KI wird zum Sparberater – das Vertrauen der Anleger wächst langsam

Veröffentlichung: 02.07.2026, 07:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in die Geldanlage. Zwar begegnen viele Sparer KI-gestützten Empfehlungen noch mit Vorsicht. Gleichzeitig zeigt eine europaweite Studie: Das Interesse an automatisierter Beratung wächst – insbesondere bei digitalaffinen Anlegern.

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Immer mehr Sparer können sich vorstellen, Künstliche Intelligenz bei der Verwaltung ihrer Geldanlage einzusetzen – vorausgesetzt, die Entscheidungen bleiben nachvollziehbar.Immer mehr Sparer können sich vorstellen, Künstliche Intelligenz bei der Verwaltung ihrer Geldanlage einzusetzen – vorausgesetzt, die Entscheidungen bleiben nachvollziehbar.Redaktion experten.de / KI-generiert

Ob Produktempfehlungen, Portfolioüberwachung oder automatische Umschichtungen – Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zu einem Werkzeug der Geldanlage. Das zeigt das aktuelle „Crédit Agricole European Savings Barometer“, für das Sparer in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien befragt wurden. Demnach wächst die Offenheit gegenüber KI-gestützter Beratung, auch wenn Vertrauen und Transparenz weiterhin entscheidende Voraussetzungen bleiben.

Jeder Dritte vertraut KI bereits

In Deutschland geben 35 Prozent der Befragten an, Künstlicher Intelligenz bei der Verwaltung ihrer Ersparnisse grundsätzlich zu vertrauen. Europaweit liegt dieser Wert bei 30 Prozent. Noch größer fällt die Offenheit aus, wenn nachvollziehbar ist, wie KI arbeitet. Rund die Hälfte der deutschen Sparer kann sich vorstellen, KI-gestützte Beratung bei der Auswahl und Überwachung von Sparprodukten zu nutzen – vorausgesetzt, die Entscheidungswege bleiben verständlich. 43 Prozent wären zudem bereit, einen Teil ihrer Ersparnisse nach selbst festgelegten Regeln automatisiert von einer KI verwalten zu lassen.

Digitalaffine Anleger gehen voran

Besonders groß ist die Zustimmung bei den sogenannten „Digital Adepts“, also Sparern, die digitale Finanzangebote intensiv nutzen. 71 Prozent dieser Gruppe stimmen der Aussage zu, dass KI sie bei der Auswahl und Überwachung ihrer Geldanlage sinnvoll unterstützen könne. Die Studie beschreibt diese Anleger zugleich als besonders aktiv: Sie vergleichen regelmäßig Angebote, treffen häufiger Anlageentscheidungen und zeigen eine größere Bereitschaft, für höhere Renditen kalkulierbare Risiken einzugehen.

Transparenz bleibt entscheidend

Trotz der wachsenden Offenheit macht die Studie deutlich, dass Vertrauen nicht selbstverständlich ist. Gerade ältere Menschen sowie Personen mit geringeren Sparmöglichkeiten stehen KI-Anwendungen deutlich skeptischer gegenüber. Aus Sicht der Studienautoren dürfte sich die Akzeptanz deshalb vor allem dort erhöhen, wo digitale Beratung nachvollziehbar bleibt und Anleger selbst festlegen können, welche Entscheidungen automatisiert getroffen werden.

KI ergänzt die Beratung

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Künstliche Intelligenz künftig stärker als Unterstützung bei Routineaufgaben eingesetzt wird – etwa bei Marktbeobachtung, Produktauswahl oder Portfolioüberwachung. Die Verantwortung für grundlegende Anlageentscheidungen möchten viele Sparer dagegen weiterhin selbst behalten oder gemeinsam mit einem Berater treffen.
Damit deutet sich ein Modell an, bei dem KI nicht die persönliche Beratung ersetzt, sondern sie ergänzt und effizienter macht.

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