AfW kritisiert Nachhaltigkeitspräferenzabfrage

Veröffentlichung: 19.05.2025, 17:05 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die Nachhaltigkeitspräferenzabfrage hat sich aus Sicht vieler Vermittlerinnen als praxisfern erwiesen. Das aktuelle AfW-Vermittlerbarometer zeigt: Der Beratungsaufwand ist hoch, das Interesse der Kundinnen gering – und die Produktqualität lässt zu wünschen übrig.

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Ist die Abfrage der Nachhaltigkeits-Präferenz eine zu hohe Last?Ist die Abfrage der Nachhaltigkeits-Präferenz eine zu hohe Last?DALL-E

Nachhaltigkeit bleibt für viele Kundinnen ein Randthema. Laut dem 17. AfW-Vermittlerbarometer äußern lediglich 21 Prozent der Kunden ein Interesse an einer Abfrage ihrer Nachhaltigkeitspräferenzen. Ganze 68 Prozent geben an, das Thema sei ihnen gleichgültig, 11 Prozent lehnen die Abfrage sogar ausdrücklich ab. „In der öffentlichen Wahrnehmung sind derzeit Themen wie Migration, Inflation und geopolitische Risiken deutlich präsenter als die Nachhaltigkeitsdiskussion“, sagt Norman Wirth, Vorstandsmitglied des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung.

Der Verband sieht auch bei den angebotenen Produkten Nachholbedarf. Knapp die Hälfte der Vermittler (47,6 % bei Finanzanlagen und 45,5 % bei Versicherungen) stuft das Angebot an nachhaltigen Produkten als ausreichend ein – mehr aber auch nicht. Orientierungshilfen wie ESG-Ratings nutzen 49 Prozent, jeder Vierte greift auf Gütesiegel zurück. Doch 30,3 Prozent der Befragten geben an, keine konkrete Quelle für die Auswahl nachhaltiger Investments zu verwenden.

Angesichts der Ergebnisse unterstützt der AfW die Forderung seines Partnerverbands VOTUM, die Pflicht zur Nachhaltigkeitspräferenzabfrage in der jetzigen Form auszusetzen. „Wir setzen uns für klare, verständliche Kategorien ein und begrüßen ausdrücklich die in Brüssel angestoßenen Bemühungen um eine Vereinfachung der Prozesse“, so Wirth. Die bisherige Regulierung sei nicht nur wenig hilfreich, sondern führe zu erheblichem Mehraufwand ohne erkennbaren Nutzen – für Kunden wie auch für Vermittler.
Der AfW hat die Kritik bereits in zahlreichen Gesprächen mit der EU-Kommission sowie den europäischen Aufsichtsbehörden EIOPA und ESMA adressiert und will die politische Debatte auch weiterhin aktiv begleiten.

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