Dr. KI hat bei Tierhaltern schlechte Karten
Während künstliche Intelligenz bei Gesundheitsfragen zunehmend eine Rolle spielt, bleiben Hunde- und Katzenhalter zurückhaltend. Laut einer aktuellen Studie der Uelzener Versicherungen wenden sich 61 Prozent bei Krankheitssymptomen ihres Tieres zuerst an eine Tierarztpraxis. Nur sechs Prozent suchen zunächst Rat bei ChatGPT und anderen KI-Tools.
Künstliche Intelligenz ist für viele Menschen längst zu einer Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen geworden. Geht es allerdings um die Gesundheit des eigenen Haustiers, vertrauen die meisten weiterhin auf fachlichen Rat. Das zeigt die aktuelle „Haustier-Studie 2026“ der Uelzener Versicherungen. Demnach wenden sich 61 Prozent der befragten Hunde- und Katzenhalter bei Krankheitssymptomen ihres Tieres zuerst an eine Tierarztpraxis. Weitere 22 Prozent recherchieren zunächst im Internet. KI-Anwendungen wie ChatGPT werden dagegen nur von sechs Prozent als erste Informationsquelle genutzt. Für die Untersuchung hat der Tierversicherungsspezialist mehr als 1.000 Hunde- und Katzenhalter in Deutschland befragt.
Zwei Drittel misstrauen KI bei Tiergesundheit
Die Zurückhaltung gegenüber künstlicher Intelligenz zeigt sich auch bei der grundsätzlichen Bewertung entsprechender Gesundheitsinformationen. Nur fünf Prozent der Befragten vertrauen den Auskünften von KI-Tools zur Tiergesundheit sehr stark. Weitere 29 Prozent bringen ihnen eher starkes Vertrauen entgegen. Demgegenüber stehen 46 Prozent, die KI-generierten Informationen eher wenig vertrauen. Jeder Fünfte gibt sogar an, solchen Auskünften überhaupt nicht zu vertrauen. Zusammengenommen begegnen damit 66 Prozent der Hunde- und Katzenhalter entsprechenden Informationen mit Skepsis. „In solchen Momenten kann ein Chatbot vielleicht Hinweise geben, aber das schafft keine Sicherheit“, erklärt Dr. Felix Garlipp von den Uelzener Versicherungen. Bei einer tierärztlichen Untersuchung lasse sich dagegen beurteilen, welche Ursachen tatsächlich hinter den Beschwerden stecken.
KI kann Orientierung bieten, aber keine Untersuchung ersetzen
Die Studienergebnisse bedeuten nach Einschätzung des Versicherers allerdings keine grundsätzliche Ablehnung künstlicher Intelligenz. Digitale Angebote könnten durchaus helfen, erste Informationen zu sammeln und mögliche Ursachen von Beschwerden besser einzuordnen. Für konkrete gesundheitliche Entscheidungen sei jedoch eine individuelle fachliche Beurteilung erforderlich.
„Für eine erste Orientierung können digitale Angebote hilfreich sein und schnell einen Überblick verschaffen. Geht es jedoch um gesundheitliche Entscheidungen für das eigene Tier, sind Verlässlichkeit und eine individuelle Einordnung gefragt“, betont Garlipp, der bei der Uelzener den Bereich Produkt und Underwriting verantwortet. Die Zahlen zeigen damit vor allem, dass viele Tierhalter zwischen einer allgemeinen Informationsquelle und einer tierärztlichen Untersuchung unterscheiden.
Hundehalter achten besonders auf Vorsorge
Neben dem Umgang mit akuten Krankheitssymptomen untersucht die Studie auch das Vorsorgeverhalten der Tierbesitzer. 73 Prozent der Befragten lassen ihr Haustier regelmäßig tierärztlich untersuchen. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen Hunde- und Katzenhaltern. Während 81 Prozent der Hundehalter regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, liegt dieser Anteil bei Katzenhaltern bei 68 Prozent. Zudem geben 83 Prozent aller Befragten an, ihre Tiere regelmäßig impfen und entwurmen zu lassen. Für Garlipp verdeutlichen die Ergebnisse, dass sich viele Tierhalter nicht erst bei akuten Beschwerden mit der Gesundheit ihrer Tiere beschäftigen. Vielmehr gehe es ihnen darum, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen oder möglichst zu vermeiden. Die Tierarztpraxis bleibt damit nicht nur bei akuten Gesundheitsproblemen, sondern auch bei der Vorsorge eine zentrale Anlaufstelle für Hunde- und Katzenhalter.
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