Kaum Bewegung am deutschen Arbeitsmarkt

Veröffentlichung: 18.11.2025, 10:11 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im 3. Quartal 2025 leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren rund 46 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig – 41.000 weniger als im Vorquartal. Insgesamt stagnierte die Erwerbstätigkeit.

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Stagnation trotz stabiler Gesamtzahlen

Bereits im 2. Quartal 2025 war ein leichter Rückgang der Erwerbstätigenzahl zu verzeichnen (minus 11.000 Personen). Auch ohne saisonale Bereinigung zeigt sich im aktuellen Quartal nur ein geringfügiger Anstieg um 8.000 Personen (0,0 Prozent) gegenüber dem Vorquartal – ein Zuwachs, der deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024 liegt (plus 96.000 Personen).

Im Vergleich zum 3. Quartal 2024 sank die Zahl der Erwerbstätigen sogar leicht um 23.000 Personen – der erste Rückgang im Jahresvergleich seit Anfang 2021. Seit dem Höhepunkt des Beschäftigungswachstums im 2. Quartal 2022 (plus 1,5 Prozent) flacht der Zuwachs kontinuierlich ab.

Strukturelle Unterschiede: Dienstleistungssektor wächst, Industrie verliert

Die aktuellen Zahlen zeigen ein uneinheitliches Bild zwischen den Wirtschaftssektoren:

  • Dienstleistungsbereiche verzeichneten insgesamt ein leichtes Plus von 151.000 Personen (plus 0,4 Prozent).
  • Besonders deutlich fiel das Wachstum im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit aus: plus 201.000 Personen (plus 1,7 Prozent).
  • Auch der Sektor Finanz- und Versicherungsdienstleister legte zu (plus 15.000 Personen; plus 1,4 Prozent).
  • Rückgänge gab es hingegen unter anderem im Bereich Information und Kommunikation (minus 9.000 Personen; minus 0,6 Prozent) sowie bei den Unternehmensdienstleistern (minus 60.000 Personen; minus 1,0 Prozent).

Im Produzierenden Gewerbe setzte sich der Abwärtstrend fort:

  • Rückgang im verarbeitenden Gewerbe (ohne Bau) um 154.000 Personen (minus 1,9 Prozent).
  • Im Baugewerbe sank die Beschäftigung um 19.000 Personen (minus 0,7 Prozent).

Zuwachs bei Arbeitnehmern, weniger Selbstständige

Die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stieg gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig um 7.000 Personen. Der Rückgang der Erwerbstätigenzahl wurde insbesondere durch eine sinkende Zahl von Selbstständigen verstärkt: Ihre Zahl sank um 30.000 Personen (minus 0,8 Prozent) auf 3,7 Millionen.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung blieb hingegen ein stabilisierender Faktor, während marginale Beschäftigungsformen – etwa geringfügige oder kurzfristige Tätigkeiten – Verluste verzeichneten.

Der Arbeitsmarkt sortiert sich neu

Die aktuelle Entwicklung unterstreicht eine Phase der arbeitsmarktlichen Stagnation in Deutschland. Während sich einzelne Dienstleistungsbereiche weiter als Wachstumsfelder behaupten, verliert insbesondere das Produzierende Gewerbe an Beschäftigung. Die strukturellen Verschiebungen zwischen Branchen und Beschäftigungsformen deuten auf tieferliegende Veränderungen am Arbeitsmarkt hin – Veränderungen, die auch im Kontext konjunktureller Unsicherheiten und technologischer Umbrüche zu betrachten sind.

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