NÜRNBERGER übertrifft Prognose: Turnaround nimmt Fahrt auf

Veröffentlichung: 26.03.2026, 16:03 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Die NÜRNBERGER Versicherung meldet für 2025 ein deutlich besseres Ergebnis als erwartet. Nach einem Verlust im Vorjahr gelingt die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Rückkehr wird getragen von Sanierungsfortschritten, Kostensenkungen und stabilen Ergebnissen in den Personenversicherungen.

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Harald Rosenberger, Vorstandsvorsitzender der NÜRNBERGER Beteiligungs-AGHarald Rosenberger, Vorstandsvorsitzender der NÜRNBERGER Beteiligungs-AGNÜRNBERGER Versicherung

Ergebnis über Plan – deutlicher Sprung nach Verlustjahr

Die NÜRNBERGER Versicherung hat im Geschäftsjahr 2025 ein vorläufiges Konzernergebnis von 46,8 Mio. Euro erzielt und damit die eigene Prognose von 40 Mio. Euro übertroffen. Im Vorjahr hatte noch ein Verlust von 77,0 Mio. Euro zu Buche gestanden. Die gebuchten Bruttobeiträge gingen im Zuge der Bestandsbereinigung im Schaden-/Unfallsegment auf 3,521 Mrd. Euro zurück, der Konzernumsatz sank leicht auf 4,477 Mrd. Euro. Vorstandschef Harald Rosenberger spricht von einer gelungenen Trendwende: „Wir sind sehr zufrieden mit dem letzten Geschäftsjahr. Die Trendwende ist geschafft, die Sanierung der Schaden- und Unfallsparte kommt gut voran.“

Schaden-/Unfallsegment stabilisiert sich deutlich

Besonders im Schaden-/Unfallgeschäft zeigen sich Fortschritte: Das Ergebnis verbesserte sich auf –38,2 Mio. Euro nach –157,4 Mio. Euro im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Schaden-Kosten-Quote auf 96 Prozent und erreichte damit wieder ein profitables Niveau. Neben den eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen profitierte das Segment auch von einer geringeren Belastung durch Naturgefahren. Die Bruttorechnung schloss mit einem Gewinn von 36,9 Mio. Euro – nach einem massiven Verlust im Vorjahr.

Personenversicherung und Bankgeschäft als stabile Säulen

Während die Lebensversicherung mit 46,4 Mio. Euro leicht unter den Erwartungen blieb, entwickelten sich andere Bereiche stabil bzw. besser als prognostiziert:

  • Krankenversicherung: 8,2 Mio. Euro
  • Bankdienstleistungen: 11,1 Mio. Euro

Diese Segmente liefern weiterhin verlässliche Ergebnisbeiträge und stützen den Konzern während der Restrukturierung im Kompositgeschäft.

Effizienzprogramm zeigt Wirkung

Das Transformationsprogramm „Fit für die Zukunft“ ist weitgehend abgeschlossen und sorgt bereits für spürbare Effekte.

  • Verwaltungskosten: –8,2 Prozent auf 257,3 Mio. Euro
  • Mitarbeiterzahl: –9,7 Prozent auf 3.829

Der Stellenabbau erfolgte laut Unternehmen sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen. Insgesamt sollen künftig mehr als 85 Mio. Euro jährlich eingespart werden. Auch CFRO Peter Ott sieht den Konzern auf Kurs: „Wir haben unser Fundament deutlich gestärkt.“

Dividende geplant – trotz laufender Transformation

Vorstand und Management schlagen eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie vor. Insgesamt sollen rund 23 Mio. Euro ausgeschüttet werden. Der verbleibende Bilanzgewinn soll überwiegend in Rücklagen fließen, um Investitionen in Technologie, Neugeschäft und die weitere Transformation zu finanzieren.

Übernahme durch VIG kurz vor Abschluss

Parallel zur operativen Stabilisierung steht weiterhin die geplante Übernahme durch die Vienna Insurance Group im Fokus. Nach Unternehmensangaben hat die VIG bereits Zugriff auf 99,2 Prozent der Anteile. Die finale Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden steht jedoch noch aus. experten.de berichtete bereits über die Empfehlung des Unternehmens an die Aktionäre, das Übernahmeangebot anzunehmen.

Transformation zum Präventionsversicherer bleibt Leitmotiv

Unabhängig von Zahlen und Eigentümerstruktur treibt die NÜRNBERGER ihren strategischen Umbau weiter voran. Bereits zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, sich stärker in Richtung Prävention und Risikovermeidung zu entwickeln– weg von der reinen Schadenregulierung hin zu einem umfassenderen Risikomanagementansatz. Dieser Kurs soll auch im Rahmen der aktuellen Transformation konsequent fortgesetzt werden.

Ausblick: Noch ein Übergangsjahr – Wachstum ab 2027

Für 2026 rechnet der Versicherer mit einem weiteren leichten Rückgang im Neugeschäft sowie sinkenden Beiträgen. Gleichzeitig soll das Ergebnis auf rund 80 Mio. Euro steigen. Ab 2027 wird wieder ertragreiches Wachstum in allen Sparten angestrebt. Rosenberger betont: „Unser Ziel ist es, das aktuelle Momentum zu nutzen und unser Transformationsprogramm zum Präventionsversicherer konsequent weiterzuführen.

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