ESG-Studie 2024: Europäische Versicherer legen bei Nachhaltigkeit weiter zu
Die ESG-Bewertungen europäischer Versicherer steigen erneut. Besonders bei der Offenlegung von Emissionen und bei Governance-Strukturen zeigen sich Fortschritte. Doch bei der externen Prüfung von CO₂-Daten und im Bereich Social Engagement bleibt Luft nach oben.
ESG-Score steigt erneut
Die Nachhaltigkeitsperformance europäischer Versicherer verbessert sich weiter. Das zeigt die neue ESG-Studie von Zielke Research Consult für das Berichtsjahr 2024. Der durchschnittliche ESG-Score der untersuchten 21 Versicherungsunternehmen stieg von 3,37 Punkten im Jahr 2023 auf 3,63 Punkte im Jahr 2024. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort – getragen von höheren Transparenzanforderungen, neuen Reporting-Standards und wachsendem regulatorischem Druck.
Umwelt: Mehr Transparenz bei Emissionen
Die deutlichsten Fortschritte zeigen sich im Umweltbereich. Zwanzig der 21 untersuchten Versicherer veröffentlichten Angaben zu Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen. Das betrifft sowohl die eigenen Betriebsabläufe als auch – zunehmend relevant – die Kapitalanlageportfolios. Allerdings ließen nur acht Versicherer ihre CO₂-Angaben extern verifizieren Hier sehen die Studienautoren weiteren Verbesserungsbedarf, insbesondere mit Blick auf Datenqualität und Prüfungsstandards.
Soziales: Gender Pay Gap positiv, Engagement rückläufig
Im sozialen Bereich verzeichnet die Studie leichte Verbesserungen, insbesondere durch neue Offenlegungen zur Gender Pay Gap und zur Kundenorientierung. Gleichzeitig sank das Social Engagement im Durchschnitt spürbar – mit Punktverlusten zwischen 0,48 und 0,18 im Sample. Damit zeigt sich ein differenziertes Bild: Während Reporting-Strukturen ausgebaut werden, bleiben qualitative Initiativen nicht durchgängig auf gleichem Niveau.
Governance: Double Materiality wird Standard
Im Governance-Bereich führte Zielke zwei neue Bewertungskriterien ein: doppelte Wesentlichkeit (Double Materiality) und Stakeholder Engagement. Nahezu alle untersuchten Versicherer adressierten diese Aspekte umfassend. Entsprechend stiegen die Governance-Scores deutlich. Die Studie sieht hier eine stärkere Angleichung an regulatorische Erwartungen und Reporting-Vorgaben.
Mit Blick auf CSRD und ESRS gewinnt insbesondere die doppelte Wesentlichkeit an strategischer Bedeutung – nicht nur als Berichtspflicht, sondern als Steuerungsinstrument.
Spitzenreiter: Zurich vorne
Die höchste ESG-Gesamtbewertung erzielte Zurich mit 5,74 Punkten. Besonders hervorgehoben werden Transparenz in der Berichterstattung sowie neue Strategien zur Weiterentwicklung der ESG-Performance. Auch PrismaLife und Baloise werden für Fortschritte im Nachhaltigkeitsreporting genannt.
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