BCA bündelt Spezialwissen für Risikovoranfrage und BU-Leistungsfall
Gesundheitshistorien aufbereiten, Versicherbarkeit prüfen, anonyme Risikovoranfragen stellen – und später möglicherweise einen BU-Leistungsfall begleiten: Gerade im Biometriegeschäft stoßen kleinere Vermittlerbetriebe schnell an Kapazitäts- und Wissensgrenzen. Die BCA bündelt deshalb zwei externe Spezialangebote in einem neuen Biometrieservice für angeschlossene Makler.
Die BCA AG erweitert ihre Unterstützung für Versicherungsmakler im Biometriegeschäft. Unter dem Namen BiometrieServicePLUS bündelt der Maklerpool künftig Dienstleistungen für zwei besonders beratungsintensive Phasen: die Risikoprüfung vor Vertragsabschluss und die Begleitung im Leistungsfall.
Dafür arbeitet BCA mit Biometrie-Check sowie der BU-Expertenservice GmbH zusammen. Die Dienstleistungen sollen angebundenen Vermittlern spezialisiertes Know-how zur Verfügung stellen, das insbesondere bei komplexen Fällen erhebliche Ressourcen im Maklerbetrieb binden kann. „Biometrie ist ein Bereich, in dem die Qualität der Beratung unmittelbar über den Versicherungsschutz unserer Kunden entscheidet“, sagt Dr. Frank Ulbricht, Vorstand der BCA AG. Ziel sei es, Maklern auch bei komplexeren Fällen eine professionelle Bearbeitung zu ermöglichen.
Gesundheitshistorie wird zum ersten Ansatzpunkt
Der erste Baustein setzt bereits vor dem eigentlichen Versicherungsantrag an. Gemeinsam mit Sonja Keller von Biometrie-Check bietet BCA Unterstützung bei Risikovoranfragen und Versicherbarkeitsprüfungen an. Dabei sollen Gesundheitshistorien strukturiert aufbereitet und medizinische Unterlagen analysiert werden. Auf dieser Grundlage können anschließend anonyme Risikovoranfragen bei Versicherern gestellt werden. Für angeschlossene BCA-Makler wird die Nutzung des Angebots mit 150 Euro bezuschusst.
Gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kann die Aufbereitung der Gesundheitshistorie darüber entscheiden, welche Einschätzung ein Versicherer zu einem Risiko abgibt. Sonja Keller, Gründerin von Biometrie-Check, sieht unvollständig oder unstrukturiert aufbereitete Gesundheitsdaten als ein wesentliches Problem bei BU-Anfragen.
Eine systematische Aufarbeitung soll deshalb nicht nur die Chancen auf verwertbare Voten verbessern, sondern auch das Risiko einer später relevanten vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung reduzieren.
Unterstützung endet nicht mit dem Vertragsabschluss
Interessanter ist der neue BCA-Service allerdings durch seinen zweiten Baustein. Denn die Unterstützung beschränkt sich nicht auf den Weg in die Berufsunfähigkeitsversicherung. Über eine Kooperation mit der BU-Expertenservice GmbH können Makler auch dann externe Unterstützung hinzuziehen, wenn ein Kunde Leistungen aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt.
Die Begleitung reicht nach Angaben der BCA von einer ersten Einschätzung der Erfolgsaussichten über die Aufbereitung der erforderlichen Unterlagen bis hin zur Unterstützung bei Nachprüfungsverfahren.
Damit verbindet der Pool zwei Bereiche, die häufig getrennt betrachtet werden: die Frage, ob und zu welchen Bedingungen ein Kunde versicherbar ist – und die Frage, ob der vereinbarte Schutz Jahre später im Leistungsfall tatsächlich durchgesetzt werden kann.
Maklerpools bauen fachliche Infrastruktur aus
Der BiometrieServicePLUS ergänzt die bestehenden BCA-Angebote für Produktzugang, digitale Beratungs- und Antragsprozesse, Weiterbildung und Vertriebsunterstützung. Die einzelnen Leistungen und Ansprechpartner werden über eine zentrale Plattform gebündelt. „Mit dem BCA BiometrieservicePLUS bündeln wir spezialisierte Fachdienstleistungen unter einem gemeinsamen Dach“, erklärt BCA-Vorstand Roman Schwarze.
Hinter solchen Angeboten steht zugleich eine grundsätzlichere Entwicklung im Maklermarkt. Mit steigender fachlicher Komplexität wird es insbesondere für kleinere Vermittlerbetriebe schwieriger, Spezialwissen für sämtliche Beratungs- und Leistungsfälle selbst vorzuhalten.
Maklerpools und andere Dienstleister übernehmen deshalb zunehmend nicht mehr nur technische und administrative Funktionen. Sie bauen auch fachliche Infrastruktur auf oder binden externe Spezialisten ein, auf die angeschlossene Vermittler bei Bedarf zurückgreifen können. Gerade das Biometriegeschäft eignet sich dafür: Die eigentliche Kundenbeziehung bleibt beim Makler, während besonders aufwendige oder spezialisierte Aufgaben punktuell an Experten übergeben werden können. Mit dem neuen Angebot verschiebt sich die Rolle des Pools damit ein Stück weiter: vom Anbieter technischer Infrastruktur zum Organisator von Spezialwissen.
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