Milliarde Euro – rund drei Millionen Euro pro Tag. „Die häufigsten Schäden, die im Zusammenhang mit Tieren gemeldet wurden, waren in den vergangenen Jahren Zusammenstöße, Unfälle durch Ausweichmanöver und Marderschäden“, berichtet Alexander Held, Kfz- und Versicherungsexperte bei Verti. Besonders Marderschäden seien gefährlich, wenn das Tier etwa Bremsschläuche durchbeißt.
So reagieren Autofahrer richtig
Ganz vermeiden lassen sich Wildunfälle nicht – wohl aber das Risiko. Alexander Held empfiehlt, gerade in der Dämmerung mit Wildwechsel zu rechnen: „Wildtiere können die Geschwindigkeit von Autos nicht einschätzen und reagieren oft unvorhersehbar. Ein Reh oder Wildschwein läuft häufig direkt vor das Fahrzeug, selbst wenn es das Auto vorher gesehen hat.“ Zudem seien viele Tiere in Gruppen unterwegs – es folge also auf ein Reh oft noch ein zweites oder drittes. Kommt es zur Sichtung, sollten Fahrer kontrolliert bremsen, das Fernlicht ausschalten und hupen, um die Tiere zu vertreiben. Von riskanten Ausweichmanövern rät Held ab: „Ein Zusammenstoß mit einem Tier ist meist weniger gefährlich als eine Kollision mit einem Baum oder dem Gegenverkehr.“
Pflichten nach dem Unfall
Kommt es zur Kollision, gilt es, Ruhe zu bewahren: Unfallstelle absichern, Warnblinker einschalten, Warndreieck aufstellen und – falls nötig – den Rettungsdienst alarmieren. Anschließend sollte immer die Polizei informiert werden. In den meisten Bundesländern ist dies Pflicht. „Das Tier darf weder berührt noch mitgenommen werden. Selbst verletzte Tiere können gefährlich werden – außerdem gilt das Mitnehmen als Wilderei“, warnt Held. Die Bergung übernimmt der zuständige Förster. Für die Schadenregulierung benötigen Betroffene eine sogenannte Wildschadenbescheinigung, die von Polizei oder Förster ausgestellt wird. Fotos vom Unfallort und Fahrzeug helfen zusätzlich bei der Dokumentation.
Versicherungsschutz prüfen lohnt sich
Die Kosten für Wildunfälle übernimmt die Teilkaskoversicherung – allerdings unterscheiden sich die Bedingungen je nach Anbieter. „Manche Versicherer leisten nur bei Zusammenstößen mit Haarwild“, erklärt Held. „Bei Verti sind dagegen im Klassik- und Premium-Tarif Kollisionen mit Tieren aller Art abgedeckt – egal, ob Reh, Schaf oder Vogel.“
Weitere Informationen und praktische Hinweise finden sich im Verti-Ratgeber unter: https://www.verti.de/ratgeber/wildunfall-versicherung/
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