Das wünschen sich Startups von der neuen Bundesregierung

Veröffentlichung: 12.08.2021, 14:08 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Wenn in wenigen Monaten der Koalitionsvertrag für die nächste Legislaturperiode verhandelt wird, dann gibt es drei Themen, die eine Mehrheit der Startups in Deutschland dort gerne wiederfinden würden. 6 von 10 Startups (59 Prozent) wünschen sich mehr Einsatz bei der Digitalisierung der Verwaltung, etwa durch einen One-Stop-Shop für alle bürokratischen Startup-Angelegenheiten.

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Nur knapp dahinter liegen der Wunsch nach mehr Wagniskapital in der Wachstumsphase (56 Prozent) und einem besseren Zugang zu öffentlichen Aufträgen für Startups (53 Prozent). Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 200 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom-Präsident Achim Berg sagt:

Die drei am häufigsten genannten Top-Themen für die nächste Bundesregierung sind Dauerbrenner. In der Vergangenheit wurden die Maßnahmen meist aber gar nicht oder nur halbherzig angegangen. Wir brauchen nach dem Corona-Jahr dringend neuen Schwung in der Startup-Politik – und zwar vom ersten Tag der neuen Regierung an.

Jedes zweite Startup wünscht sich allgemein den Ausbau staatlicher Förderangebote. Ebenso viele plädieren für bessere Bedingungen bei der virtuellen Mitarbeiterbeteiligung.

Dabei handelt sich um „fiktive“ schuldrechtliche Stellungen, bei denen die Auszahlung an den Eintritt von bestimmten Bedingungen wie zum Beispiel den Börsengang geknüpft ist. Bei der Mitarbeiterbeteiligung habe die Bundesregierung einige Schritte unternommen, wäre dabei aber an der Realität vieler Startups vorbeigegangen.

Das Votum der Startups zeige, dass hier weiterhin Handlungsbedarf bestehe.

Einsetzen sollte sich die Politik den Startups zufolge auch für mehr Wagniskapital in der Gründungsphase (47 Prozent) sowie speziell für Hightech-Startups (45 Prozent), etwa im Bereich Life Science oder Industrial Tech. Ein wichtiges Thema ist zudem der Fachkräftemangel (43 Prozent).

Eher weiter hinten auf der Liste der drängenden Probleme stehen ein besserer Zugang zum EU-Binnenmarkt (30 Prozent), die Schaffung einer neuen Gesellschaftsform für Startups (29 Prozent) und bessere Bedingungen für Venture Debt (23 Prozent). Bei diesen Darlehen wird die Finanzierung des Startups gesichert, ohne die Beteiligungen von Investorinnen und Investoren sowie Gründerinnen und Gründern zu verwässern.

Die gewünschten Top-Prioritäten unterscheiden sich dabei auch nach dem Alter der Startups. Während Startups, die vor 6 oder mehr Jahren gegründet wurden, besonders häufig die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen anmahnen (69 Prozent), sind es bei den Startups, die zwischen 3 und 5 Jahre alt sind, gleichermaßen die Verwaltungsdigitalisierung und der Zugang zu Wagniskapital in der Wachstumsphase (je 55 Prozent).

Und bei den jungen Startups, die vor weniger als 3 Jahren gegründet wurden, steht der bessere Zugang zu öffentlichen Aufträgen (61 Prozent) ganz oben auf der Wunschliste.

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