Zusatzleistungen der Krankenkassen: Wo Versicherte profitieren können

Veröffentlichung: 06.02.2025, 09:02 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Gesetzlich Versicherte können durch passende Zusatzleistungen ihrer Krankenkasse mehrere Hundert Euro im Jahr sparen, zeigt eine neue Finanztip-Auswertung. Besonders gefragt sind professionelle Zahnreinigungen, Gesundheitskurse und Osteopathie – doch die Erstattungen unterscheiden sich erheblich.

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Gesetzlich Versicherte können durch passende Zusatzleistungen ihrer Krankenkasse mehrere Hundert Euro im Jahr sparen, zeigt eine neue Finanztip-Auswertung.Gesetzlich Versicherte können durch passende Zusatzleistungen ihrer Krankenkasse mehrere Hundert Euro im Jahr sparen, zeigt eine neue Finanztip-Auswertung.MabelAmber / pixabay

Steigende Zusatzbeiträge haben viele gesetzlich Versicherte zum Jahresbeginn belastet. Doch eine aktuelle Auswertung des unabhängigen Geldratgebers Finanztip zeigt: Wer die passenden Zusatzleistungen seiner Krankenkasse gezielt nutzt, kann sich erhebliche finanzielle Vorteile sichern. Die Analyse offenbart jedoch deutliche Unterschiede bei den Erstattungen. Während manche Krankenkassen bestimmte Leistungen vollständig übernehmen, zahlen andere gar nichts dazu.

„Weniger Beitrag bedeutet nicht gleich weniger Leistung – und umgekehrt“, erklärt Barbara Weber, Versicherungsexpertin bei Finanztip. Neben dem Preis sollten Versicherte daher genau prüfen, welche Zusatzangebote und Bonusprogramme ihre Krankenkasse bietet.

Zahnreinigung: Manche Kassen zahlen alles, andere gar nichts

Laut einer repräsentativen Umfrage von Finanztip (1.019 Befragte, Dezember 2024) ist die professionelle Zahnreinigung die wichtigste Zusatzleistung für gesetzlich Versicherte – 82 Prozent halten sie für wichtig oder sehr wichtig. Doch die Kassen handhaben die Erstattung unterschiedlich:

  • Einige übernehmen 40 bis 80 Euro jährlich für Zahnreinigungen bei einem Zahnarzt nach Wahl.
  • Andere finanzieren eine vollständige Reinigung – jedoch nur bei Partnerzahnärzten.
  • Für bestimmte Zielgruppen, etwa Schwangere, erstatten manche Anbieter die Kosten komplett.

Gesundheitskurse: Unterstützung für Sport, Ernährung und Entspannung

Auch Gesundheitskurse stehen hoch im Kurs: 73 Prozent der Befragten bewerten diese als wichtig. Hier gibt es ebenfalls Unterschiede bei der Erstattung:

  • Finanztip-empfohlene Krankenkassen zahlen 100 bis 150 Euro pro Kurs (bis zu 550 Euro jährlich).
  • Erstattungsfähige Kurse reichen von Yoga und Pilates über Ernährungsberatung bis zu Nichtraucherseminaren.
  • Andere Kassen übernehmen lediglich zweimal 75 Euro im Jahr.

„Wer die richtige Krankenkasse wählt, kann sich etwa Fitness- oder Suchtpräventionskurse finanzieren lassen und so seine Gesundheitsziele leichter erreichen“, so Weber.

Osteopathie: Bei manchen Kassen bis zu 400 Euro Erstattung möglich

Alternative Heilmethoden wie Osteopathie sind weniger gefragt (45 Prozent der Befragten halten sie für wichtig). Doch wer darauf angewiesen ist, kann von hohen Erstattungen profitieren:

  • Einige Kassen zahlen zwischen 120 und 160 Euro jährlich für osteopathische Behandlungen.
  • Manche erstatten sogar bis zu 400 Euro im Jahr – andere wiederum gar nichts.

Bonusprogramme: Geld für gesundes Verhalten

Neben den regulären Zusatzleistungen bieten viele Krankenkassen Bonusprogramme, die Versicherte für gesundheitsbewusstes Verhalten belohnen. Laut Finanztip sind je nach Kasse zwischen 20 und 150 Euro steuerfrei möglich – allein für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen oder regelmäßigen Sport.

Welche Kassen haben das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Finanztip untersucht jährlich die Zusatzleistungen und Beitragssätze der bundesweit zugänglichen Krankenkassen. Nach einer Vorauswahl wurden 16 Anbieter anhand von 33 Kriterien bewertet. Die besten Preis-Leistungs-Verhältnisse bieten laut Finanztip derzeit:

  • HKK, TK, BKK Firmus und Audi BKK
  • Energie-BKK (empfohlen für Schwangere und junge Familien)

„Versicherte sollten sich überlegen, welche Extras ihnen wichtig sind und ob sich ein Kassenwechsel lohnt. Denn viele Leistungen summieren sich schnell zu mehreren hundert Euro Ersparnis“, resümiert Barbara Weber.

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