NÜRNBERGER wird Teil der Vienna Insurance Group
Die Übernahme der NÜRNBERGER durch die Vienna Insurance Group (VIG) ist abgeschlossen. Künftig gehört der Versicherer zur internationalen VIG-Gruppe, soll aber weiterhin eigenständig am deutschen Markt auftreten. Im Mittelpunkt stehen nun Transformation, IT-Modernisierung und der Ausbau der Biometrie-Kompetenz.
Die NÜRNBERGER Versicherung gehört künftig zur Vienna Insurance Group (VIG). Nach Vorliegen aller Angebotsbedingungen hat die österreichische Versicherungsgruppe ihr Erwerbsangebot vollzogen und hält nun nach Unternehmensangaben 99,2 Prozent der Aktien sowie der Stimmrechte an der NÜRNBERGER Beteiligungs-AG.
Die VIG zählt mit mehr als 50 Gesellschaften in 30 Ländern und rund 33 Millionen Kunden zu den größten Versicherungsgruppen in Zentral- und Osteuropa.
Übernahmeprozess nun abgeschlossen
Bereits im vergangenen Jahr hatte die NÜRNBERGER angekündigt, die eigene strategische Zukunft und mögliche Partnerschaften zu prüfen. Experten.de hatte damals über die Gespräche mit der Vienna Insurance Group und das spätere Übernahmeangebot berichtet.
Im Oktober 2025 legte die VIG schließlich ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot für bis zu 100 Prozent des Grundkapitals vor. Der Vorstand der NÜRNBERGER empfahl später die Annahme des Angebots. Mit dem nun erfolgten Vollzug ist die Übernahme formell abgeschlossen.
NÜRNBERGER soll eigenständig bleiben
Nach Angaben beider Unternehmen soll die NÜRNBERGER auch künftig eigenständig unter ihrer Marke am deutschen Markt auftreten. Die VIG verweist dabei auf ihre Mehrmarkenstrategie und das Prinzip des lokalen Unternehmertums innerhalb der Gruppe.
Die NÜRNBERGER werde ihre bereits 2024 gestartete Transformation zum sogenannten Präventionsversicherer fortsetzen. Unterstützung soll es dabei insbesondere bei der Modernisierung der Fach- und IT-Systeme geben. Harald Rosenberger, CEO der NÜRNBERGER Versicherung, erklärt: „Zusammen mit der Vienna Insurance Group wird für die NÜRNBERGER noch mehr möglich. Als Teil der VIG werden wir unsere Transformation zum Präventionsversicherer spürbar beschleunigen.“
Fokus auf Biometrie und Transformation
Die VIG sieht in der NÜRNBERGER insbesondere einen strategisch wichtigen Anbieter im Bereich biometrischer Produkte. Konzernchef Hartwig Löger betont: „Wir werden die Expertise der VIG in die strategische Ausrichtung der NÜRNBERGER einbringen und sie auch innerhalb unserer Gruppe als richtungsgebenden Anbieter von Biometrie-Produkten positionieren.“ Gleichzeitig soll die Übernahme die Marktposition der VIG in Deutschland stärken und die Diversifikation innerhalb der Gruppe erweitern.
Für die NÜRNBERGER kommt der Abschluss der Transaktion in einer Phase umfassender Neuausrichtung. Erst vor wenigen Wochen hatte der Versicherer bessere Geschäftszahlen gemeldet und von Fortschritten beim Turnaround berichtet.
Parallel dazu hatte das Unternehmen die personelle Kontinuität im Vertrieb abgesichert und den Vertrag des Vertriebsvorstands verlängert.
Konsolidierung im Versicherungsmarkt setzt sich fort
Die Übernahme unterstreicht zugleich den anhaltenden Konsolidierungstrend in der Versicherungsbranche. Gerade mittelgroße Anbieter stehen angesichts steigender Regulierungskosten, hoher IT-Investitionen und wachsender Anforderungen im Bereich Digitalisierung zunehmend unter Druck.
Internationale Versicherungsgruppen wie die VIG nutzen diese Entwicklung verstärkt, um ihre Marktposition auszubauen und zusätzliche Skaleneffekte zu erzielen.
Für die NÜRNBERGER beginnt damit eine neue Phase: Eigenständigkeit und Marke sollen erhalten bleiben – gleichzeitig wird die strategische Weiterentwicklung künftig stärker in einen internationalen Konzernverbund eingebettet.
Themen:
LESEN SIE AUCH
NÜRNBERGER übertrifft Prognose: Turnaround nimmt Fahrt auf
Vienna Insurance Group übernimmt Mehrheit an Nürnberger
„Die Transformation hält die ganze Branche auf Trab“
Allianz steigt mit Viridium-Übernahme in die Spitze des Run-Off-Marktes auf
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
wefox und das Maklermodell: Interne Strukturen werfen Fragen auf
IDEAL wächst im Einmalbeitragsgeschäft: Vertrieb treibt Neugeschäft deutlich an
wefox setzt trotz Notfallfinanzierung weiter auf Zukäufe
VEMA beteiligt sich an BCA: Maklerplattformen rücken enger zusammen
Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk
Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.














