Schadenökosysteme in der Assekuranz: Vom Trend zur Transformationsstrategie

Veröffentlichung: 01.07.2025, 11:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Eine aktuelle Verisk-Studie zeigt: Die Versicherungsbranche in Deutschland erkennt zunehmend das Potenzial vernetzter Schadenökosysteme. Wie Versicherer und Dienstleister gemeinsam Effizienz, Innovation und Kundenzufriedenheit steigern wollen – und welche Hürden noch überwunden werden müssen.

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Eine aktuelle Studie von Verisk in Kooperation mit den Versicherungsforen Leipzig zeigt, dass Schadenökosysteme kein kurzfristiger Hype mehr sind, sondern sich sich zum strategischen Standard entwickeln.Eine aktuelle Studie von Verisk in Kooperation mit den Versicherungsforen Leipzig zeigt, dass Schadenökosysteme kein kurzfristiger Hype mehr sind, sondern sich sich zum strategischen Standard entwickeln.DALL-E

Die Versicherungswirtschaft in Deutschland steht vor einem Paradigmenwechsel im Schadenmanagement: Wie eine aktuelle Studie von Verisk in Kooperation mit den Versicherungsforen Leipzig zeigt, sind Schadenökosysteme kein kurzfristiger Hype mehr, sondern entwickeln sich zum strategischen Standard. Grundlage der Untersuchung ist eine Befragung von 175 Branchenakteuren – darunter 135 Versicherer und 40 Dienstleister – im Zeitraum März bis April 2025.

Ein zentrales Ergebnis: Bereits 28 Prozent der Versicherer und 36 Prozent der Dienstleister sind aktiv in Schadenökosysteme eingebunden. Noch aufschlussreicher ist die Zukunftsperspektive: 69 Prozent der Versicherer und 61 Prozent der Dienstleister planen ihre Beteiligung konkret. Damit wird deutlich, dass sich vernetzte Plattformmodelle als tragfähige Antwort auf steigende regulatorische, prozessuale und kundenbezogene Anforderungen etablieren.

Dabei stehen drei Zielsetzungen klar im Vordergrund:

  • Prozess- und Effizienzsteigerung,
  • nachhaltige Kostenreduktion,
  • Verbesserung der Kundenzufriedenheit.

83 Prozent der Versicherer priorisieren dabei die Senkung von Kosten und eine optimierte Prozessgestaltung. 76 Prozent der Versicherer nennen zudem Kundenzufriedenheit als zentrales Ziel. Dienstleister setzen vor allem auf beschleunigte Schadenabwicklung (68 Prozent).

Besonderes Augenmerk legt die Studie auf die Kooperationsmodelle: Der bevorzugte Rahmen ist ein gemeinsames Konsortium von Versicherern und Dienstleistern (42 Prozent), gefolgt von reinen Dienstleisternetzwerken (32 Prozent).
Die größten Herausforderungen liegen in der Komplexität technischer Integrationen, heterogenen IT-Landschaften und fehlenden Standards. Dennoch zeigt sich ein starker Wille zur Kooperation: 81 Prozent der Versicherer sind zum Datenaustausch bereit, insbesondere im Bereich Betrugsmanagement.
Die Studienautoren folgern: Schadenökosysteme bieten erhebliches Potenzial zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit, wenn die Etablierung standardisierter, automatisierter Prozesse gelingt und alle Beteiligten ein gemeinsames Leitziel verfolgen. Der Weg führt – über Partnerschaft und Technik – hin zu ganzheitlichen Serviceprozessen mit One-Stop-Charakter.

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