Einbruchschäden auf Rekordniveau: Was moderne Hausratversicherungen leisten müssen
Wohnungseinbrüche verursachten 2025 Schäden von rund 380 Millionen Euro – so viel wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Kunden an ihre Hausratversicherung. Ein aktuelles Rating von Franke und Bornberg zeigt: Moderne Tarife müssen heute deutlich mehr leisten als den Ersatz gestohlener Möbel oder Elektronik.
Die Hausratversicherung gehört zu den Klassikern unter den privaten Sachversicherungen. Rund drei Viertel aller Haushalte in Deutschland sichern damit ihr Eigentum gegen Risiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Einbruchdiebstahl ab. Doch während sich das Grundprinzip seit Jahrzehnten kaum verändert hat, wandeln sich die Anforderungen an den Versicherungsschutz deutlich.
Ein aktuelles Rating von Franke und Bornberg zeigt, dass moderne Hausratversicherungen inzwischen weit mehr leisten müssen als die reine Entschädigung nach einem Schaden. Hintergrund sind veränderte Lebensgewohnheiten, neue Risiken und steigende Schadenkosten.
Einbruchschäden erreichen höchsten Stand seit Jahren
Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Thema Einbruchdiebstahl. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stiegen die versicherten Schäden durch Wohnungseinbrüche 2025 auf rund 380 Millionen Euro. Die Versicherer registrierten etwa 100.000 Fälle – rund 5.000 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig erhöhte sich der durchschnittliche Schaden auf 3.850 Euro und erreichte damit den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung. Für Versicherer bedeutet das steigende Entschädigungsleistungen. Für Kunden stellt sich zunehmend die Frage, welche Leistungen ein Tarif im Schadenfall tatsächlich umfasst.
Hausratschutz endet längst nicht mehr an der Wohnungstür
„Hausratversicherungen müssen heute deutlich mehr leisten als den klassischen Ersatz nach Feuer-, Leitungswasser- oder Einbruchschäden“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Verbraucher erwarteten Schutz für moderne Lebenssituationen und eine faire Regulierung auch in schwierigen Schadenfällen. Tatsächlich beobachten die Analysten seit Jahren eine Ausweitung des klassischen Leistungsverständnisses. Während früher vor allem Schäden innerhalb der eigenen vier Wände im Mittelpunkt standen, erstreckt sich der Versicherungsschutz heute zunehmend auf mobile und digitale Lebensbereiche.
Dazu gehören beispielsweise:
- Diebstähle auf Reisen,
- Diebstahl aus Kraftfahrzeugen oder Wohnmobilen,
- Schutz für Gartenmöbel, Kinderwagen oder Grills,
- Missbrauch von Kreditkarten,
- digitale Risiken und Identitätsmissbrauch,
- Hotelkosten nach einem Schadenereignis.
Grobe Fahrlässigkeit verliert ihren Schrecken
Ein weiterer Trend betrifft den Umgang mit grober Fahrlässigkeit. Lange Zeit konnten Versicherer ihre Leistungen kürzen, wenn Versicherte einen Schaden grob fahrlässig verursacht hatten. Inzwischen verzichten viele Anbieter zumindest teilweise auf entsprechende Kürzungen. Für Franke und Bornberg gehört dieser Verzicht inzwischen zu den wichtigen Qualitätsmerkmalen kundenfreundlicher Tarife. Die Analysten haben die Anforderungen in ihrem aktuellen Rating deshalb sogar verschärft. Für höhere Bewertungsklassen gelten inzwischen strengere Mindeststandards beim Umgang mit grober Fahrlässigkeit.
Neue Risiken verändern die Tarifwelt
Auch technische und gesellschaftliche Entwicklungen wirken sich auf die Produktgestaltung aus. Neu berücksichtigt werden im aktuellen Rating unter anderem Leistungen bei energetischer Modernisierung, Technologiefortschritt oder beim Diebstahl von Gehhilfen und Stützapparaten. Zudem gewinnen Rauch- und Rußschäden an Bedeutung, die in vielen älteren Tarifen nur eingeschränkt abgesichert sind. Diese Veränderungen zeigen, dass sich Hausratversicherungen zunehmend von einer klassischen Sachversicherung zu einer umfassenderen Alltagsabsicherung entwickeln.
Preis allein entscheidet nicht
Die Analyse von Franke und Bornberg macht zugleich deutlich, dass sich Tarife teilweise erheblich unterscheiden. Viele Versicherer bieten heute mehrere Produktlinien an – von günstigen Basistarifen bis zu umfangreichen Premiumlösungen. Gerade die preisgünstigen Varianten weisen häufig Einschränkungen bei Leistungen auf, die erst im Schadenfall sichtbar werden.
Für Vermittler bedeutet das, dass die Beratung zunehmend komplexer wird. Denn die Frage nach dem günstigsten Beitrag reicht häufig nicht mehr aus. Entscheidend ist, ob ein Tarif auch die Risiken abdeckt, die im modernen Alltag tatsächlich relevant sind.
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