Tech Trend Radar 2026: Munich Re und ERGO sehen Transformation statt Technologiesprung
Munich Re und ERGO haben den „Tech Trend Radar 2026“ veröffentlicht. Die Analyse identifiziert zentrale Technologietrends für die Versicherungsbranche und zeigt, dass weniger neue Innovationen als vielmehr die konsequente Nutzung bestehender Technologien die kommenden Jahre prägen dürften.
Munich Re und ERGO haben ihren gemeinsamen „Tech Trend Radar 2026“ vorgelegt. Die jährlich erscheinende Publikation bündelt technologische Entwicklungen, die aus Sicht der Autoren künftig maßgeblichen Einfluss auf die Versicherungswirtschaft haben könnten. Für die aktuelle Ausgabe wurden rund 25 Trends in den Themenfeldern „Data & AI“, „Healthy Human“, „Cyber & Crypto“ sowie „Redefining Industries“ identifiziert. Bereits im Vorjahr hatten Munich Re und ERGO in ihrer Analyse die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz und datengetriebenen Geschäftsmodellen hervorgehoben.
Im Fokus stehen unter anderem Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz wie „AI Agents“, „AI-augmented Software Engineering“ oder sogenannte „World Models“. Ergänzt werden diese durch Trends aus den Bereichen digitale Gesundheit, Cybersicherheit und industrielle Transformation, etwa „Digital Immune System“, „Autonomous Mobility“ oder „Humanoid Robotics“. Die ausgewählten Themen sollen insbesondere Auswirkungen auf Risikobewertung, operative Stabilität und strategische Entscheidungen von Versicherern verdeutlichen.
Martin Thormählen, Senior Program Manager Group Technology & Lead Tech Trend Radar, Munich Re, ordnet die Zielsetzung der Analyse ein: „Beim Einsatz neuer Technologien geht es für Versicherer immer um die ausgewogene Balance von Chancen und Risiken – hier setzt der Tech Trend Radar an. Die diesjährige Ausgabe, erarbeitet mit mehr als 30 Expertinnen und Experten aus unserer Gruppe, zeigt, wo technologischer Wandel bereits Realität ist und welche Weichen nun in der Versicherungsbranche gestellt werden müssen. Die kommenden Jahre werden weniger von völlig neuen Technologien geprägt sein als von der Transformation, die nötig ist, um bestehende Technologien wirksam zu nutzen. Der Tech Trend Radar ist daher keine Vorhersage, sondern eine strukturierte Analyse, die Versicherern hilft, diesen Wandel aktiv und verantwortungsvoll zu gestalten – mit den Menschen im Zentrum.“
Daniel Grothues, Chief Architect Primary Insurance, ERGO Group AG, verweist auf die bereits heute sichtbaren Effekte insbesondere von KI-Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette: „Gerade KI-Technologien liefern heute schon einen deutlichen Mehrwert für Versicherer. Der Fokus liegt nun darauf, ihren Einsatz weiter konsequent und wertorientiert entlang der gesamten Wertschöpfungskette auszubauen – von der Produktentwicklung über die Risikoprüfung und Schadenbearbeitung bis hin zum Kundenservice. Damit profitieren sowohl die Kundinnen und Kunden als auch die Mitarbeitenden und Unternehmen selbst, da sie ihre operative Effizienz und Widerstandsfähigkeit nachhaltig stärken.“
Neben der Einordnung einzelner Technologietrends setzt der Bericht in der aktuellen Ausgabe zwei thematische Schwerpunkte. Im Kapitel „Mainframe Modernization“ wird beschrieben, wie Versicherer bestehende Kernsysteme schrittweise in flexiblere IT-Architekturen überführen können, um neue Anwendungen zu integrieren und Risiken im Betrieb zu reduzieren. Ein weiterer Fokus liegt auf „Operational Technology Cyberattacks“, also Angriffen auf vernetzte Steuerungs- und Industrieanlagen. Diese gelten als wachsendes Risiko, da sie nicht nur IT-Systeme, sondern auch physische Infrastrukturen und Geschäftsprozesse betreffen können.
Der „Tech Trend Radar 2026“ ist die 13. Ausgabe der jährlich erscheinenden Reihe und versteht sich als Orientierungsinstrument für Versicherer in einem zunehmend komplexen technologischen Umfeld.
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