Digitale Zahlverfahren sollen verpflichtend werden

Veröffentlichung: 28.10.2025, 07:10 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Digitale Zahlverfahren sollen in Deutschland verpflichtend werden – das fordert der Digitalverband Bitkom und legt konkrete Vorschläge für eine gesetzliche Umsetzung vor. Rückenwind kommt aus Bundesrat und Koalitionsvertrag.

(PDF)
cms.usnzgpixabay_jarmoluk

Mehrheit stört sich an Bargeldzwang

Drei von vier Verbrauchern in Deutschland empfinden es als hinderlich, wenn digitale Bezahlmethoden nicht akzeptiert werden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. 70 Prozent der Befragten befürworten eine gesetzliche Verpflichtung, neben Bargeld mindestens eine elektronische Zahlmöglichkeit anzubieten. Zwar nutzen laut Umfrage bereits 98 Prozent zumindest gelegentlich digitale Zahlverfahren – dennoch ist „Cash only“ in vielen Alltagssituationen noch immer Realität.

Koalitionsziel mit Rückenwind aus dem Bundesrat

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag angekündigt, die Wahlfreiheit beim Bezahlen gesetzlich zu verankern. Auch der Bundesrat hatte sich zuletzt für eine verpflichtende digitale Zahloption ausgesprochen. Bitkom unterstützt das Vorhaben und konkretisiert in einem neuen Positionspapier die Umsetzung.

Kernforderung ist eine gesetzliche Pflicht für Handel, Dienstleister und öffentliche Stellen, mindestens eine digitale Bezahlmethode bereitzustellen. Die Regelung soll in bestehende Rechtsrahmen wie das Bürgerliche Gesetzbuch und die Gewerbeordnung integriert werden. Die technische Ausgestaltung soll dabei offen bleiben – akzeptiert werden sollen alle gängigen digitalen Verfahren, etwa Kartenzahlung, mobile Payment oder Wallets.

Ausnahmen und Anreize vorgesehen

Für kleinere Betriebe, gemeinnützige Organisationen oder temporäre Verkaufsstellen sollen Ausnahmen möglich sein, um unverhältnismäßige Belastungen zu vermeiden. Ergänzend schlägt Bitkom steuerliche Anreize, Förderprogramme und Informationskampagnen vor, um Akzeptanz und Umstellung zu erleichtern.

Blick ins Ausland zeigt Machbarkeit

Länder wie Belgien, Polen oder Italien haben bereits gesetzliche Vorgaben zur digitalen Zahlungsakzeptanz eingeführt. Dort zeigen sich laut Bitkom positive Effekte: mehr Komfort, höhere Steuerehrlichkeit und Vorteile für den Wettbewerb.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in Finanzberatung und Banking. Gleichzeitig wachsen bei vielen Verbrauchern Sorgen vor Betrug, Kontrollverlust und fehlerhaften Empfehlungen.Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in Finanzberatung und Banking. Gleichzeitig wachsen bei vielen Verbrauchern Sorgen vor Betrug, Kontrollverlust und fehlerhaften Empfehlungen.Redaktion experten.de / KI-generiert
Digitalisierung

KI-Beratung bei Finanzen: Deutsche zwischen Vertrauen und Skepsis

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend auch die Finanzbranche. Viele Verbraucher sehen darin Chancen für Beratung und digitale Services – gleichzeitig wächst die Sorge vor Betrug, Kontrollverlust und fehlerhaften Empfehlungen. Eine neue Bitkom-Studie zeigt, wie ambivalent die Haltung der Deutschen gegenüber KI im Finanzbereich derzeit ausfällt.
KI-Chatbots wie ChatGPT oder Claude könnten die Grenzen zwischen digitaler Assistenz und erlaubnispflichtiger Versicherungsberatung zunehmend verschwimmen lassen.KI-Chatbots wie ChatGPT oder Claude könnten die Grenzen zwischen digitaler Assistenz und erlaubnispflichtiger Versicherungsberatung zunehmend verschwimmen lassen.Redaktion experten.de / KI-generiert
Recht

Wenn ChatGPT zum Versicherungsvermittler wird

Darf eine KI konkrete Versicherungsempfehlungen aussprechen, ohne über eine Erlaubnis nach § 34d GewO zu verfügen? Der VOTUM Verband sieht erhelichen Klärungsbedarf und hat sich mit einer Anfrage an BaFin und DIHK gewandt. Im Mittelpunkt stehen Haftungsfragen, Verbraucherschutz und die regulatorische Einordnung KI-basierter Versicherungsberatung.
Mohamed_hassan / pixabay
Studien

KI wird zum zentralen Treiber im Marketing

Generative KI, datengetriebenes Marketing und Marketing Automation verändern Prozesse und Rollenbilder in Unternehmen grundlegend. Eine aktuelle Bitkom-Befragung zeigt: Für viele Unternehmen ist KI längst kein Experiment mehr, sondern strategischer Produktivitätsfaktor – zugleich fehlen häufig noch die nötigen Kompetenzen.
DALL-E
Cyber

Cyberschutz für Privatkunden: Bedarf steigt, gute Tarife fehlen

Franke und Bornberg, ein unabhängiges Analysehaus für Versicherungsprodukte, hat sein aktuelles Cyber-Rating Privat 2025 veröffentlicht – mit ernüchterndem Ergebnis: Zwar steigt der Bedarf an leistungsstarkem Cyberschutz für Privatpersonen weiter, doch das Produktangebot der Versicherer bleibt hinter den Anforderungen zurück. Nur 14 Gesellschaften bieten eigenständige Cyber-Policen an – und keine erreicht die Bestnoten.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht