Was die Krankenhausreform künftig für die Kliniken bedeuten könnte

Veröffentlichung: 13.07.2023, 15:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Bereits seit mehreren Monaten haben Bund und Länder über eine mögliche Reform des Vergütungssystems von Krankenhäusern verhandelt. Von den insgesamt 16 Bundesländern haben 14 für die Reform gestimmt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bezeichnet die Reform sogar als “eine Art Revolution."

(PDF)
Portrait of happy doctors, nurses and other medical staff in hospital.Portrait of happy doctors, nurses and other medical staff in hospital.Halfpoint – stock.adobe.com

Im Mittelpunkt der Reform steht die Änderung des Vergütungssystems mit Pauschalen für Behandlungsfälle, um die Krankenhäuser künftig vom wirtschaftlichen Druck zu befreien. Viele Kliniken müssen immer mehr Fälle übernehmen und Eingriffe vornehmen, um sich finanziell abzusichern, gleichzeitig fehlt in Kliniken die Expertise für gewinnbringende Behandlungen.

Zur Berechnung der Budgets für die Kliniken sollen zukünftig genauer definierte Leistungsgruppen dienen und einheitliche Qualitätsvorgaben etwa bei der Ausstattung, bei Personal und Behandlungserfahrungen absichern. Welche Qualitätskriterien für die Leistungsgruppen gelten sollen, wollen Bund und Länder gemeinsam erarbeiten.

Bis zur Ausarbeitung der expliziten Kriterien sollen die Vorhalteanteile in der Übergangsphase zunächst auf 60 Prozent der DRG-Vergütung festgelegt werden. Auch die Kosten für Pflegepersonal am Bett sollen darin enthalten sein.

Grundlegend ist mit der Einigung laut Armin Grau, Gesundheitsexperte der Grünen, jedoch „ein wichtiger Meilenstein der Krankenhausreform geschaffen worden”. Die bestehende Reform verbreitet weiterhin ebenfalls Hoffnung für zukünftig weitere Strukturänderung zur Qualitätssicherung und Entlastung von Krankenhauspersonal.

So sieht Klaus Stürmann, Sales-Manager des dänischen Open-Plattform-Videomanagementanbieters Milestone Systems, in dem neuen Reformentwurf ebenfalls große Chancen für eine voranschreitende Technologisierung der Branche zur Sicherung der hochwertigen Versorgung von Patientinnen und Patienten und zur Unterstützung von Fachpersonal:

„Die geplante Krankenhausreform in Deutschland will ihren Beitrag dazu leisten, indem die Organisation von Kliniken umstrukturiert und die Finanzierung neu aufgestellt wird. Ich bin überzeugt, dass für eine zukunftsfähige Pflege, die gleichermaßen Qualität sichert und vorhandene Ressourcen effizient nutzt, auch neue Technologien eine wachsende Rolle spielen werden."

Mit smarter Videotechnologie können Pflegekräfte jetzt schon beim Monitoring von Kranken unterstützt oder bei Notfällen schneller alarmiert werden, weiß Stürmer. Das ersetze zwar keine Pflegekraft, aber es entlaste das vorhandene Pflegepersonal, lasse mehr Zeit für pflegerische Aufgaben und verbessere gleichzeitig die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. In der Verbindung von modernen Organisationsstrukturen, neuester Technologie und effizient eingesetzten Ressourcen liege die Zukunft einer sicheren und hochwertigen Krankenhausversorgung.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Senioren-Paar-93845634-FO-bilderstoeckchenSenioren-Paar-93845634-FO-bilderstoeckchen
Assekuranz

Pflege daheim – ein Fulltime Job

Eine neue Studie, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung, bringt es erneut auf den Punkt: den Hauptteil der pflegerischen Leistung erbringen Angehörige selbst — mit enormem zeitlichen und teilweise auch finanziellem Aufwand. Die Verzahnung von Pflege und Arbeitsmarkt funktioniert noch nicht so gut.
Krankenhaus EmpfangKrankenhaus EmpfangAdobe
Gesundheitsvorsorge

Weniger stationär, mehr ambulant: Wie der AOK-Krankenhaus-Report die neue Logik der Klinikreform offenlegt

Der AOK-Krankenhaus-Report 2026 zeigt, wie Ambulantisierung, Leistungsgruppen und Vorhaltefinanzierung die Krankenhauslandschaft grundlegend verändern.
Fassade-Unternehmenszentrale-2022-NuernbergerFassade-Unternehmenszentrale-2022-NuernbergerNürnberger Versicherung
Unternehmen

NÜRNBERGER startet massiven Konzernumbau

75 Mio. Euro Kosteneinsparung bis 2026 hat sich die NÜRNBERGER vorgenommen und startet das Programm „Fit für die Zukunft“. Der Fokus liegt auf wirtschaftlichen Aktivitäten, Erhöhung der Effizienz und einer dauerhaften Reduzierung der Kosten und verbesserten Stellung im Wettbewerb. Zudem soll der Erhalt von Fachkräften unterstützt werden.
Krankenhaus-Tropf-78050610-DP-sudok1Krankenhaus-Tropf-78050610-DP-sudok1
Assekuranz

Krankenhausreform: die 100-Milliarden-Euro-Herausforderung

Seit zwei Jahren wird die dringend nötige Krankenhausreform diskutiert. Zwischenzeitlich liegt ein Regierungsentwurf für das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz vor. Doch für Patientinnen und Patienten wird kaum etwas verbessert und vor allem erneut vieles teurer.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht