Warum Fehlentscheidungen trotz Datenfülle zunehmen

Veröffentlichung: 09.07.2025, 14:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und dynamische Marktbedingungen setzen viele Finanzentscheider in Deutschland unter Druck. Das führt zunehmend zu Fehlentscheidungen – obwohl ihnen heute mehr Daten denn je zur Verfügung stehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Kreditversicherers Coface.

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Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und dynamische Marktbedingungen setzen viele Finanzentscheider in Deutschland unter Druck. Das führt zunehmend zu Fehlentscheidungen (Symbolbild).Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und dynamische Marktbedingungen setzen viele Finanzentscheider in Deutschland unter Druck. Das führt zunehmend zu Fehlentscheidungen (Symbolbild).DALL-E

Daten ja – aber oft falsch genutzt

Laut der Befragung unter 204 Finanzverantwortlichen gaben 60 Prozent an, im vergangenen Jahr mindestens eine geschäftliche Entscheidung getroffen zu haben, die sich im Nachhinein als Fehler herausstellte. Als Hauptursachen nannten sie:

  • unerwartete externe Einflüsse (54 %)
  • Fehlprognosen zur Marktentwicklung (36 %)
  • mangelhafte oder unzureichende Datenlage (31 %)

„Die Ergebnisse und unsere Erfahrung zeigen deutlich, dass unternehmerische Fehlentscheidungen häufig dort entstehen, wo Daten fehlen oder falsch interpretiert werden“, erklärt Benjamin Bubner, Leiter Business Informationen bei Coface für Nordeuropa. „Gerade in einem dynamischen Umfeld sind fundierte, datenbasierte Entscheidungen von zentraler Bedeutung.“

Daten bestimmen Finanzprozesse – Bauchgefühl verliert an Bedeutung

Die Mehrheit der CFOs sieht durchaus Fortschritte: 82 Prozent berichten, dass sie heute deutlich mehr Daten zur Verfügung haben als noch vor fünf Jahren. 81 Prozent glauben, dass sich dadurch die Qualität ihrer Entscheidungen verbessert hat.
Konkret greifen:

  • 90 % bei Investitionen auf Daten zurück,
  • 86 % bei der Budgetierung,
  • 80 % bei der Liquiditätsplanung.

Auch in der Risikoprüfung spielen Daten eine zentrale Rolle: 73 % bewerten die Bonität ihrer Kunden, 70 % die Finanzkraft ihrer Lieferanten mit externen Informationen. Nur 22 Prozent der Befragten verlassen sich regelmäßig auf ihr Bauchgefühl und weichen bewusst von datenbasierten Empfehlungen ab.

Aktuelle Wirtschaftsauskünfte als Schlüsselfaktor

Die wichtigsten Kriterien bei externen Wirtschaftsauskünften zur Bewertung von Geschäftspartnern sind:

  • Aktualität (39 %)
  • Qualität und Verlässlichkeit (28 %)
  • Detailtiefe (10 %)

„Zuverlässige und tagesaktuelle Wirtschaftsauskünfte sind heute unverzichtbar, um Risiken frühzeitig zu erkennen, Zahlungsausfälle zu vermeiden und fundierte Entscheidungen zu treffen“, betont Bubner. Wer seine Geschäftspartner gut einschätzen könne, schaffe die Basis für langfristig stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen.

Hintergrund
Die Umfrage wurde im Frühjahr 2025 von der SMF Schleus Marktforschung GmbH im Auftrag von Coface durchgeführt. Befragt wurden 204 Finanzentscheider aus deutschen Unternehmen.

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