Für Nachhaltigkeit verzichten? Junge Anleger sagen häufiger ja
Nachhaltigkeit gewinnt bei der Geldanlage an Bedeutung – vor allem bei jüngeren Generationen. Sie gewichten ökologische und soziale Kriterien stärker und sind eher bereit, dafür auf Rendite zu verzichten.
Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Kriterium bei der Geldanlage – allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den Generationen. Das zeigt eine aktuelle Studie der BarmeniaGothaer Asset Management AG in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa.
Demnach messen 67 Prozent der unter 30-Jährigen nachhaltigen Kriterien bei der Geldanlage eine hohe Bedeutung bei. Damit liegt diese Altersgruppe deutlich vor allen anderen.
Nachhaltigkeit verliert mit zunehmendem Alter an Gewicht
In den übrigen Altersgruppen fällt die Bedeutung geringer aus. Bei den über 60-Jährigen halten 54 Prozent Nachhaltigkeit für wichtig. In den mittleren Altersgruppen liegt der Anteil nochmals niedriger: 49 Prozent bei den 30- bis 44-Jährigen und 44 Prozent bei den 45- bis 59-Jährigen.
Die Zahlen zeigen: Nachhaltigkeit ist kein einheitlicher Trend über alle Generationen hinweg, sondern vor allem ein Thema der jüngeren Anleger.
Bereitschaft zum Renditeverzicht besonders ausgeprägt
Besonders deutlich wird dieser Unterschied bei der Frage nach der Priorisierung von Rendite und Nachhaltigkeit. 65 Prozent der unter 30-Jährigen geben an, bereit zu sein, für nachhaltige Investments auf Rendite zu verzichten. Im Durchschnitt aller Befragten liegt dieser Wert bei 51 Prozent.
Damit wird Nachhaltigkeit für viele junge Anleger nicht nur zu einem zusätzlichen Auswahlkriterium, sondern zu einem entscheidenden Bestandteil ihrer Anlagestrategie.
„Wir sehen, dass sich die Geldanlage entlang der Generationen ausdifferenziert“, sagt Anton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset Management. „Bedürfnisse, Risikobereitschaft und Zugänge unterscheiden sich deutlich – deshalb braucht es Lösungen, die Menschen über ihre gesamte Lebensphase hinweg begleiten.“
Werteorientierung als Treiber der Geldanlage
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Geldanlage zunehmend auch an individuellen Wertvorstellungen orientiert. Während klassische Kriterien wie Sicherheit oder Rendite weiterhin eine zentrale Rolle spielen, gewinnen ökologische und soziale Aspekte insbesondere bei jüngeren Anlegern an Gewicht.
Über die Studie:
Die Studie zum Anlageverhalten der Deutschen wurde im Auftrag der BarmeniaGothaer Asset Management AG vom Meinungsforschungsinstitut forsa vom 5. bis 8. Januar 2026 durchgeführt. Befragt wurden rund 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren im Rahmen computergestützter Telefoninterviews. Die Auswahl erfolgte repräsentativ nach einem systematischen Zufallsverfahren.
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