„Die USA sind zu einer Quelle der Unsicherheit geworden“

Veröffentlichung: 19.03.2025, 12:03 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die geopolitischen Spannungen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen in den USA sorgen für Unsicherheit an den Finanzmärkten. Pilar Gomez-Bravo, Co-CIO von MFS Investment Management und Fondsmanagerin des MFS Meridian Global Total Return Fonds, analysiert die aktuelle Lage und die Auswirkungen auf Anleger.

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Pilar Gomez-Bravo, Co-CIO von MFS Investment Management und Fondsmanagerin des MFS Meridian Global Total Return FondsPilar Gomez-Bravo, Co-CIO von MFS Investment Management und Fondsmanagerin des MFS Meridian Global Total Return FondsMFS Investment Management

Notenbanken warten ab – wirtschaftliche Risiken nehmen zu

Die Geldpolitik steht vor einem Balanceakt. Laut Gomez-Bravo reagieren die Notenbanken aktuell zurückhaltend und warten auf klare wirtschaftliche Signale, bevor größere Entscheidungen getroffen werden. Die Unsicherheit ergibt sich dabei aus einer Vielzahl an Faktoren: Zölle, Einwanderungspolitik, Deregulierung, Fiskalpolitik und Energiepolitik wirken gleichzeitig auf die Wirtschaft ein und erschweren eine verlässliche Prognose.

Ein zentrales Problem sieht sie im US-Haushaltsdefizit, das zunehmend eine Herausforderung für die Wirtschaftspolitik darstelle. Zwar profitiere die USA von der Rolle des US-Dollars als Weltreservewährung, doch es sei möglich, dass die Märkte das hohe Defizit langfristig nicht mehr ohne Weiteres akzeptieren. „Ein schwächerer Dollar und höhere Langfristrenditen könnten Anzeichen dafür sein, dass das Defizit kritischer gesehen wird“, so Gomez-Bravo.

Handelskrieg als größtes Risiko für die Märkte

Besonders besorgt zeigt sich die Fondsmanagerin hinsichtlich eines möglichen Handelskriegs, dessen Auswirkungen sich bislang noch nicht vollständig in den Anleihemärkten widerspiegeln. „Weil er große Folgen für den Welthandel und die wirtschaftliche Stabilität haben könnte, sollten Investoren die Entwicklung genau im Blick behalten.“

Zudem warnt sie vor Marktübertreibungen und möglichen Liquiditätsengpässen. Zwar seien die Märkte aktuell noch liquide, doch eine Reduzierung von Fremdfinanzierung – ähnlich wie zuletzt beim Yen-Carry-Trade – könnte für abrupte Kursrückgänge sorgen.

USA: Keine Rezession, aber wirtschaftliche Herausforderungen

Trotz der Unsicherheiten sieht Gomez-Bravo keine unmittelbare Rezessionsgefahr für die USA. Allerdings könnten wirtschaftliche Ungleichheit, Finanzprobleme in Teilen der Bevölkerung und die politische Unsicherheit das Konsum- und Geschäftsklima belasten.

Ein weiteres Risiko liege in der wirtschaftspolitischen Unberechenbarkeit unter Trump. „Die US-Wirtschaft könnte daher erst einmal nachgeben, bevor manche der wachstumsfreundlicheren Maßnahmen wirken“, erklärt sie. Anleger sollten daher weiterhin eine umsichtige Strategie verfolgen und geopolitische Entwicklungen genau beobachten.

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