Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat sein neues Rating zur Unternehmensqualität deutscher Lebensversicherer vorgelegt. Die Analyse zählt zu den wichtigsten Marktbarometern der Branche und bewertet Stabilität, Ertragskraft, Service und Marktposition von 76 Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen: Während einzelne Kennzahlen unter Druck geraten, bleibt die langfristige Leistungsfähigkeit vieler Anbieter solide.
Mit seinem aktuellen Rating zur LV-Unternehmensqualität stellt das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) erneut einen Branchenvergleich bereit, der Versicherer nach objektiven und standardisierten Kriterien einordnet. „Mit seinem wissenschaftlich fundierten Ansatz bietet das Rating Verbraucherinnen und Verbrauchern, Beraterinnen und Beratern sowie Versicherungsunternehmen eine verlässliche und objektive Orientierung für langfristige Entscheidungen rund um Vorsorge- und Absicherungsprodukte“, sagt Dr. Andreas Kick, Geschäftsführer des IVFP.
Untersucht wurden 76 Lebensversicherer anhand von 24 Kennzahlen im Zeitraum 2020 bis 2024. Die Bewertung erfolgt in vier zentralen Kategorien:
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Sicherheit
Analyse von Solvabilität, Kapitalanlagestruktur und Risikotragfähigkeit. -
Stabilität & Ertragskraft
Bewertet wurden Ertragslage, Kostenquoten, Stornoquoten und Überschussbeteiligung. -
Kundenorientierung & Service
Einbezogen wurden Servicequalität, Beschwerdestatistiken, Prozessabläufe und Digitalisierung. -
Wachstum & Marktposition
Berücksichtigt wurden Neugeschäft, Wettbewerbsfähigkeit und Marktentwicklung.
Das IVFP gewichtet die Kriterien wechselseitig und vergibt eine einheitliche Maximalpunktzahl, um die Ergebnisse über alle Versicherer hinweg vergleichbar zu machen. Wie konkret vorgegangen wurde, hat das IVFP in einer Dokumentation offengelegt.
Markttrends: Stabilere Beiträge, geringere Solvenzquoten, konstante Erträge
Einige Kennzahlen zeigen deutliche Bewegungen:
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Beitragswachstum wieder positiv
Die durchschnittlichen gebuchten Bruttobeiträge stiegen von –5,8 Prozent (2023) auf +5,1 Prozent (2024). In früheren Ratings waren die Werte rückläufig – ein deutliches Signal für eine wieder stärkere Marktdynamik. -
SCR-Quote brutto sinkt, Basisquote nahezu stabil
Die Solvenzquote brutto (inklusive Übergangshilfen) fiel im Durchschnitt deutlich von 557 Prozent (2023) auf 353 Prozent (2024). Ursache ist auch die vorgeschriebene Neuberechnung.
Die SCR-Quote netto (Basisquote) zeigt hingegen Stabilität: Sie sank nur leicht von 318 auf 311 Prozent. -
Kosten- und Ertragslage weitgehend stabil
- Abschlusskostenquote: Rückgang von 5,4 auf 5,3 Prozent
- RfB-Quote (Rückstellung für Beitragsrückerstattung): Anstieg von 13,4 auf 14,4 Prozent
Für maximale Transparenz veröffentlicht das IVFP die Ergebnisse in abgestuften Bewertungsstufen von „Exzellent“ bis „Ungenügend“, alphabetisch sortiert innerhalb der Kategorien. Zusätzlich bietet das Vergleichsportal fairgleichen.net die Möglichkeit, Lebensversicherer nach individuellen Kriterien gegenüberzustellen.
Die Höchstwertung 'Exzellent' erhielten folgende Versicherer (alphabetische Reihenfolge): Allianz Lebensversicherung, AXA Lebensversicherung, Canada Life Assurance Europe, Delta Direkt Lebensversicherung, Deutsche Lebensversicherungs-AG, ERGO Vorsorge Lebensversicherung, EUROPA Lebensversicherung, Hannoversche Lebensversicherung, INTER Lebensversicherung, LV 1871, LVM Lebensversicherung, neue leben, R+V Lebensversicherung, Swiss Life Lebensversicherung, VOLKSWOHL BUND
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