Aktuarvereinigung fordert Reformkurs in der Alterssicherung
Die Deutsche Aktuarvereinigung e. V. (DAV) begrüßt die geplante Einsetzung einer Rentenkommission durch die neue Bundesregierung – mahnt jedoch eindringlich Tempo und politischen Gestaltungswillen an.
Angesichts des demografischen Wandels, der seit Jahrzehnten absehbar war, dürfe es kein weiteres Zögern mehr geben. „Es zählt jetzt nur noch eins: machen – jetzt“, fordert DAV-Vorsitzende Susanna Adelhardt. Politische Mutlosigkeit sei fehl am Platz.
Die DAV betont, dass eine echte Reform nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch die betriebliche Altersversorgung und die private Vorsorge als gleichberechtigte Säulen in den Blick nehmen muss. Damit sich die Kommission nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner beschränkt, sei ein langfristiges Zielbild notwendig: eine „Agenda 2035 für die Alterssicherung“. Diese müsse konkrete Handlungsfelder, klare Parameter und politische Verbindlichkeit definieren.
Die drei Kernforderungen der DAV:
- Jetzt starten – nicht weiter vertagen: Die Rentenkommission soll unverzüglich eingesetzt werden – mit einem klaren Mandat und ohne Verzögerung.
- Ziele definieren – nicht nur prüfen: Die geplante Gesamt-Kenngröße über alle drei Säulen ist sinnvoll, müsse aber in konkrete Zielgrößen und finanzierbare Maßnahmen übersetzt werden.
- Alle Optionen prüfen – ohne Denkverbote: Die DAV fordert, Besitzstände, steuerliche Anreize, Renteneintrittsalter, Kapitaldeckung, Freiwilligkeit oder Pflicht offen zu diskutieren – auch unbequeme Antworten dürften nicht gescheut werden.
„Wer Reformen ernst meint, muss sich auch den unangenehmen Realitäten stellen“, so Adelhardt. Populäre kurzfristige Wohltaten würden künftige Generationen überproportional belasten und der Generationengerechtigkeit widersprechen. Der demografische Wandel sei nicht verhandelbar – und ebenso wenig mathematisch ignorierbar. Deshalb müsse die Agenda 2035 Ausdruck gelebter Verantwortung zwischen den Generationen werden.
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