Infrastrukturprojekte: Versicherer wollen mehr Verantwortung übernehmen

Veröffentlichung: 28.03.2025, 06:03 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Deutschland braucht neue Straßen, sichere Brücken und moderne Bahntrassen – doch vielerorts fehlt es an Tempo und Geld. Das vom Bundestag beschlossene Sondervermögen für die Verkehrsinfrastruktur wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ausdrücklich begrüßt. Gleichzeitig mahnt der Verband an, privates Kapital stärker in die Umsetzung öffentlicher Bauprojekte einzubeziehen.

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Marode Brücken, überlastete Schienennetze und sanierungsbedürftige Wasserstraßen gefährden die wirtschaftliche Zukunft des Landes.Marode Brücken, überlastete Schienennetze und sanierungsbedürftige Wasserstraßen gefährden die wirtschaftliche Zukunft des Landes.Grok

„Damit Infrastrukturprojekte effizient und termingerecht umgesetzt werden, ist die Einbindung privaten Kapitals sinnvoll“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „Es schafft finanzielle Spielräume, sorgt für Planungssicherheit – und ermöglicht eine schnellere Realisierung dringend benötigter Infrastruktur.“

Versicherer als langfristige Partner bei Infrastrukturfinanzierung

Mit rund 1,9 Billionen Euro Kapitalanlagen zählen Versicherer zu den größten institutionellen Investoren in Deutschland. Rund 100 Milliarden Euro davon sind bereits in Infrastruktur und erneuerbare Energien investiert. Laut GDV sei dies erst der Anfang – viele Unternehmen der Branche sind bereit, stärker in den Umbau der Infrastruktur zu investieren, sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

In einem aktuellen Positionspapier benennt der Verband konkrete Stellschrauben:

  • ÖPP-Modelle sollen ausgebaut werden, um Bauprojekte effizienter umzusetzen.
  • Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen gestrafft werden, um mehr baureife Projekte zu ermöglichen.
  • Wirtschaftlichkeitsanalysen sollten ganzheitlich erfolgen – inklusive Planung, Erhalt und volkswirtschaftlichem Nutzen.
  • Risiken müssen fair verteilt werden, um Investoren langfristig zu binden.
  • Kreditaufnahme durch die Autobahngesellschaft oder eine öffentlich-private Mischgesellschaft könnten alternative Finanzierungsmodelle sein.

Politik am Zug

Der GDV sieht nun die Bundesregierung in der Verantwortung, regulatorische Hürden abzubauen und Planungssicherheit für langfristig orientierte Investoren zu schaffen. Die Versicherer signalisieren klare Investitionsbereitschaft – sie wollen mithelfen, Deutschlands Infrastruktur auf Vordermann zu bringen.

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