PSVaG-Geschäftsbericht 2024: Mehr Insolvenzen, niedriger Beitragssatz, große Herausforderungen

Veröffentlichung: 14.04.2025, 10:04 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Der Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (PSVaG) hat seinen Jahresbericht zum 50. Geschäftsjahr vorgelegt. Das Schadenvolumen stieg 2024 auf 703 Millionen Euro und lag damit gut 10 Prozent über dem Vorjahr. Gleichzeitig fiel der Beitragssatz mit 0,4 Promille so niedrig aus wie selten zuvor.

(PDF)
Für 2025 erwartet der PSVaG ein weiter angespanntes Umfeld.Für 2025 erwartet der PSVaG ein weiter angespanntes Umfeld.wir_sind_klein / pixabay

Die Zahl der Sicherungsfälle kletterte 2024 von 417 auf 504. Dies entspricht einem Anstieg um 21 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der neu zu sichernden Versorgungsberechtigten von 61.900 auf 48.600. Positiv wirkte sich aus, dass es in 51 Fällen gelang, die betriebliche Altersversorgung auf fortgeführte Unternehmen zu übertragen. Rückflüsse aus Insolvenzverfahren in Höhe von 162 Mio. Euro entlasteten die Bilanz ebenfalls.

Direktzahlungen an Versorgungsberechtigte beliefen sich auf 74 Mio. Euro. Das Konsortium leistete weitere 847 Mio. Euro. Aus Kapitalanlagen flossen 130 Mio. Euro, die Überschussbeteiligung betrug 220 Mio. Euro. Der Ausgleichsfonds wurde um 104 Mio. Euro gestärkt und erreichte damit seine Zielgröße.

Ausschlaggebend für den niedrigen Beitragssatz war eine hohe Rückstellung für Beitragsrückerstattungen aus dem Jahr 2023 in Höhe von 631 Mio. Euro. Dadurch lag der Beitragssatz 2024 bei nur 0,4 Promille. Der zehnjährige Durchschnitt liegt bei 1,9 Promille.

Zum Jahresende waren beim PSVaG rund 103.050 Arbeitgeber gemeldet, über 14 Mio. Menschen standen unter Insolvenzschutz. Seit seiner Gründung hat der Verein Ansprüche von 1,65 Mio. Versorgungsberechtigten gesichert. Damit unterstreicht der PSVaG seine große sozialpolitische Relevanz als Träger der Insolvenzsicherung in der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland und Luxemburg.

Für 2025 erwartet der PSVaG ein weiter angespanntes Umfeld. Das Schadengeschehen liegt aktuell auf Vorjahresniveau, die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dürfte jedoch steigen.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Seraphim Ung Kim, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Schultze & BraunSeraphim Ung Kim, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Schultze & BraunSchultze & Braun
Fürs Alter

Insolvenzwelle erreicht die Betriebsrente: Worauf Unternehmen jetzt achten müssen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt seit Monaten deutlich an. Für Millionen Beschäftigte stellt sich damit eine Frage, die bislang oft wenig Beachtung findet: Was passiert eigentlich mit der betrieblichen Altersversorgung, wenn der Arbeitgeber in wirtschaftliche Schieflage gerät? Experten warnen davor, die betriebliche Altersversorgung erst im Krisenfall auf die Agenda zu setzen.
„Nicht beitragsgedeckte Leistungen sollten sachgerecht aus dem Steueraufkommen finanziert werden und nicht aus Beiträgen von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden“, erklärte Alexander Gunkel auf der Bundesvertreterversammlung„Nicht beitragsgedeckte Leistungen sollten sachgerecht aus dem Steueraufkommen finanziert werden und nicht aus Beiträgen von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden“, erklärte Alexander Gunkel auf der BundesvertreterversammlungBildarchiv DRV / Nürnberger
Fürs Alter

Rentenversicherung: Kürzung der Bundeszuschüsse würde 2027 zu höherem Beitragssatz führen

Die Deutsche Rentenversicherung warnt vor den Folgen geplanter Kürzungen bei den Bundeszuschüssen. Nach Einschätzung der Rentenversicherung würden geringere Bundesmittel bereits 2027 zu höheren Beiträgen für Beschäftigte und Arbeitgeber führen. Damit gewinnt die Debatte über die Finanzierung der Alterssicherung und sogenannte versicherungsfremde Leistungen erneut an Schärfe.
Anzugtraeger-in-Tresor-35566511-FO-TommiAnzugtraeger-in-Tresor-35566511-FO-Tommi
Assekuranz

PSVaG setzt Beitragssatz für 2018 fest

Der Pensions-Sicherungs-Verein, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) hat für das Jahr 2018 einen Beitragssatz von 2,1 Promille festgesetzt. Damit ist der Beitragssatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Promille gestiegen.
Eine neue IW-Studie zeigt: Die wirtschaftliche Lage vieler Rentner verändert sich deutlich, wenn neben dem Einkommen auch vorhandenes Vermögen berücksichtigt wird.Eine neue IW-Studie zeigt: Die wirtschaftliche Lage vieler Rentner verändert sich deutlich, wenn neben dem Einkommen auch vorhandenes Vermögen berücksichtigt wird.Redaktion experten.de / KI-generiert
Fürs Alter

Altersarmut neu bewertet: Warum Vermögen in der Rentendebatte stärker berücksichtigt werden könnte

Die Armutsgefährdung älterer Menschen fällt deutlich geringer aus, wenn neben dem Einkommen auch vorhandenes Vermögen berücksichtigt wird. Eine aktuelle IW-Studie stellt damit zentrale Argumente der laufenden Rentenreformdebatte infrage.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht