Frauen fürchten häufiger Altersarmut als Männer

Veröffentlichung: 09.09.2025, 11:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Sorge um die eigene finanzielle Zukunft ist unter Frauen in Deutschland weiterhin groß – und in einigen Punkten sogar gewachsen. Der aktuelle AXA Vorsorge Report zeigt, dass 41 Prozent der befragten Frauen erwarten, im Ruhestand eine schlechtere Lebensqualität zu haben. Besonders alarmierend: Mehr als jede vierte Frau (28 Prozent) fürchtet, im Alter in Armut zu geraten. Bei den Männern liegt dieser Wert mit 22 Prozent spürbar niedriger.

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Jede zweite Frau (54 Prozent) würde gern mehr für den Ruhestand sparen, gibt aber an, es sich finanziell nicht leisten zu können.Jede zweite Frau (54 Prozent) würde gern mehr für den Ruhestand sparen, gibt aber an, es sich finanziell nicht leisten zu können.DALL-E

Auch beim Vorsorgeverhalten treten Unterschiede zutage. Jede zweite Frau (54 Prozent) würde gern mehr für den Ruhestand sparen, gibt aber an, es sich finanziell nicht leisten zu können. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anteil sogar um drei Prozentpunkte gestiegen. Männer sind von dieser Einschränkung zwar ebenfalls betroffen, aber in geringerem Umfang.

Neben den finanziellen Möglichkeiten spiegeln sich auch unterschiedliche Sorgen wider. Frauen nennen vor allem Krankheit und Pflegebedürftigkeit als zentrales Risiko für das Alter: 57 Prozent äußern diese Befürchtung, verglichen mit 46 Prozent der Männer. Männer wiederum richten ihren Blick stärker auf strukturelle Faktoren. 16 Prozent sorgen sich um eine Überlastung der Rentenkassen durch zu viele Anspruchsberechtigte, während 22 Prozent der Männer – gegenüber 19 Prozent der Frauen – befürchten, dass künftig zu wenige Erwerbstätige Beiträge in die gesetzliche Rente einzahlen.

Beim Sparverhalten zeigen sich ebenfalls klare Unterschiede. 36 Prozent der Frauen geben an, derzeit gar nicht für die Altersvorsorge zu sparen, bei den Männern sind es 34 Prozent. Unterschiede ergeben sich auch bei den Sparzielen: Vier von zehn Frauen nutzen Rücklagen für Reisen und Urlaube, bei Männern sind es 36 Prozent. Männer investieren häufiger in Vermögensaufbau ohne konkretes Ziel (26 gegenüber 21 Prozent) und fast doppelt so häufig in ihre Hobbys (14 gegenüber 8 Prozent).

Preissteigerungen wirken sich spürbar auf die Vorsorgemöglichkeiten aus. 43 Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer geben an, dass ihre finanziellen Möglichkeiten für die Altersvorsorge durch Inflation und Kostensteigerungen der letzten Jahre verschlechtert wurden. Zudem kalkulieren mehr Männer (32 Prozent) als Frauen (27 Prozent) ihren künftigen Finanzbedarf im Ruhestand.

„Die Ergebnisse stimmen bedenklich. Altersvorsorge ist für viele Frauen eine große Herausforderung – insbesondere nach den allgemeinen Preissteigerungen der letzten Jahre“, sagt Leonie Kulik, Leiterin des Strategieprogramms Lebensversicherung bei AXA Deutschland. „Leider ist es schon heute so, dass die gesetzliche Rente insbesondere für Frauen nicht ausreicht, um den Lebensstandard im Ruhestand auch nur annähernd halten zu können. Mein Appell an alle Frauen lautet deshalb: Setzt euch jetzt mit einer zusätzlichen, privaten Altersvorsorge auseinander. Auch vermeintlich kleine Beträge können langfristig einen entscheidenden Beitrag zur Absicherung im Alter leisten.“

Der AXA Vorsorge Report basiert auf einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Im Auftrag von AXA wurden vom 1. bis 4. August 2025 insgesamt 2.009 Personen ab 18 Jahren in Deutschland online befragt.

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