Sechs Mythen der Dividendenstrategie: Worauf Anleger achten solltenMythos 6: Dividenden steigen kontinuierlich

Veröffentlichung: 06.03.2025, 05:03 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Selbst bilanzstarke Unternehmen können ab und zu gezwungen sein, ihre Ausschüttungen zu senken. In der Marktbreite gingen während der Finanzkrise der Jahre 2008/09 oder während der Coronakrise ab 2019 die Dividendensummen zurück.
Für die anstehende Dividendensaison auf Basis der Bilanzen des Jahres 2024 ist das Bild durchwachsen. Im DAX dürfte die Ausschüttungshöhe leicht sinken, was auch am Autosektor liegt. Auf europäischer Ebene signalisiert der Dividenden-Terminkontrakt für 2025 auf den Euro STOXX 50-Index eine stagnierende Ausschüttungssumme. Dennoch ist das Wachstum der Dividenden über die Jahre nicht gering: Der Euro STOXX 50 Dividend Point-Index spiegelt die Dividenden in Form von Indexpunkten. Von 2014 bis 2024 stieg er um etwa 46 Prozent. Hinzu kommt, dass Aktienrückkäufe in Europa seit einigen Jahren stetig zunehmen. Sie sind nur eine andere Form der Kapitalrückführung an die Aktionäre. Anders als bei der direkten Gewinnbeteiligung steigt der Anteil des Gewinns, der auf die verbliebenen Aktien verteilt wird.

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Benjardin Gärtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien bei Union InvestmentBenjardin Gärtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien bei Union InvestmentUnion Investment

Fazit

Nicht nur die Dividende zählt. Ob eine Dividendenstrategie die richtige Wahl ist, hängt vom Ziel des Anlegers ab. Dividendentitel sollten sorgfältig ausgewählt werden, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen. Denn das Mehr an verlässlichen Gewinnbeteiligungen in Form von Dividenden erkaufen sich Anleger mit einem geringeren Kurspotenzial.
Ihre volle Kraft entfaltet eine Dividendenstrategie daher erst über einen längeren Zeitraum. Für Dividendenjäger sind Sektoren interessant, die Aussicht auf Stabilität bringen. Dazu zählen derzeit Versicherer und Pharmakonzerne sowie günstig bewertete, werthaltige Branchen wie Banken.

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