ePA erhält neue Funktionen – der nächste Entwicklungsschritt entscheidet über den praktischen Nutzen

Veröffentlichung: 02.07.2026, 06:07 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die elektronische Patientenakte (ePA) erhält mit der Version 3.1.3 neue Funktionen für Versicherte. Wie die IT-Dienstleister BITMARCK und RISE bekannt gaben, haben sie die aktuelle Version fristgerecht für rund 80 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen bereitgestellt. Neu sind unter anderem ein digital gestützter Medikationsplan sowie Push-Benachrichtigungen, die Versicherte über neue Dokumente oder Zugriffe auf ihre Akte informieren. Ende 2026 soll zudem eine Volltextsuche folgen.

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Mit Version 3.1.3 erhält die ePA neue Funktionen für Versicherte. Der eigentliche Wandel liegt jedoch tiefer: Aus der digitalen Akte wird schrittweise eine kontinuierlich weiterentwickelte Gesundheitsplattform.Mit Version 3.1.3 erhält die ePA neue Funktionen für Versicherte. Der eigentliche Wandel liegt jedoch tiefer: Aus der digitalen Akte wird schrittweise eine kontinuierlich weiterentwickelte Gesundheitsplattform.Experten/KI

ePA 3.1.3: Der praktische Nutzen rückt in den Mittelpunkt

Mit dem Update beginnt eine neue Phase der ePA-Entwicklung. Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem der Aufbau der technischen Infrastruktur im Vordergrund stand, rückt nun der konkrete Nutzwert für Versicherte und Leistungserbringer in den Mittelpunkt. Ob sich die elektronische Patientenakte dauerhaft im Versorgungsalltag etabliert, wird künftig weniger von ihrer Verfügbarkeit als von ihrem praktischen Mehrwert abhängen.

Digitaler Medikationsplan soll die Arzneimitteltherapie transparenter machen

Der digital gestützte Medikationsplan schafft erstmals eine zentrale Übersicht über verordnete Arzneimittel. Nicht verschreibungspflichtige Präparate können von den Versicherten ergänzt und Dosierungsinformationen hinterlegt werden. Damit entstehen bessere Voraussetzungen, Medikationsinformationen vollständig zu erfassen und Risiken bei der Arzneimitteltherapie zu verringern – insbesondere dann, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden.

Auch die neuen Push-Benachrichtigungen verändern die Rolle der elektronischen Patientenakte. Versicherte werden künftig automatisch informiert, wenn neue Dokumente eingestellt oder Zugriffe auf ihre Akte erfolgen. Die ePA wird damit vom passiven Informationsspeicher zu einem aktiveren Kommunikationsinstrument. Transparenz und regelmäßige Nutzung gehören zu den Voraussetzungen, damit digitale Anwendungen im Gesundheitswesen ihren Nutzen tatsächlich entfalten.

Volltextsuche soll die Arbeit mit der elektronischen Patientenakte erleichtern

Für Leistungserbringer dürfte vor allem die angekündigte Volltextsuche an Bedeutung gewinnen. Dokumente in der ePA sollen sich künftig gezielt nach Stichwörtern durchsuchen lassen. Das erleichtert den Zugriff auf relevante Informationen und unterstützt die stärkere Einbindung der elektronischen Patientenakte in bestehende Behandlungs- und Dokumentationsprozesse.

KI in der ePA wird zur nächsten gesundheitspolitischen Debatte

Bemerkenswert ist darüber hinaus die politische Forderung von BITMARCK, den Einsatz künstlicher Intelligenz innerhalb der ePA regulatorisch zu ermöglichen. Damit verschiebt sich die Diskussion über die elektronische Patientenakte. Ging es bislang vor allem um die Digitalisierung medizinischer Dokumente, rückt nun zunehmend die Frage in den Vordergrund, wie Gesundheitsdaten unter klaren rechtlichen Rahmenbedingungen ausgewertet und für eine bessere Versorgung genutzt werden können.

Die ePA entwickelt sich zur digitalen Gesundheitsplattform

Gleichzeitig verdeutlicht die aktuelle Ausbaustufe einen grundlegenden Wandel der Digitalisierungsstrategie. Die Aussagen von BITMARCK und RISE machen deutlich, dass die ePA nicht mehr als einmaliges IT-Projekt verstanden wird, sondern als Plattform, die über standardisierte Schnittstellen und kontinuierliche Software-Releases fortlaufend erweitert wird. Damit entsteht die technische Grundlage, künftig weitere digitale Anwendungen schrittweise in die Versorgung zu integrieren.

Die langfristige Bedeutung der elektronischen Patientenakte wird deshalb nicht allein von der Zahl neuer Funktionen abhängen. Entscheidend ist, ob aus einer digitalen Dokumentenablage ein Arbeitsinstrument entsteht, das Behandlungsabläufe verbessert, Informationen schneller verfügbar macht und den Mehrwert digitaler Gesundheitsdaten im Versorgungsalltag tatsächlich erschließt.

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