Finanzielle Selbstbestimmung: Mehr als ein Wunschtraum?

Veröffentlichung: 18.11.2024, 08:11 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Inflation und steigende Mietkosten stehen dem Wunsch nach mehr finanzieller Unabhängigkeit im Weg, zeigt das Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer 2024.

(PDF)
Dirk von der Crone, CEO von Swiss Life DeutschlandDirk von der Crone, CEO von Swiss Life DeutschlandSwiss Life

Das sechste Selbstbestimmungsbarometer von Swiss Life zeigt einen positiven Trend: 57 % der Befragten fühlen sich grundsätzlich selbstbestimmt, ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Doch die finanzielle Selbstbestimmung hinkt hinterher. Nur 50 % der Menschen geben an, in diesem Bereich selbstbestimmt zu sein – trotz einer leichten Verbesserung gegenüber 2023 (47 %).

Was bedeutet finanzielle Selbstbestimmung?

Für die Mehrheit bedeutet sie, über ausreichend finanzielle Mittel zu verfügen (41 %), frei Entscheidungen treffen zu können (44 %) und abgesichert zu sein (38 %). Doch hohe Lebenshaltungskosten, vor allem durch Inflation (64 %) und Mietkosten (38 %), setzen die Haushalte unter Druck. Geringe Einkommen (36 %) und Unsicherheit über die Altersvorsorge verstärken diese Herausforderungen.

„Finanzielle Selbstbestimmung bedeutet mehr, als nur Geld zu haben“, betont Dirk von der Crone, CEO von Swiss Life Deutschland. „Es geht darum, wichtige Entscheidungen wie Familiengründung oder Karrierewechsel selbstständig treffen zu können. Hier ist Aufklärung essenziell.“

Altersvorsorge: Ein kritischer Punkt

Ein besonders besorgniserregendes Ergebnis betrifft die Altersvorsorge: Nur 28 % der Befragten glauben, dass ihre gesetzliche und private Vorsorge für ein finanziell selbstbestimmtes Leben im Alter ausreichen wird. 17 % vertrauen darauf, bei finanziellen Problemen staatliche Unterstützung zu erhalten.

„Altersarmut bleibt ein drängendes Thema“, warnt von der Crone. „Unsere Befragung zeigt, dass ein Viertel der Menschen Schwierigkeiten hat, den Überblick über Vorsorgemöglichkeiten zu behalten. Finanzbildung und Beratung sind der Schlüssel, um diese Lücke zu schließen.“

Selbstbestimmung beeinflusst Lebensqualität

Menschen, die sich finanziell selbstbestimmt fühlen, bewerten auch andere Lebensbereiche wie Freizeit (87 %), Familie (81 %) und Beruf (59 %) positiver. Doch es gibt Unterschiede: Männer (53 %) fühlen sich finanziell unabhängiger als Frauen (48 %). In der Familienphase zwischen 30 und 39 Jahren ist die finanzielle Selbstbestimmung besonders gering.
„Gerade in dieser Lebensphase brauchen Menschen Unterstützung, um Sicherheit für sich und ihre Familien zu schaffen“, so von der Crone.

Über das Selbstbestimmungsbarometer
Swiss Life unterstützt Menschen dabei, ihr Leben finanziell selbstbestimmt zu gestalten. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen das „Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer“ ins Leben gerufen. Mit einer bevölkerungsrepräsentativen Basisstichprobe wird jährlich ermittelt, wie selbstbestimmt die Menschen sich fühlen und welche Faktoren dafür relevant sind. Gemeinsam mit Bilendi wurden im Zeitraum vom 1. bis 9. Juli 2024 rund 1.000 Personen in Deutschland zwischen 18 und 79 Jahren online zum Thema befragt. Das Barometer wird zeitgleich in der Schweiz, in Frankreich und Österreich sowie seit 2024 in Tschechien und der Slowakei erhoben. Die dargestellten Werte sind gerundet.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Holm Diez, Vorstand Leben und Bancassurance bei HDI DeutschlandHolm Diez, Vorstand Leben und Bancassurance bei HDI DeutschlandHDI
Studien

Altersvorsorge: Aktien und Fonds rücken vor

Das Vertrauen in Aktien und Fonds als Baustein der Altersvorsorge wächst weiter – und erreicht laut aktueller HDI-Berufe-Studie den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung. Zugleich treten Kryptowährungen erstmals in der Langzeitmessung auf und finden besonders unter jüngeren Berufstätigen Zuspruch.
Inflation und hohe Lebenshaltungskosten nagen am Vertrauen in die eigene Vorsorgefähigkeit (Symbolbild).Inflation und hohe Lebenshaltungskosten nagen am Vertrauen in die eigene Vorsorgefähigkeit (Symbolbild).DALL-E
Studien

Deutschland spart – aber viele zweifeln an der eigenen Vorsorge

Vier von fünf Deutschen legen regelmäßig Geld zurück – doch die meisten halten ihre Rücklagen für unzureichend. Eine aktuelle Umfrage der Postbank zum Weltspartag 2025 zeigt: Sparen bleibt trotz steigender Kosten fester Bestandteil der Finanzkultur. Doch Inflation und hohe Lebenshaltungskosten nagen am Vertrauen in die eigene Vorsorgefähigkeit.
„Obwohl die Inflation abgeflacht ist, bleibt sie für die Deutschen ein Schreckgespenst“, so Studienleiter Grischa Brower-Rabinowitsch vom R+V-Infocenter.„Obwohl die Inflation abgeflacht ist, bleibt sie für die Deutschen ein Schreckgespenst“, so Studienleiter Grischa Brower-Rabinowitsch vom R+V-Infocenter.DALL-E
Studien

Inflation bleibt größte Sorge der Deutschen

Steigende Lebenshaltungskosten bereiten gut jedem zweiten Deutschen große Sorgen – und bleiben damit Spitzenreiter im Sorgen-Ranking der R+V-Studie. Politische Ängste treten 2025 in den Hintergrund, auch wenn Migration und die Politik von Donald Trump weiterhin viele bewegen. Gleichzeitig erreicht der Angstindex ein überraschend niedriges Niveau.
Taschenrechner-Geldbeutel-Haende-517334313-AS-SuperingoTaschenrechner-Geldbeutel-Haende-517334313-AS-SuperingoSuperingo – stock.adobe.com
Finanzen

Finanztipps (nicht nur) für Frauen

Besonders Frauen sind von Gender-Pay-Gap, höherer Lebenserwartung und einer oft geringeren gesetzlichen Rente betroffen. So ist für sie ein solider Finanzplan, der ungeplante Ausgaben sowie eine ordentliche Altersvorsorge einkalkuliert mindestens genauso wichtig, wie für Männer.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht