Altersvorsorge bleibt Stückwerk: Viele wollen mehr sparen – können es aber nicht

Veröffentlichung: 29.04.2026, 06:04 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge ist vorhanden – doch finanzielle Spielräume fehlen oft. Gleichzeitig zeigt sich: Ein erheblicher Teil der Bevölkerung verzichtet vollständig auf Vorsorge oder nutzt vorhandene Möglichkeiten nicht.

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Viele Menschen wollen mehr für die Altersvorsorge sparen – doch begrenzte finanzielle Spielräume verhindern oft eine ausreichende Vorsorge.Viele Menschen wollen mehr für die Altersvorsorge sparen – doch begrenzte finanzielle Spielräume verhindern oft eine ausreichende Vorsorge.Redaktion experten.de / KI-generiert

Die private Altersvorsorge in Deutschland bleibt fragmentiert: Zwar geben 52 Prozent der Bevölkerung an, regelmäßig für den Ruhestand zu sparen – gleichzeitig investiert mehr als ein Drittel überhaupt nicht in die eigene Vorsorge. Das zeigt der aktuelle Vorsorge-Report der AXA.

Große Spannbreite bei Sparbeträgen

Auch unter denjenigen, die vorsorgen, sind die monatlichen Beiträge häufig überschaubar. 13 Prozent investieren weniger als 100 Euro im Monat, weitere 15 Prozent zwischen 100 und 200 Euro. Höhere Sparleistungen bleiben die Ausnahme: Nur rund neun Prozent legen mehr als 400 Euro monatlich zurück. Diese Verteilung deutet auf begrenzte finanzielle Spielräume hin – ein Eindruck, der durch weitere Ergebnisse der Studie gestützt wird.

Vorsorge scheitert oft am Budget

Die Hälfte der Bevölkerung gibt an, gerne mehr für den Ruhestand sparen zu wollen, es sich aber finanziell nicht leisten zu können. Gleichzeitig räumen 16 Prozent ein, dass sie mehr vorsorgen könnten, dies aber nicht tun. Damit entsteht ein Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen und individuellem Verhalten, das sich nicht allein durch Informationsangebote oder Produktinnovationen auflösen lässt.

Verzichtspotenziale im Alltag

Um zusätzliche Mittel für die Altersvorsorge freizumachen, würden viele Befragte vor allem bei Freizeit- und Konsumausgaben sparen. Am häufigsten genannt werden Restaurantbesuche und Ausgehen (31 Prozent), gefolgt von Konsumausgaben etwa für Kleidung oder Technik (30 Prozent) sowie Reisen und Urlaub (21 Prozent).
Ob diese theoretischen Verzichtsbereitschaften tatsächlich in langfristige Sparprozesse überführt werden, bleibt jedoch offen.

Über die Studie:
Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von AXA 2.044 Personen in Deutschland online befragt. Die Ergebnisse der Befragung zwischen dem 18. und 20. März 2026 sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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