EU-Kommission hält an FIDA-Verordnung fest – Open Finance bleibt auf der Agenda

Veröffentlichung: 11.02.2025, 20:02 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Nachdem zunächst Berichte die Runde machten, dass die EU-Kommission ihre Pläne zur Regulierung von Open Finance gestoppt habe, zeigt das finale Arbeitsprogramm nun ein anderes Bild: Die FIDA-Verordnung bleibt auf der politischen Agenda. Branchenverbände begrüßen die Kehrtwende und fordern eine praxisnahe Umsetzung.

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Die Europäische Kommission hat ihre Pläne für eine Regulierung von Open Finance aufgegeben.Die Europäische Kommission hat ihre Pläne für eine Regulierung von Open Finance aufgegeben.Foto: Adobestock

Die Zukunft von Open Finance in der EU bleibt weiterhin offen. Am Dienstag berichtete die Börsen-Zeitung, dass die Europäische Kommission ihre Pläne für eine Financial Data Access Regulation (FIDA) aufgegeben habe. Ursprünglich sollte die Verordnung einen standardisierten Rechtsrahmen für den Austausch von Finanzdaten schaffen. Der Rückzug schien ein Rückschlag für digitale Finanzdienstleister und Versicherungsvermittler zu sein, die sich eine bessere Vernetzung zwischen Banken, Versicherern und anderen Marktteilnehmern erhofft hatten.

Am Mittwoch folgte jedoch eine Korrektur: Das finale Arbeitsprogramm der EU-Kommission führt FIDA weiterhin als „pending proposal“. Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung wertet dies als positives Signal. „Die Nachricht, dass FIDA nun doch weiterverfolgt wird, ist ein wichtiges Signal für Open Finance und fairen Wettbewerb“, so AfW-Vorstand Norman Wirth. „Nun kommt es darauf an, dass die Verordnung nicht in bürokratischen Hürden stecken bleibt, sondern mit Augenmaß und Praxisbezug umgesetzt wird.“

Potenzial für die Versicherungsbranche

Für den Datenaustausch zwischen Maklern und Versicherungsunternehmen existiert mit BiPRO bereits ein etablierter Standard. Doch dieser beschränkt sich auf Versicherungsverträge und bietet keine sektorübergreifende Lösung, die beispielsweise Bank- oder Investmentdaten integriert. Die FIDA-Verordnung hätte es Maklern ermöglicht, umfassendere Kundendaten in ihre Beratung einzubeziehen, um Versicherungs- und Finanzprodukte besser aufeinander abzustimmen.

Ohne eine regulatorische Grundlage bleibt der Datenaustausch zwischen Versicherern, Banken und anderen Finanzdienstleistern fragmentiert. Maklerverwaltungsprogramme und InsurTechs müssen weiterhin mit individuellen Schnittstellen arbeiten, um verschiedene Datenquellen zu verknüpfen. Das erhöht nicht nur den Aufwand und die Kosten, sondern erschwert auch eine ganzheitliche Beratung.

Der AfW hatte sich gemeinsam mit der Brancheninitiative FRIDA – Free Insurance Data Initiative – intensiv für eine Fortführung des Gesetzgebungsverfahrens eingesetzt. Wirth betont: „Der Prozess muss nun zügig und mit Blick auf weniger Bürokratie vorangetrieben werden. Nur so kann FIDA echte Mehrwerte für Verbraucher und Vermittler schaffen.“

Update:
Ursprünglich berichtete die Börsen-Zeitung, dass die EU-Kommission FIDA aus dem Arbeitsprogramm gestrichen habe. Diese Information basierte auf einem geleakten Programmentwurf. Das finale Dokument bestätigt jedoch, dass die Verordnung weiterhin als „pending proposal“ geführt wird. Der Beitrag wurde entsprechend aktualisiert.

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