Generation X unter Druck: Vorsorge wird zur Zeitfrage
Die künftige Rentnergeneration nach den Babyboomern steht vor einem Dilemma: steigende Sorgen, aber sinkender Handlungsspielraum.
Die Debatte um Altersvorsorge richtet sich häufig auf junge Menschen. Die aktuelle Auswertung des Axa Vorsorge Reports zeigt jedoch: Das eigentliche Risiko liegt bei der Generation X – also den heute 46- bis 61-Jährigen. Sie steht kurz vor dem Ruhestand und hat gleichzeitig immer weniger Möglichkeiten, Versorgungslücken noch zu schließen.
Vorsorgelücke trifft die Mitte der Gesellschaft
Besonders deutlich wird der Druck bei den Frauen dieser Generation. 61 Prozent geben an, gerne mehr für den Ruhestand sparen zu wollen, es sich aber finanziell nicht leisten zu können. Bei den Männern sind es 55 Prozent. Damit liegt die Generation X deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.
Erwartungen an den Ruhestand sinken
Parallel dazu steigen die Sorgen um die Lebensqualität im Alter. Rund jede zweite Frau (49 Prozent) dieser Altersgruppe erwartet eine Verschlechterung im Ruhestand. Auch die Angst vor Altersarmut ist ausgeprägt: 37 Prozent der Frauen sehen dieses Risiko, bei den Männern sind es 31 Prozent.
Zeit wird zum entscheidenden Faktor
Das zentrale Problem dieser Generation ist nicht fehlendes Bewusstsein – sondern fehlende Zeit. Anders als jüngere Menschen können sie Vorsorgelücken kaum noch über lange Anlagezeiträume ausgleichen. Gleichzeitig treffen steigende Lebenshaltungskosten und begrenzte Einkommen genau in dieser Lebensphase aufeinander.
Unsicherheit beim Renteneintritt
Auch beim Blick auf den Renteneintritt zeigen sich Unterschiede. Während 51 Prozent der Frauen der Generation X davon ausgehen, mit 67 Jahren in Rente gehen zu können, sind Männer deutlich skeptischer. Nur 41 Prozent rechnen mit einem regulären Renteneintritt, 14 Prozent erwarten, erst mit 70 Jahren oder später aus dem Berufsleben auszuscheiden.
Arbeiten im Alter wird zur Realität
Die Konsequenz: Für viele wird längeres Arbeiten zur Notwendigkeit. Bereits heute gehen 39 Prozent der Frauen davon aus, über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus arbeiten zu müssen – obwohl sie das nicht möchten. Damit verschiebt sich die Rolle des Ruhestands: weg von einer planbaren Lebensphase, hin zu einer variablen Größe.
Systemische Lücke wird sichtbar
Die Zahlen zeigen ein strukturelles Problem: Die Generation X befindet sich in einer Übergangsphase zwischen alten Sicherungsversprechen und neuen Anforderungen an Eigenvorsorge. Während frühere Generationen stärker auf stabile Rentensysteme vertrauen konnten, ist die aktuelle Kohorte stärker auf private Vorsorge angewiesen – verfügt aber gleichzeitig über begrenzte Spielräume.
Altersvorsorge wird zur Verteilungsfrage
Die Entwicklung wirft damit eine grundlegende Frage auf: Wer kann sich Vorsorge überhaupt noch leisten – und wer nicht?
Gerade in der Generation X entscheidet sich zunehmend entlang von Einkommen, Vermögen und Erwerbsbiografien, wie groß die Versorgungslücke im Alter ausfällt.
Über die Studie:
Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von AXA 2.044 Personen in Deutschland online befragt. Die Ergebnisse der Befragung zwischen dem 18. und 20. März 2026 sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
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