Schmuck im Hausrat: „Viele Versicherte überprüfen ihre Wertgegenstände zu selten“
Viele Hausratversicherungen arbeiten bei Schmuck mit Sublimits. Doch wann reichen diese Deckungsgrenzen nicht mehr aus – und welche Fehler passieren in der Praxis häufig? Heiko Engmann, Leiter VALORIMA, die Juwelierversicherung der Mannheimer erklärt im Gespräch mit Experten.de, worauf Vermittler und Versicherte achten sollten.
expertenReport: Warum arbeiten viele Hausratversicherungen bei Schmuck mit Sublimits – und ab wann werden diese in der Praxis zum Problem?
Heiko Engmann: Bei reinen Hausratversicherungen handelt es sich in der Regel um Standardprodukte mit einer entsprechenden Kalkulation. Individuelle Lösungen oder die Erhöhung von Sublimits sind daher oftmals – auch kalkulatorisch – nicht vorgesehen. In der Praxis ist es wichtig, Kunden darüber aufzuklären, dass mögliche Sublimits ab gewissen Werten nicht mehr ausreichen und gegebenenfalls eine andere Versicherungslösung sinnvoll ist.
Ab welchem Wert eines Schmuckstücks oder einer Uhr empfehlen Versicherer aus Ihrer Erfahrung heraus eine separate Absicherung statt einer klassischen Hausratversicherung?
Immer dann, wenn Einzelwerte oder die Gesamtwerte an Schmuck oder Uhren die entsprechenden Sublimits überschreiten. Das gilt auch dann, wenn das sogenannte Tragerisiko – also Schäden außerhalb der Wohnung – umfassend versichert werden soll.
Wie sollten Versicherte mit Wertsteigerungen bei Schmuck oder Luxusuhren umgehen, damit kein Risiko einer Unterversicherung entsteht?
Es ist ratsam, regelmäßig die Werte zu überprüfen – gegebenenfalls auch mithilfe von Gutachten oder Expertisen – und Wertsteigerungen dem jeweiligen Versicherer zu melden. Auch bei steigenden Werten sollten mögliche Sublimits beachtet werden. Versicherte sollten sich daher bei ihrem Vermittler informieren, ob eine alternative Versicherungslösung sinnvoll ist.
Welcher Fehler wird bei der Absicherung hochwertiger Schmuckstücke oder Uhren aus Ihrer Erfahrung am häufigsten gemacht?
Die Zeitabstände für die Überprüfung der Wertgegenstände sind häufig zu groß gewählt. Außerdem werden wichtige Voraussetzungen für vereinbarte Sicherungen – etwa bestimmte Tresorklassen – nicht immer eingehalten.
Welche Rolle spielen Spezialpolicen für Kunst, Schmuck oder Sammlerstücke bei vermögenderen Haushalten?
Spezialpolicen spielen vor allem dann eine Rolle, wenn Standardlösungen nicht mehr ausreichen und einzelne Wertbereiche – etwa Kunstgegenstände, Schmuck, Uhren oder Sammlungen – einen besonders hohen Anteil am Gesamtvermögen einnehmen.
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