Riester-Reform: Vermittler bereiten Bestände jetzt systematisch auf den Wechsel vor
Die Vorbereitungen auf die Reform der geförderten Altersvorsorge gehen in die nächste Phase. Nach den ersten Fördervergleichsrechnern folgt nun die automatisierte Analyse bestehender Riester-Verträge. Ziel ist es, Vermittlern frühzeitig aufzuzeigen, wann ein Wechsel in die neue Förderwelt wirtschaftlich sinnvoll werden kann.
Bereits lange vor der Einführung des geplanten Altersvorsorgedepots arbeitet die Branche an neuen Beratungswerkzeugen. Nach den ersten Fördervergleichsrechnern erweitern MORGEN & MORGEN sowie Jung, DMS & Cie. ihre Lösungen nun um Funktionen zur systematischen Analyse bestehender Riester-Verträge und bereiten Vermittler damit auf die kommende Reform vor.
Break-even statt Bauchgefühl
Im Mittelpunkt steht eine automatisierte Bestandsanalyse, mit der Versicherer und Vertriebsunternehmen größere Riester-Bestände auswerten können. Kern der Berechnung ist der individuelle Break-even-Zeitpunkt. Er zeigt, ab wann die Förderung des geplanten Altersvorsorgedepots die bisherige Riester-Förderung übersteigen würde. „Die entscheidende Frage, die schon heute zählt, ist nicht nur, ob ein Wechsel sinnvoll ist, sondern vielmehr wann“, sagt Benjamin Brummer, stellvertretender Bereichsleiter Mathematik bei MORGEN & MORGEN. Die Analyse ermögliche es Vermittlern und Versicherern, Kunden frühzeitig zu identifizieren und gezielt auf die individuell passende Förderlösung vorzubereiten.
Beratung beginnt vor dem Produkt
Parallel stellt Jung, DMS & Cie. den von MORGEN & MORGEN entwickelten Fördervergleichsrechner seinen angeschlossenen Maklern zur Verfügung und ergänzt ihn um Informationsangebote, Webinare und eine eigene Landingpage zur Altersvorsorgereform. Ziel sei es, Vermittler bereits vor dem Marktstart konkreter Altersvorsorgedepot-Produkte auf die neue Beratungssituation vorzubereiten. „Wir möchten verhindern, dass rund um das Altersvorsorgedepot eine reine Wechseldiskussion entsteht. Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie schnell kommt der Kunde in die neue Welt, sondern welche Lösung bietet ihm langfristig den größten Nutzen?“, sagt Kristina Obermeier, Director Broker Sales der Jung, DMS & Cie. AG.
Förderlogik vor Tarifvergleich
Nach Einschätzung der Beteiligten sollte zunächst geklärt werden, welche Förderwelt für den jeweiligen Kunden langfristig wirtschaftlicher ist. Erst danach folge der Vergleich konkreter Produkte. Auch Christian Jaffke, Geschäftsführer von MORGEN & MORGEN, betont diesen Ansatz: „Der Rechner bewertet nicht Produkte, sondern Förderlogiken. Erst wenn feststeht, welche Förderwelt für den Kunden wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte über konkrete Produktlösungen gesprochen werden.“
Nächster Schritt bereits geplant
Die Entwicklung dürfte damit noch nicht abgeschlossen sein. Jung, DMS & Cie. und MORGEN & MORGEN planen bereits einen umfassenden Altersvorsorgevergleichsrechner. Sobald erste Altersvorsorgedepot-Produkte verfügbar sind, sollen damit neben den Fördermöglichkeiten auch konkrete Tarifleistungen verschiedener Vorsorgelösungen verglichen werden.
Zum Hintergrund: Experten.de hat bereits über die ersten Fördervergleichsrechner berichtet und gezeigt, wie Riester-Verträge und das geplante Altersvorsorgedepot künftig systematisch gegenübergestellt werden können.
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