Führerschein-Reformen stoßen auf Ablehnung
Die jüngere Generation gilt als Treiber neuer Mobilitätskonzepte – doch laut Studie der HUK-COBURG wächst gerade bei ihnen die Zustimmung zum Auto. Gleichzeitig stoßen Reformideen beim Führerschein auf Skepsis.
Auto gewinnt besonders bei jungen Menschen
Die Mobilitätsstudie der HUK-COBURG zeigt eine klare Entwicklung: Gerade junge Menschen wenden sich wieder stärker dem Auto zu. In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen ist die Zustimmung zum Auto als Verkehrsmittel der Zukunft im Vergleich zum Vorjahr am deutlichsten gestiegen. Gleichzeitig sinkt die Bewertung alternativer Mobilitätsformen. Auch im langfristigen Vergleich zeigt sich ein deutlicher Trend. Die Präferenz für das Auto ist bei den unter 40-Jährigen in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als bei älteren Befragten. Unterschiede zwischen den Generationen haben sich dadurch weitgehend nivelliert.
Skepsis gegenüber Führerschein-Reformen
Parallel dazu stoßen aktuelle Reformvorschläge beim Führerscheinerwerb auf breite Ablehnung – insbesondere bei jungen Menschen. Mehr als die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen bewertet reduzierte Pflichtfahrstunden negativ. Auch die Möglichkeit, Fahrpraxis mit Familienmitgliedern anzurechnen, wird von dieser Altersgruppe kritisch gesehen. Positiv bewertet werden hingegen vor allem digitale Elemente, etwa die Möglichkeit, Theoriestunden online zu absolvieren oder Informationen zu Kosten und Durchfallquoten transparenter zu machen.
Sicherheit im Straßenverkehr rückt in den Fokus
Neben der Frage der Mobilität gewinnt auch das Thema Verkehrssicherheit an Bedeutung. Die Studie zeigt eine hohe Zustimmung zu strengeren Maßnahmen. Am häufigsten wird der Wunsch nach härteren Strafen bei Verkehrsverstößen geäußert. Zudem sprechen sich viele Befragte für verstärkte Kontrollen aus. Auffällig ist die Haltung jüngerer Befragter: In der Gruppe unter 40 Jahren wird besonders häufig eine verpflichtende Führerschein-Nachprüfung für ältere Verkehrsteilnehmer ab 75 Jahren gefordert.
Über die Studie:
Die HUK-Mobilitätsstudie 2026 basiert auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH mit Mitgliedern des YouGov Panels, an der 4114 Personen zwischen dem 21.01. und 18.02.2026 teilnahmen. Die Daten wurden mit den Quotenmerkmalen Alter und Geschlecht innerhalb der einzelnen Bundesländer erhoben. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Bevölkerung in jedem einzelnen Bundesland ab 16 Jahren nach Alter und Geschlecht sowie für die Bevölkerung in Deutschland gesamt ab 16 Jahren nach Alter, Geschlecht und Region.
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