Schmuck im Hausrat: „Bei Einzelwerten über 10.000 Euro stößt Standarddeckung oft an Grenzen“
Hochwertiger Schmuck oder Luxusuhren können in der Hausratversicherung schnell an Deckungsgrenzen stoßen. Warum Versicherer häufig Sublimits setzen, welche Werte kritisch werden – und welche Fehler Versicherte häufig machen, erklärt Alina Sucker, Product Head Art & Private Clients bei Hiscox, im Gespräch mit Experten.de.
expertenReport: Warum arbeiten viele Hausratversicherungen bei Schmuck mit Sublimits – und ab wann werden diese in der Praxis zum Problem?
Alina Sucker: Viele Hausratversicherer setzen in ihren Standardprodukten ein Sublimit und oft eine Einzelwertbegrenzung, da die Schadenwahrscheinlichkeit für Schmuckgegenstände im Vergleich zu normalem Hausrat erhöht ist und bei höheren Summen individuelles Underwriting-Know-how gefragt ist. Bei Einzelwerten von über 10.000 EUR kann die Standarddeckung an ihre Grenzen kommen. Wir konzentrieren uns in unserer Zielkundengruppe auf vermögende Privatkunden und setzen in unserem Einstiegsprodukt ein Sublimit von 50.000 EUR, ohne Begrenzung des Einzelwertes. Dieser Betrag von 50.000 EUR kann bei Bedarf individuell erhöht werden, je nach Wert der individuellen Sammlung.
Ab welchem Wert eines Schmuckstücks oder einer Uhr empfehlen Versicherer aus Ihrer Erfahrung heraus eine separate Absicherung statt einer klassischen Hausratversicherung?
Ab einem Einzelwert von 10.000 EUR empfiehlt sich eine spezielle Allgefahren-Hausratversicherung, die eine hohe Entschädigungsgrenze für Schmuck bietet, bzw. die Wahl einer individuellen Summe ermöglicht.
Wie sollten Versicherte mit Wertsteigerungen bei Schmuck oder Luxusuhren umgehen, damit kein Risiko einer Unterversicherung entsteht?
Man sollte sich als Versicherter immer überlegen, was der aktuelle Wiederbeschaffungswert der Schmuckstücke bzw. Luxusuhren ist. Dieser kann vom ursprünglichen Anschaffungspreis erheblich abweichen und ist abhängig vom aktuellen Gold- und Listenpreis. Wird nur der Anschaffungspreis für die Versicherung zugrunde gelegt, kann der Entschädigungsbetrag im Schadenfall zu niedrig sein, um das Schmuckstück oder die Luxusuhr wieder zu erwerben.
Welcher Fehler wird bei der Absicherung hochwertiger Schmuckstücke oder Uhren aus Ihrer Erfahrung am häufigsten gemacht?
Ein häufiger Fehler ist tatsächlich, dass ein zu niedriger Wert – meist der ursprüngliche Anschaffungspreis – als Versicherungssumme hinterlegt wird. Darüber hinaus ist es wichtig, sich Gedanken über die geeignete Unterbringung zu Hause zu machen, z.B. für die Zeit, in der die Schmuckstücke nicht getragen werden. Ein adäquater Safe ist nach wie vor die beste Absicherung. Der richtige Spezialversicherer verfügt über ein qualifiziertes Netzwerk und kann bei der Auswahl des richtigen Safes beratend zur Seite stehen.
Welche Rolle spielen Spezialpolicen für Kunst, Schmuck oder Sammlerstücke bei vermögenderen Haushalten?
Eine Spezialpolice sichert möglichst viele Gefahren ab, wie z.B. Verlieren, Liegenlassen oder zufallsbedingte Beschädigung, und spielt in der Strategie zum Werterhalt dieser Sachanlagen eine entscheidende Rolle.
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