Altersvorsorge-Reform wird konkret: Allianz plant Angebote für alle drei Vorsorgewege

Veröffentlichung: 17.06.2026, 16:06 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Mit dem Altersvorsorgereformgesetz entsteht ab 2027 ein neuer Markt für staatlich geförderte private Altersvorsorge. Die Allianz Lebensversicherung hat nun angekündigt, Angebote für alle drei vorgesehenen Produktkategorien entwickeln zu wollen. Damit wird die Reform erstmals auch auf Produktseite konkret.

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Die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge nimmt Gestalt an. Nachdem Bundestag und Bundesrat das Altersvorsorgereformgesetz beschlossen haben, beginnen erste Anbieter mit der Entwicklung konkreter Produkte. Die Allianz Lebensversicherung kündigte nun an, zum Start des neuen Systems Anfang 2027 Lösungen für sämtliche förderfähigen Produktkategorien anbieten zu wollen.

Drei Wege der geförderten Vorsorge

Das neue Altersvorsorgesystem sieht künftig drei unterschiedliche Produktformen vor. Neben dem klassischen Altersvorsorgevertrag mit einer rechtlich zulässigen Beitragsgarantie von 80 oder 100 Prozent können Verbraucher künftig auch ein Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie wählen. Hinzu kommt das gesetzlich standardisierte Altersvorsorgedepot, das mit einer begrenzten Fondsauswahl arbeiten wird. Die Allianz plant nach eigenen Angaben Angebote für alle drei Varianten.
Damit positioniert sich Deutschlands größter Lebensversicherer frühzeitig in einem Markt, der nach Einschätzung vieler Branchenvertreter erhebliches Wachstumspotenzial besitzt.

Mehr Menschen sollen Zugang zur Förderung erhalten

Ein wesentliches Ziel der Reform besteht darin, die staatlich geförderte Altersvorsorge breiter aufzustellen. Im Unterschied zum bisherigen Riester-System wird der Kreis der Förderberechtigten ausgeweitet. Künftig sollen unter anderem auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende von der Förderung profitieren können. Zudem setzt der Gesetzgeber auf einfachere Fördermechanismen und eine höhere Flexibilität bei der Produktgestaltung. Die Hoffnung: Menschen erreichen, die bislang keinen geförderten Vorsorgevertrag abgeschlossen haben.

Allianz sieht neue Impulse für die Vorsorge

„Die Reform bringt neue Impulse, und in der öffentlichen Diskussion wird wieder positiv und zuversichtlich über Alters- und Zukunftsvorsorge gesprochen“, sagt Ruedi Kubat, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherung. Der Bedarf bleibt aus Sicht des Unternehmens hoch. Nach Angaben der Allianz glaubt lediglich jeder fünfte Bundesbürger, ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben. Die staatlich geförderte Vorsorge könne deshalb weiterhin ein wichtiger Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau sein.

InvestFlex soll als Grundlage dienen

Für den Altersvorsorgevertrag und das Altersvorsorgedepot plant die Allianz Lösungen auf Basis ihres bestehenden Vorsorgekonzepts InvestFlex. Dabei handelt es sich um eine fondsgebundene Rentenversicherung, die verschiedene Fonds-, ETF- und Depotlösungen kombiniert. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit Allianz Global Investors. Mit den neuen Angeboten will der Konzern zum 1. Januar 2027 starten.

Vermittler stehen vor neuer Beratungslandschaft

Für Vermittler dürfte die Reform neue Beratungsfragen mit sich bringen. Während das bisherige Riester-System weitgehend auf Versicherungsprodukte ausgerichtet war, werden künftig unterschiedliche Produktwelten nebeneinanderstehen. Kunden können zwischen Garantieprodukten, fondsgebundenen Lösungen und standardisierten Depotmodellen wählen.
Damit gewinnt die Frage an Bedeutung, welches Modell für welche Zielgruppe geeignet ist und wie staatliche Förderung, Renditechancen und Sicherheitsbedürfnisse miteinander in Einklang gebracht werden können.

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