Nach drei Jahren Rückgang verzeichnet die Lebensversicherungsbranche wieder steigende Beitragseinnahmen. Im neuen Bilanzrating von Franke und Bornberg belegt die LV 1871 den Spitzenplatz. Insgesamt sechs Anbieter erhielten die Höchstbewertung „mmm+“ für hervorragende Leistungen.
Trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt sich der deutsche Lebensversicherungsmarkt stabiler als in den Vorjahren. Erstmals seit 2020 stiegen die Beitragseinnahmen wieder – ein positives Signal in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld aus steigenden Kosten, Aufsichtsdruck und dem Nachhall der Zinswende.
Im aktuellen map-report 941 von Franke und Bornberg („Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2024“) überzeugte die LV 1871 mit der besten Gesamtbewertung: 375 Punkte bzw. 93,75 Prozent der maximal erreichbaren Punktzahl. Sie erhielt damit die Note „mmm+“, die höchste Ratingkategorie für hervorragende Leistungen.
Ebenfalls mit „mmm+“ ausgezeichnet wurden:
- Universa Lebensversicherung (364 Punkte / 91,00 %)
- Europa Lebensversicherung (344 Punkte / 86,00 %)
- Ergo Vorsorge Lebensversicherung (343 Punkte / 85,75 %)
- Hannoversche Lebensversicherung (343 Punkte / 85,75 %)
- Allianz Lebensversicherung (340 Punkte / 85,00 %)
Die Baloise Lebensversicherung verpasste die Spitzenwertung mit 83,5 Prozent nur knapp und führte das Feld der mit „mmm“ bewerteten Unternehmen an. Insgesamt vergab Franke und Bornberg elf Mal die Bewertung „mmm“ für sehr gute Leistungen.
Bilanzkennzahlen im Fokus
Für das Bilanzrating werden 13 Kennzahlen analysiert, die vier zentrale Bereiche abdecken:
- Sicherheit und Finanzierbarkeit – Solvabilität, Reserven, Eigenkapital.
- Erfolg – Ertragsquote, Nettoverzinsung, Rechnungszinsanforderung.
- Kosten – Verwaltungs- und Abschlusskostenquoten.
- Kundenorientierung und Wachstum – Storno, RfB-Zuführung, Neugeschäft.
Die Gewichtung der Kennzahlen ergibt ein Gesamtbild über Ertragskraft, Risikotragfähigkeit und Effizienz.
Trendwende bei Beitragseinnahmen
Die verdienten Bruttobeiträge lagen 2024 bei 90,32 Mrd. Euro (Vorjahr 87,67 Mrd. Euro) – ein Plus von 3 Prozent. „Die Entwicklung lässt sich primär mit dem Comeback der Einmalbeiträge erklären, begünstigt durch das entspanntere Zinsumfeld sowie höhere Einkommen“, erläutert Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg.
Von den untersuchten Anbietern steigerten 56 Lebensversicherer ihre Beitragseinnahmen, 33 verzeichneten Rückgänge. Besonders stark wuchs die neu gegründete Signal Iduna AG (+46,6 %), gefolgt von myLife (+30,2 %), VPV (+24,5 %) und HanseMerkur (+20,3 %). In absoluten Zahlen führte die Allianz mit einem Plus von 2,53 Mrd. Euro.
Reserven unter Druck, Storno stabil
Trotz leicht gesunkener Leitzinsen bleibt die Branche mit 75,4 Mrd. Euro an stillen Lasten belastet – etwa 7,4 Prozent der Kapitalanlagen. Die Gesamtreservequote blieb nahezu konstant bei – 3,0 Prozent. Positiv: Die Stornoquoten entwickelten sich im Branchendurchschnitt weiterhin stabil. Weder Inflation noch steigende Zinsen führten bislang zu einem auffälligen Anstieg.
Ausblick: Stabilisierung auf höherem Niveau
Mit einem Höchstrechnungszins von 1,0 Prozent seit Januar 2025 können Lebensversicherer wieder attraktivere Garantien bieten. Dennoch bleiben hohe Kosten, regulatorische Anforderungen und wachsende Kundenerwartungen zentrale Herausforderungen.
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