Plansecur warnt vor trügerischer SicherheitFrühstartrente: „Zehn Euro sind ein gutes Signal – mehr aber auch nicht“

Veröffentlichung: 11.06.2025, 12:06 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Frühstart- und Aktivrente der neuen Bundesregierung wird von Plansecur grundsätzlich begrüßt – doch Geschäftsführer Heiko Hauser warnt: Für eine auskömmliche Altersvorsorge reicht das Modell keinesfalls. Finanzbildung müsse daher früh in der Schule ansetzen.

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Heiko Hauser, Geschäftsführer der Finanz­beratungs­gruppe Plansecur.Heiko Hauser, Geschäftsführer der Finanz­beratungs­gruppe Plansecur.Plansecur

Die Finanzberatungsgruppe Plansecur befürwortet die von der Bundesregierung vorgestellten Modelle der Frühstart- und Aktivrente, mahnt jedoch zur Vorsicht. „Die Idee, junge Menschen frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen und ein Bewusstsein für private Altersvorsorge zu schaffen, ist äußerst begrüßenswert“, betont Geschäftsführer Heiko Hauser. „Aber sie muss kommunikativ begleitet werden, damit sie von der Bevölkerung als Auftakt und nicht etwa als ausreichend für die Altersvorsorge verstanden wird.“

Mit der Frühstartrente sollen Kinder im Alter zwischen sechs und 18 Jahren künftig monatlich zehn Euro vom Staat für ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten. Ergänzt wird das Modell durch die Aktivrente, die es Seniorinnen und Senioren erlaubt, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen.

Heiko Hauser begrüßt diese Impulse, warnt jedoch vor überhöhten Erwartungen: „Zehn Euro im Monat sind ein gutes Signal – mehr aber auch nicht. Es darf keinesfalls der Eindruck entstehen, die Regierung habe mit der Frühstartrente eine solide Grundlage für die Altersvorsorge von Millionen Kindern gelegt. Das würde eine trügerische Sicherheit erzeugen.“

Die Kasseler Finanzberatung hat Modellrechnungen aufgestellt: Bei einem gleichbleibenden staatlichen Zuschuss über zwölf Jahre und einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent käme am Ende ein Altersvorsorgevermögen von rund 36.000 Euro zustande. Dies würde – nach Steuern – gerade einmal für eine zusätzliche Monatsrente von knapp 172 Euro über 25 Jahre reichen. „Realistischerweise dürfte der steuerfreie Hinzuverdienst im Alter bei der Aktivrente in vielen Fällen deutlich unter dem Höchstbetrag von 2.000 Euro liegen“, so Hauser.

Plansecur fordert deshalb eine umfassendere Aufklärung über die Bedeutung privater Vorsorge und ruft die Kultusministerkonferenz auf, das Thema Finanzbildung in die schulischen Lehrpläne aufzunehmen. „Junge Menschen müssen frühzeitig lernen, mit Geld umzugehen und langfristig zu planen“, so Hauser. Nur so könne die Frühstart- und Aktivrente ihre potenzielle Wirkung entfalten.

Zudem weist Plansecur auf viele noch ungeklärte Fragen hin: Welche Fonds oder Finanzprodukte sollen für die Frühstartrente zugelassen werden? Wie werden Verwaltung, Kontrolle und Anlagestrategien ausgestaltet? Ob diese Punkte bis zum geplanten Inkrafttreten am 1. Januar 2026 geklärt werden können, ist fraglich.

Hauser zieht ein nüchternes Fazit: „Die Frühstartrente ist geeignet, junge Menschen für ihre finanzielle Eigenverantwortung zu sensibilisieren. Doch ohne klare Antworten auf die offenen Fragen droht sie, ein gut gemeintes, aber halbgares Projekt zu bleiben.“ Auch bei der Aktivrente seien noch viele steuerliche und organisatorische Details offen.

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