Polen setzt auf steuergefördertes Anlagesparkonto – Deutsche Wirtschaft fordert deutsches Pendant
Polen startet mit einem Konzept, das anderswo schon Erfolge feiert: Mit einem steuerfreien Anlagesparkonto sollen Bürger Vermögen aufbauen und den Kapitalmarkt stärken. Das Deutsche Aktieninstitut fordert, dass Deutschland nicht länger abseitssteht.
In Polen ist seit Kurzem das „Osobistego Konta Inwestycyjnego“ (OKI) verfügbar – ein steuergefördertes Wertpapierdepot, das es Bürgerinnen und Bürgern erlaubt, bis zu 100.000 PLN (rund 23.364 Euro) steuerfrei in Aktien, Fonds und andere Wertpapiere zu investieren. Die Initiative soll nicht nur den privaten Vermögensaufbau erleichtern, sondern auch den polnischen Kapitalmarkt stärken. Vorgestellt wurde das Konzept vom polnischen Finanz- und Wirtschaftsminister Andrzej Domański unter dem Motto „Vom Sparen zum Investieren“.
Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) sieht hierin ein Vorbild für Deutschland. „Die Bürgerinnen und Bürger in Polen erhalten mit dem OKI ein wirkungsvolles Instrument des Vermögensaufbaus. Als steuerlich gefördertes Wertpapierdepot lässt es die Menschen am Erfolg der Wirtschaft teilhaben und bildet gleichzeitig den Hebel für mehr Volumen im Kapitalmarkt“, erklärt Henriette Peucker, geschäftsführende Vorständin des DAI. In Deutschland hingegen werde „nicht gehandelt“, so Peucker – viele Menschen arbeiteten weiter für ihr Geld, ließen es aber nicht für sich arbeiten.
Anlagesparkonten existieren bereits erfolgreich in Schweden, Frankreich und Italien. Auch die Europäische Kommission arbeitet an Empfehlungen, um die Einführung solcher Modelle in weiteren Mitgliedsstaaten zu erleichtern. Das in Polen eingeführte OKI orientiert sich am schwedischen Investeringssparkonto, das seit Jahren als Erfolgsmodell gilt.
Das DAI betont, dass ein vergleichbares Modell in Deutschland nicht nur den Kapitalmarkt beleben, sondern auch dazu beitragen könne, die private Altersvorsorge zu stärken und die Beteiligung der Bürger am Wirtschaftswachstum zu erhöhen. „Wir empfehlen der Bundesregierung dringend, ein solches Anlagesparkonto auch in Deutschland einzuführen“, so Peucker.
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