ÖPNV verliert an Bedeutung – Mobilitätsfrust in Deutschland wächst

Veröffentlichung: 24.04.2026, 06:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Bus, Bahn und Fahrrad verlieren an Attraktivität – gleichzeitig verschlechtert sich aus Sicht vieler Bürger die Planbarkeit von Mobilität. Das zeigt die aktuelle Studie der HUK-COBURG.

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Straßenbahn in DresdenStraßenbahn in DresdenAndyLeungHK / pixabay

ÖPNV stagniert trotz politischer Erwartungen

Die aktuelle Mobilitätsstudie der HUK-COBURG zeigt eine anhaltende Schwäche klassischer öffentlicher Verkehrsmittel. Busse, Straßen- und S-Bahnen werden seit 2021 konstant von maximal 13 Prozent der Bevölkerung als Verkehrsmittel der Zukunft gesehen. Damit bleibt die Einschätzung trotz politischer Initiativen und Diskussionen um Ausbau und Förderung auf niedrigem Niveau. Auch im Vergleich der letzten Jahre lässt sich keine Trendwende erkennen.

Fahrrad verliert deutlich an Zustimmung

Neben dem öffentlichen Nahverkehr hat auch das Fahrrad an Attraktivität eingebüßt. Seit der Corona-Pandemie ist die Einschätzung als Verkehrsmittel der Zukunft um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Aktuell sehen nur noch 16 Prozent der Befragten im Fahrrad eine zentrale Rolle für die Mobilität der Zukunft. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass kurzfristige Veränderungen im Mobilitätsverhalten während der Pandemie nicht dauerhaft Bestand hatten.

Wahrnehmung der Mobilität verschlechtert sich

Besonders deutlich fällt die Bewertung des Gesamtzustands der Mobilität aus. Neun von zehn abgefragten Kriterien – darunter Schnelligkeit, Zuverlässigkeit, Kosten und Organisation – werden im Vergleich zu vor fünf Jahren schlechter bewertet. So geben lediglich 9 Prozent der Befragten an, dass sich Fahrten heute verlässlicher planen lassen. Demgegenüber sehen 49 Prozent eine Verschlechterung. Auch die Organisation von Mobilität wird zunehmend als schwierig empfunden. Auffällig ist dabei, dass digitale Angebote zur Planung und Steuerung von Mobilität aus Sicht vieler Befragter bislang keine spürbare Verbesserung gebracht haben.

Ältere stärker betroffen als Jüngere

Die Studie zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Besonders ältere Menschen bewerten die Entwicklung der Mobilität negativer als jüngere Befragte. So geben deutlich mehr Menschen über 55 Jahre an, dass sie ihre Ziele langsamer erreichen als noch vor fünf Jahren. Auch die Planbarkeit und Organisation von Mobilität wird von dieser Gruppe kritischer eingeschätzt.

Regionale Unterschiede sichtbar

Auch regional zeigen sich Unterschiede. Besonders ausgeprägt ist der Frust über mangelnde Verlässlichkeit der Mobilität in Nordrhein-Westfalen. Dort beklagen 57 Prozent der Befragten eine Verschlechterung bei der Zeitplanung. Auch bei der wahrgenommenen Schnelligkeit der Fortbewegung liegt Nordrhein-Westfalen über dem Bundesdurchschnitt.

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