Arbeitsmarkt mit schwacher Herbstbelebung – Stellenabbau in Industrie und Handel setzt sich fort

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich zum Start in das Schlussquartal 2025 ungewöhnlich schwach. Eine saisonale Herbstbelebung, wie sie in konjunkturell stabileren Jahren üblich ist, bleibt bislang aus. Vielmehr manifestieren sich die konjunkturellen Risiken zunehmend auch im Beschäftigungsgeschehen – insbesondere in der Industrie und im Handel nehmen die Anzeichen eines strukturellen Stellenabbaus zu.

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Der Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt im Herbst 2025 kaum Erholung.Der Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt im Herbst 2025 kaum Erholung.Adobe

Im September stieg die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 14.000 Personen, wie aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit belegen. Besonders betroffen ist der konjunktursensible Rechtskreis des SGB III, was die zunehmende Abhängigkeit des Arbeitsmarktes von der industriellen Entwicklung unterstreicht. Zwar blieb die Zahl der Arbeitslosen im längerfristig stabileren Rechtskreis des SGB II weitgehend konstant, doch auch hier mehren sich die Hinweise auf eine Trendwende.

Gleichzeitig sank die Erwerbstätigkeit im August um 8.000 Personen, was auf eine nachlassende wirtschaftliche Aktivität in mehreren Sektoren hindeutet. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Juli mit +8.000 Personen zwar noch einen leichten Anstieg – doch dieser positive Impuls wird durch die aktuelle Entwicklung weitgehend nivelliert.

Dienstleistungssektor unter Druck – Bau bleibt stabilisierender Faktor

Besonders besorgniserregend ist der Ausblick. Das ifo-Beschäftigungsbarometer verzeichnete im September den deutlichsten Rückgang seit über drei Jahren und fiel auf den niedrigsten Stand seit Juni 2020 – dem Höhepunkt pandemiebedingter Verwerfungen. Die von den Unternehmen gemeldeten Beschäftigungserwartungen verschlechterten sich spürbar, wobei vor allem der Dienstleistungsbereich einen starken Einbruch erlebte.

Auch in Industrie und Handel ist die Lage angespannt: Ein weiterer Stellenabbau zeichnet sich ab, gestützt durch rückläufige Auftragseingänge, zunehmende Investitionszurückhaltung und die schwache Exportkonjunktur. Die außenwirtschaftlich bedingte Schwächephase, insbesondere im Handel mit den USA und innerhalb der EU, setzt der deutschen Exportwirtschaft zunehmend zu – und schlägt auf die Beschäftigung durch.

Einzige Ausnahme bleibt derzeit das Baugewerbe, das sich gegen den allgemeinen Trend behauptet. Hier stützt eine leichte Erholung der Bautätigkeit den Arbeitsmarkt, wenngleich das Ausmaß der Beschäftigungseffekte überschaubar bleibt. Die Bautätigkeit profitiert derzeit von aufgestauten Projekten, gezielten Förderimpulsen und einem tendenziell stabileren inländischen Nachfrageumfeld.

Strukturelle Herausforderungen hemmen Arbeitsmarkterholung

Die Perspektiven für den deutschen Arbeitsmarkt bleiben auch im weiteren Jahresverlauf verhalten. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten – insbesondere die Auswirkungen der US-Zollpolitik, globale Lieferkettenrisiken sowie die nachlassende Industrieproduktion – erschweren die Planungssicherheit für Unternehmen.

Zudem bleibt die Inanspruchnahme von Kurzarbeit auf erhöhtem Niveau: Im Juli waren rund 200.000 Personen von konjunktureller Kurzarbeit betroffen, ein Hinweis auf anhaltende Kapazitätsanpassungen in der Industrie. Auch die Zahl der offiziell angezeigten Kurzarbeitsfälle zeigt einen nach wie vor rückläufigen, aber nicht abgeschlossenen Trend.

Mit Blick auf das vierte Quartal lässt sich festhalten: Die Chance auf eine spürbare Herbstbelebung bleibt gering. Ohne einen nachhaltigen konjunkturellen Impuls – etwa durch gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen oder eine außenwirtschaftliche Entspannung – dürfte sich der strukturelle Druck auf den Arbeitsmarkt weiter verstärken.

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