Munich Re 2025: Gewinnplus und bestätigte Strategie

Veröffentlichung: 26.02.2026, 18:02 Uhr - Lesezeit 7 Minuten

Munich Re hat 2025 den Gewinn deutlich gesteigert. Während geringere Großschäden und eine robuste Kapitalposition das Ergebnis stützen, zeichnen sich im Rückversicherungsgeschäft erste Preisrückgänge ab. Eine Analyse der Ergebnisquellen und strategischen Einordnung.

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Hauptgebäude (Abend) Munich ReHauptgebäude (Abend) Munich ReMunich Re Foto: Marcus Buck, München

Munich Re hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Konzernergebnis von 6.121 Millionen Euro abgeschlossen und damit das ursprüngliche Gewinnziel von 6 Milliarden Euro um rund 100 Millionen Euro übertroffen. Es ist das fünfte Jahr in Folge, in dem der Rückversicherer die eigene Prognose übersteigt.

Die Eigenkapitalrendite lag bei 18,3 Prozent (Vorjahr: 18,2 Prozent) und damit deutlich über dem im Rahmen der „Ambition 2025“ definierten Zielkorridor von 14 bis 16 Prozent. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 47,15 Euro nach 42,93 Euro im Vorjahr. Die Solvenzquote erhöhte sich auf 298 Prozent (287 Prozent) und liegt weit über dem bisherigen Zielbereich.

Der Vorstand schlägt eine Dividendenerhöhung um 20 Prozent auf 24 Euro je Aktie vor. Zusätzlich ist ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 2,25 Milliarden Euro bis zur Hauptversammlung 2027 geplant. Die Kapitalausstattung bleibt damit trotz hoher Ausschüttung komfortabel.

Ambition 2025 formal erfüllt

Mit dem Abschluss des Geschäftsjahres endet auch das Strategieprogramm „Ambition 2025“. Nach Unternehmensangaben wurden sämtliche finanziellen und nicht-finanziellen Ziele erreicht oder übertroffen. Dazu zählen neben der Kapitalrendite unter anderem Wachstumsziele bei Ergebnis je Aktie und Dividende sowie eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen auf 40 Prozent.

Vorstandsvorsitzender Christoph Jurecka spricht von einem „wegweisenden Jahr“ und betont die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells. Zugleich kündigt er mit „Ambition 2030“ eine stärkere Diversifikation des Geschäftsportfolios an.

Dr. rer. nat. Christoph Jurecka
1974, Diplom-Ingenieur,
seit 2019 bei Munich Re
VorsitzenderDr. rer. nat. Christoph Jurecka 1974, Diplom-Ingenieur, seit 2019 bei Munich Re VorsitzenderMunich Re


„2025 war ein wegweisendes Jahr für Munich Re. Wir haben mit 6,1 Mrd. € Jahresgewinn nicht nur ein neues Rekordergebnis erzielt, sondern auch alle Versprechen aus unserem 5-Jahres-Strategieprogramm Ambition 2025 erfüllt. In einer von Krisen gezeichneten Zeit hat sich unser Geschäftsmodell als widerstandsfähig, wachstumsstark und profitabel erwiesen. Mit unserem neuen Strategieprogramm Ambition 2030 werden wir unser Geschäftsportfolio weiter diversifizieren und Munich Re zur Rück-, Spezial- und Erstversicherungsgruppe im großen Maßstab weiterentwickeln.“

Christoph Jurecka, Vorsitzender des Vorstands

Ergebnisqualität: Entlastung bei Großschäden

Ein wesentlicher Treiber des Ergebnisanstiegs war die deutlich geringere Großschadenbelastung. In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung summierten sich Großschäden auf 1.627 Millionen Euro nach 2.807 Millionen Euro im Vorjahr. Die Belastungen aus Naturkatastrophen sanken von 1.915 Millionen auf 887 Millionen Euro. Der teuerste Einzelschaden waren die Waldbrände in Los Angeles mit rund 0,8 Milliarden Euro.

Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf 73,5 Prozent (77,3 Prozent). Normalisiert lag sie bei 80,1 Prozent. Ein erheblicher Teil des Ergebnissprungs ist damit auf eine im Vergleich zum Vorjahr günstigere Schadenentwicklung zurückzuführen.

Kapitalanlage mit stabilisierendem Beitrag

Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich auf 7.514 Millionen Euro (7.191 Millionen Euro). Die Gesamtrendite lag bei 3,2 Prozent, die laufende Rendite bei 3,7 Prozent. Die Wiederanlagerendite erreichte 4,1 Prozent. Belastend wirkte das Währungsergebnis mit minus 1.425 Millionen Euro, insbesondere infolge der Schwäche des US-Dollars.

Das Eigenkapital stieg leicht auf 33,4 Milliarden Euro. Die hohe Solvenzquote unterstreicht die weiterhin ausgeprägte Risikotragfähigkeit des Konzerns.

Segmente: Rückversicherung dominiert, ERGO legt zu

Das Geschäftsfeld Rückversicherung steuerte 5.204 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei und übertraf damit das Ziel von 5,1 Milliarden Euro. Der Versicherungsumsatz sank währungsbedingt und infolge bewusst aufgegebenen Geschäfts auf 38,7 Milliarden Euro.

ERGO erzielte ein Ergebnis von 917 Millionen Euro (810 Millionen Euro) und erreichte damit das Gewinnziel von rund 0,9 Milliarden Euro. Insbesondere das internationale Geschäft entwickelte sich deutlich positiv.

Marktumfeld: Preise unter Druck

In der Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2026 ging das Geschäftsvolumen um 7,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro zurück. Die Preise sanken risikoadjustiert um 2,5 Prozent. Munich Re verzichtete nach eigenen Angaben bewusst auf Geschäft, das den Renditeanforderungen nicht entsprach.

Nach mehreren Jahren eines harten Marktes deutet sich damit eine Normalisierung des Preisniveaus an. Für Rückversicherer verschiebt sich der Fokus von Preissteigerungen hin zu Portfoliosteuerung und Kapitaleffizienz.

Ausblick 2026

Für das laufende Geschäftsjahr strebt Munich Re ein Konzernergebnis von 6,3 Milliarden Euro an. Der Versicherungsumsatz soll auf 64 Milliarden Euro steigen, die Kapitalanlagerendite auf über 3,5 Prozent.

Munich Re beendet „Ambition 2025“ mit starken Kennzahlen und hoher Kapitalisierung. Die Ertragsqualität war 2025 auch von einer günstigen Schadenentwicklung geprägt. Entscheidend wird nun sein, wie stabil diese Profitabilität bleibt, wenn sich das Marktumfeld weiter normalisiert und der Zyklus an Dynamik verliert.

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