Maklerbestände: Fast jeder zweite Käufer sucht im kleinen Segment

Veröffentlichung: 21.10.2026, 16:10 Uhr - Lesezeit 7 Minuten

Das Interesse an Maklerbeständen ist groß, doch die Kaufbudgets fallen häufig kleiner aus als erwartet. Eine Auswertung des Resultate Instituts zeigt, welche Bestände besonders gefragt sind, welche Sparten Käufer bevorzugen und wo sich die Nachfolgesuche schwieriger gestaltet.

(PDF)
Resultate-Auswertung: Kaufinteressenten melden 1,5 Milliarden Euro Budget für Maklerbestände. Besonders gefragt sind kleine Bestände und Sachversicherungen.Resultate-Auswertung: Kaufinteressenten melden 1,5 Milliarden Euro Budget für Maklerbestände. Besonders gefragt sind kleine Bestände und Sachversicherungen.Redaktion experten.de / KI-generiert

In der Nachfolger- und Investorendatenbank des Resultate Instituts haben Kauf- und Investitionsinteressenten ein Gesamtbudget von mehr als 1,5 Milliarden Euro angegeben. Das geht aus einer Auswertung zum Stichtag 19. Oktober 2026 hervor. Die Zahl deutet auf eine erhebliche Nachfrage nach Maklerbeständen und Maklerunternehmen hin. Allerdings handelt es sich um die zusammengerechneten, selbst angegebenen Investitionsbudgets registrierter Interessenten – nicht um bereits zugesagtes Kapital oder tatsächlich abgeschlossene Transaktionen.
Die Datenbank wurde im Sommer 2026 aufgebaut und ermöglicht es Kaufinteressenten, ihre Suchkriterien und Budgets zu hinterlegen. Die Registrierung ist kostenlos; ein erfolgsabhängiges Honorar fällt nach Angaben des Instituts erst bei erfolgreicher Vermittlung an.

Knapp die Hälfte sucht Bestände bis 250.000 Euro

Die Auswertung zeigt, dass sich ein großer Teil der Nachfrage auf kleinere Maklerbestände konzentriert. 23,5 Prozent der registrierten Interessenten verfügen über ein angegebenes Investitionsbudget von höchstens 100.000 Euro. Weitere 25,6 Prozent bewegen sich zwischen 100.000 und 250.000 Euro. Damit suchen zusammengenommen 49,1 Prozent mit einem Budget von maximal 250.000 Euro. Rund vier von fünf Interessenten geben ein Budget von bis zu einer Million Euro an. Nur 5,6 Prozent nennen ein Investitionsbudget von mehr als zehn Millionen Euro. „Wer einen typischen Maklerbestand abgeben möchte, muss nicht nach Private-Equity-Investoren oder einem finanzstarken Konzern als Käufer suchen“, sagt Andreas Grimm, Geschäftsführer und Mitgründer des Resultate Instituts. Viele Kaufinteressenten seien selbst Makler, die einen Bestand in überschaubarer Größe erwerben möchten. Allerdings könnten gerade kleinere Bestände bei der Übertragung und der Qualität der Bestandsdaten besondere Herausforderungen mit sich bringen.

Bestand oder Maklerunternehmen? Für viele Käufer zweitrangig

Ob ein Makler lediglich seinen Kundenbestand oder seine gesamte Gesellschaft verkaufen möchte, spielt für die meisten Interessenten laut Resultate eine untergeordnete Rolle. Bei Investitionsbudgets zwischen 250.000 Euro und zehn Millionen Euro sind mehr als neun von zehn Interessenten grundsätzlich bereit, auch eine vollständige Gesellschaft zu übernehmen. Bei Budgets von höchstens 100.000 Euro trifft das dagegen nur auf etwa jeden vierten Interessenten zu. Für Inhaber kleiner Maklerunternehmen könne es sich deshalb lohnen, vor einem Verkauf zu prüfen, ob die Veräußerung des Bestands oder der gesamten Gesellschaft besser zur eigenen Nachfolgeplanung passt, erklärt Resultate-Geschäftsführer Thomas Öchsner.

Sachversicherungen besonders gefragt

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei den gesuchten Versicherungssparten. Am häufigsten interessieren sich potenzielle Käufer für Sachversicherungsbestände. 83,6 Prozent der registrierten Interessenten nennen diese Sparte. Es folgen gewerbliche Versicherungen mit 66,6 Prozent und Personenversicherungen mit 58,9 Prozent. Krankenversicherungen sind für 55,5 Prozent interessant, Altersvorsorgebestände für 52,9 Prozent. Weniger gefragt sind bestimmte Finanzanlagebereiche. Kontokorrentbestände schließen 42,4 Prozent der Interessenten aus. Bei alternativen Investmentprodukten sind es 36 Prozent, bei der Vermögensverwaltung 31,2 Prozent und bei Industrieversicherungen 28,2 Prozent. Nach Einschätzung von Öchsner beeinflusst eine solche Spezialisierung den potenziellen Käuferkreis. Wer einen Bestand mit weniger gefragten Sparten verkaufen möchte, müsse möglicherweise mehr Zeit für die Suche einplanen.

Regionale Unterschiede bei der Käufersuche

Auch die regionale Verteilung der Nachfrage fällt unterschiedlich aus. 21 Prozent der Interessenten suchen bundesweit. Die übrigen konzentrieren sich auf bestimmte Regionen. Besonders hoch ist die Nachfrage nach Angaben des Instituts in den Postleitzahlgebieten 5, 7, 8 und 9. Hier interessieren sich jeweils zwischen 42 und 43 Prozent der registrierten Käufer für Bestände. Im Postleitzahlgebiet 0, das unter anderem Sachsen und Thüringen umfasst, liegt der Anteil dagegen bei 28 Prozent. Die Angaben zu Regionen und Sparten beruhen auf Mehrfachnennungen. Sie zeigen die Suchpräferenzen der registrierten Interessenten, nicht die Zahl tatsächlich verfügbarer Kaufangebote.

Resultate stellt Auswertung auf der DKM vor

Das Resultate Institut präsentiert die Ergebnisse am 27. und 28. Oktober 2026 auf der DKM in Dortmund. Am Mittwoch, 28. Oktober, veranstaltet das Institut zudem von 9:30 bis 15:20 Uhr im Raum Brügge den Kongress „Bestands- und Nachfolge“.
Grundlage der Auswertung sind die aktiven Einträge der Nachfolger- und Investorendatenbank zum 19. Oktober 2026. Die Angaben zu Budgets, Sparten und Regionen beruhen auf Selbstauskünften der registrierten Interessenten und wurden nach Angaben des Instituts nicht überprüft.

Was ist mein Maklerbestand wert?

Wer über den Verkauf seines Maklerbestands oder die eigene Nachfolge nachdenkt, kann eine erste Wertindikation mit dem Bestandswert-Rechner des Resultate Instituts ermitteln. Das kostenlose Tool steht auch direkt auf experten.de zur Verfügung.

Zum Bestandswert-Rechner auf experten.de

(PDF)

LESEN SIE AUCH

DALL-E
Chefsache

Datenschutz erschwert Bestandsverkäufe – Warum Makler frühzeitig über einen Share-Deal nachdenken sollten

Bestandsverkauf, Nachfolgeplanung, Datenschutz – was Makler jetzt wissen müssen: Ein aktueller Beschluss der Datenschutzaufsichtsbehörden stellt die rechtssichere Übertragung von Versicherungsbeständen vor neue Hürden. Im Newsletter der Kanzlei Michaelis erklärt Rechtsanwalt Arash Sheykholeslami, warum der klassische Asset-Deal problematisch ist – und weshalb der Share-Deal zur besseren Nachfolgelösung werden kann.
Schwedisches Kapital trifft auf den Leipziger Maklermarkt: Max Matthiessen will die Mehrheit an Invers übernehmen. Mit dem neuen Gesellschafter soll der Maklerpool vor allem größere Bestandsübernahmen und Beteiligungen an Maklerunternehmen stemmen können.Schwedisches Kapital trifft auf den Leipziger Maklermarkt: Max Matthiessen will die Mehrheit an Invers übernehmen. Mit dem neuen Gesellschafter soll der Maklerpool vor allem größere Bestandsübernahmen und Beteiligungen an Maklerunternehmen stemmen können.Redaktion experten.de / KI-generiert
Unternehmen

Schwede kauft Leipziger Pool: Max Matthiessen übernimmt Mehrheit an Invers

Der Leipziger Maklerpool Invers bekommt einen neuen Mehrheitsgesellschafter. Vorbehaltlich der Freigabe durch das Bundeskartellamt übernimmt der schwedische Finanz- und Versicherungsmakler Max Matthiessen die Mehrheit. Für Invers soll der Einstieg vor allem eines ermöglichen: deutlich größere Bestandsübernahmen und Beteiligungen an Maklerunternehmen.
Seniorin-Taschernrechner-Laptop-287499711-AS-shurkin_sonSeniorin-Taschernrechner-Laptop-287499711-AS-shurkin_sonshurkin –  stock.adobe.com
Assekuranz

Nachfolgeplanung: Keinen Grund zur Panik

Viele Makler machen sich Sorgen, dass aufgrund der Coronavirus-Pandemie und dem weltweiten Börsencrash der Markt für Maklerbestände zusammenbrechen wird.
Wie können Versicherungsmakler ihre Haftung begrenzen, ohne gegen gesetzliche Vorgaben zu verstoßen? Auf der Fachtagung der Kanzlei Michaelis gab es klare Antworten.Wie können Versicherungsmakler ihre Haftung begrenzen, ohne gegen gesetzliche Vorgaben zu verstoßen? Auf der Fachtagung der Kanzlei Michaelis gab es klare Antworten.AJEL / pixabay
Recht

Fachtagung Kanzlei Michaelis 2025: Von Haftungsbegrenzung und Vermögensschäden

Wie können Versicherungsmakler ihre Haftung begrenzen, ohne gegen gesetzliche Vorgaben zu verstoßen? Auf der Fachtagung der Kanzlei Michaelis gab es klare Antworten – und neue Lösungen in der Vermögensschadenhaftpflicht von CGPA Europe. Der Text erschien zuerst im expertenReport 03/2025.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

Beihilfe im Wandel
Ausgabe 10/26

Beihilfe im Wandel

Dr. Günther Blaich, Dr. Gerd Sautter und Fabian Ober - INTER
"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"
Ausgabe 07/26

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"

Klaus Liebig und Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm Gruppe
"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht