­Susanna Adelhardt, Vorsitzende der DAV­Susanna Adelhardt, Vorsitzende der DAVDAV

Aktuarvereinigung fordert Reformkurs in der Alterssicherung

Veröffentlichung: 10.07.2025, 10:07 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die Deutsche Aktuarvereinigung e. V. (DAV) begrüßt die geplante Einsetzung einer Rentenkommission durch die neue Bundesregierung – mahnt jedoch eindringlich Tempo und politischen Gestaltungswillen an.

(PDF)

Angesichts des demografischen Wandels, der seit Jahrzehnten absehbar war, dürfe es kein weiteres Zögern mehr geben. „Es zählt jetzt nur noch eins: machen – jetzt“, fordert DAV-Vorsitzende Susanna Adelhardt. Politische Mutlosigkeit sei fehl am Platz.

Die DAV betont, dass eine echte Reform nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch die betriebliche Altersversorgung und die private Vorsorge als gleichberechtigte Säulen in den Blick nehmen muss. Damit sich die Kommission nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner beschränkt, sei ein langfristiges Zielbild notwendig: eine „Agenda 2035 für die Alterssicherung“. Diese müsse konkrete Handlungsfelder, klare Parameter und politische Verbindlichkeit definieren.

Die drei Kernforderungen der DAV:

  • Jetzt starten – nicht weiter vertagen: Die Rentenkommission soll unverzüglich eingesetzt werden – mit einem klaren Mandat und ohne Verzögerung.
  • Ziele definieren – nicht nur prüfen: Die geplante Gesamt-Kenngröße über alle drei Säulen ist sinnvoll, müsse aber in konkrete Zielgrößen und finanzierbare Maßnahmen übersetzt werden.
  • Alle Optionen prüfen – ohne Denkverbote: Die DAV fordert, Besitzstände, steuerliche Anreize, Renteneintrittsalter, Kapitaldeckung, Freiwilligkeit oder Pflicht offen zu diskutieren – auch unbequeme Antworten dürften nicht gescheut werden.

„Wer Reformen ernst meint, muss sich auch den unangenehmen Realitäten stellen“, so Adelhardt. Populäre kurzfristige Wohltaten würden künftige Generationen überproportional belasten und der Generationengerechtigkeit widersprechen. Der demografische Wandel sei nicht verhandelbar – und ebenso wenig mathematisch ignorierbar. Deshalb müsse die Agenda 2035 Ausdruck gelebter Verantwortung zwischen den Generationen werden.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer IVFPProf. Michael Hauer, Geschäftsführer IVFP
Existenzvorsorge

Generationen unter Druck: Warum die Altersvorsorge neue Antworten braucht

Die Altersvorsorge in Deutschland steht an einem Wendepunkt: Gesetzliche Rente, betriebliche Modelle und private Initiativen wie das geplante Altersvorsorgedepot werden neu verhandelt. Doch viele Reformen bleiben Stückwerk und verschieben die Kostenlast auf die jüngere Generation, warnt Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Der Text erschien zuerst im expertenReport 10/25.
Plansecur-Geschäftsführer Heiko HauserPlansecur-Geschäftsführer Heiko HauserPlansecur
Fürs Alter

Plansecur zur Rente: Koalitionsvertrag ohne Kurswechsel bei Eigenvorsorge

Der Koalitionsvertrag zur Rente bringt Licht und Schatten: Während Frühstart- und Aktivrente positiv bewertet werden, kritisiert Plansecur das Ausbleiben eines echten Kurswechsels. Eine stärkere kapitalgedeckte Vorsorge sei weiter nicht in Sicht – und damit die langfristige Stabilität des Rentensystems gefährdet.
DALL-E
Politik

Dynamische Haltelinie: Wie das Rentensystem mit der Lebenserwartung wachsen kann

Statt starrer Rentenversprechen braucht die gesetzliche Rentenversicherung mehr Elastizität. Die Lösung? Eine dynamische Haltelinie, die Renteneintritt und Rentenniveau an die Lebenserwartung koppelt – und so langfristig stabilisiert.
Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), hält die Renten-Pläne im Koalitionsvertrag für einen 'faulen Kompromiss' (Symbolbild).Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), hält die Renten-Pläne im Koalitionsvertrag für einen 'faulen Kompromiss' (Symbolbild).DALL-E
Politik

Rente: CDU/CSU und SPD einigen sich auf „faulen Kompromiss“

Der neue Koalitionsvertrag setzt beim Thema gesetzliche Rente auf Aufschub statt Reform. Das Rentenniveau wird bis 2031 eingefroren, eine Evaluation ist erst für 2029 geplant. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) kritisiert die Beschlüsse scharf.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht