Veronika Grimm: „Sozialausgaben langfristig nicht tragbar ohne Reformen“
„So kann das nicht weitergehen“ – mit klaren Worten fordert Veronika Grimm ein Umdenken bei Renten und Sozialleistungen. Welche Maßnahmen die Wirtschaftsweise für unausweichlich hält, dürfte politisch für Zündstoff sorgen.
Angesichts hoher Ausgaben für Soziales, Rente und öffentliche Haushalte hat die Wirtschaftsweise Prof. Veronika Grimm im ZDF‑Morgenmagazin am 03.02.2026 grundlegende Reformschritte angemahnt. Es gehe darum, die Ausgabenbelastung des Bundes, der Länder und Kommunen spürbar zu senken und das Sozialsystem langfristig finanzierbar zu machen, sagte Grimm in dem Interview.
Grimm reagierte dabei auf Vorschläge aus dem CDU‑nahen Wirtschaftrat, die unter anderem Leistungen wie die Mütterrente oder die Rente mit 63 infrage stellen sowie Einsparungen im Gesundheitswesen thematisieren. Sie betonte, dass viele Einzelmaßnahmen, die kritisiert und „skandalisiert“ würden, in Summe in die richtige Richtung zielen könnten, wenn sie dazu beitragen, Abgabenlast und Ausgaben zu reduzieren.
Konkret hob sie hervor, dass Deutschland im europäischen Vergleich eine vergleichsweise hohe Steuer‑ und Abgabenbelastung habe und ohne strukturelle Reformen die Sozialausgaben auf Dauer nicht tragbar seien. Daher müssten „an vielen kleinen Stellschrauben gedreht“ werden, um die Belastung zu verringern und so auch Wachstum zu fördern.
Grimm verwies zudem auf die Notwendigkeit von Diskussionen über das Renteneintrittsalter und Leistungsansprüche im Sozialstaat, um die Ausgaben nachhaltig abzusenken und den Haushalt zu stabilisieren.
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